Meldung aus dem Landratsamt
Mehr als nur ein Erfahrungsaustausch
Montag, 05. November 2018, 00:01 Uhr
Am Freitag machte sich ein Gruppe von Kommunalpolitikern und Mitarbeitern des Landratsamtes auf den Weg nach Portal Westfalica, zum dortigen Kaiser-Wilhelm-Denkmal...
Porta Westfalica eine Stadt mit rund 37.000 Einwohnern im Kreis Minden-Lübbecke im nordöstlichen Teil von Nordrhein-Westfalen, in der Region Ostwestfalen-Lippe zwischen Minden und Bielefeld gelegen.
Was trieb die Kommunalpolitiker in diese Region? Hoch über der Stadt thront ein Denkmal, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, gestaltet vom Architekten Bruno Schmitz, der auch für die Gestaltung des Kyffhäuserdenkmals und weiterer ähnlicher Denkmale in Deutschland verantwortlich zeichnete.
Eines hatten und haben die beiden Denkmale, sie waren sanierungsbedürftig und sollen optimal für Besucher erschlossen werden.
Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal war schon immer ein Besuchermagnet, selbst als es sanierungsbedürftig war. Man hat von oben einen herrlichen Blick auf die Stadt Porta Westfalica und die Region. Als allerdings die Gefahr aufkam, die Ringmauer könnte abrutschen, machte man sich ab 2010 ernsthafte Gedanken, wie kann diese Denkmalslandschaft gerettet werden. In den Jahren 2014/2015 besuchten Delegationen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) das Kyffhäuserdenkmal und das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.
Anlässlich der Eröffnung des sanierten Denkmals im Jahre 2018 kam es zwischen Dr. Andreas Räuber und Vertretern des LWL zu Gesprächen und man vereinbarte sich zu einem Gegenbesuch. Unter der Leitung von Landrätin Antje Hochwind waren Mitglieder des Wirtschaftsausschusses des Kreistags und Mitglieder der Verwaltung (Vertreter des Kyffhäuserdenkmals mussten aus Termingründen kurzzeitig absagen) nach Porta Westfalica zum Gegenbesuch gefahren. Empfangen wurde Hochwind vom Direktor des LWL Matthias Löb (siehe Bildergalerie).
Hintergrund des Ganzen ist die Offensive der Kreisverwaltung und des Kreistages, das Kyffhäuserdenkmal attrktiver für Besucher zu machen.
Seit 1. November läuft auf den Seiten des Landratsamtes eine große Bürgerbefragung zum Thema Kyffhäuserdenkmal und alle Bürger sind aufgerufen, sich daran aktiv zu beteiligen:
Online-Bürgerbefragung
Und schon am Parkplatz (170 Plätze 3 Euro Parkgebühr) merkte man, dass das gesamte Denkmalsgebiet neu gestaltet wurde. Ein ursprünglich marodes Gebäude aus 1895 wurde weggerissen und durch einen Pavillon mit Verkaufseinrichtung und WC-Anlage (50 Cent) ausgestattet. Für Radfahrer gibt es eine Abstellanlage mit Anlehnbügel, wie sie kn schon oft für die Sehenswürdigkeiten im Kreis gefordert wurde. Und auch an die E-Fahrräder wurde gedacht. Am Fuß des Denkmals sind dann extra nochmals drei Behinderten Parkplätze.
Hier die Ringmauer vor der Sanierung. Für die Sanierung gab es einen Architektenwettbewerb. Die Sanierung sollte rund 12,5 Millionen Euro kosten, erhöhte sich aber um rund vier Millionen, weil die Ringmauer auf zu lockerem Untergrund stand. Bei der Gestaltung der neuen Ringmauer wurde aber auch an die Natur gedacht. Rund 300 Quartiere für Fledermäuse wurden geschaffen. Insektenschonende LED-Beleuchtung wurde geschaffen.
Obwohl es früher kein Besucherzentrum gab, hatte man schon über 100.000 Besucher pro JAhr.
Höhepunkt allerdings: Das Besucherzentrum (Eintritt kostenlos genau wie das gesamte Terrain des Denkmals und auch der Toilette im Besucherzentrum - wo der Kaiser zu Fuß hin muss s- siehe Bildergalerie) und eine Gaststätte wurden in die Ringmauer integriert und bescheren den Besuchern einen gute Blick auf die Stadt. Die Gaststätte ist sehr gut ausgelastet und bis 22:00 Uhr geöffnet! Vorteil der Denkmalsanlage, die Anfahrt ist nur 1,5 km lang und Porta Westfalica ist wesentlich größer als jede Stadt im Kyffhäuserkreis.
Das Besucherzentrum ist nach modernen Gesichtspunkten der Museumstätigkeiten ausgerichtet. Interessant die interaktiven Beschäftigungsmöglichkeiten. Per Bildschirm werden die Besucher zu Abstimmungen aufgefordert, der Ergebnisse sofort abgerufen werden können (siehe Bildergalerie).
Wenn kn ein scheinbar nicht viel sagendes Foto am Ende der Bildergalerie eingestellt hat (es zeigt eine leere Fläche hinter dem Denkmal), so nicht ohne Grund. Auf Nachfrage kn erklärte Matthias Löb, dass hier eine interaktive Spielfläche (600 Quadratmeter) für Kinder gebaut werden soll, die noch in Planung ist. Hier soll das realisiert werden, was auch der Kyffhäuser braucht, eine sinnvolle Beschäftigung für die Kinder. Bei uns sollen sich vor allem Familien wohlfühlen, so Löb gegenüber kn.
Später sollen auf der großen Freifläche unterhalb des Denkmals sogar Volksfest gefeiert werden.
Aber nicht alle Probleme sind gelöst. Manchmal reichen die Parkplätze nicht aus und einen Shuttlebus von einem anderen Parkplatz aus einzusetzen scheiterte, weil die Besucher nicht die 50 Cent zahlen wollten. Zwar gibt es ein Parkleitsystem mit der Anzeige der freien Plätze, aber selbst wenn keine freien Plätze angezeigt werden, wird hochgefahren und löst dann ein Verkehrschaos an. Hier arbeitet man an Lösungen.
Und nicht nur am Kyffhäuser denkt mal über besondere Beförderungsmaßnahmen nach, wie hier die möglich Trasse einer Seilbahn zeigt. Die wird, wenn sie kommen sollte, nur durch einen privaten Investor gebaut werden, so Löb.
Natürlich hatten die Mitglieder des Erfahrungsaustausches viel zu notieren, so zum Beispiel das Förderprogramm des Bundes "Nationale Projekte des Städtebaus" aus dem erhebliche Fördermittel flossen.
Die Vertreter der LWL (so auch Bodo Strototte mit seinem tollen Vortrag) machten klar, wichtig sei es möglichst alle Flächen in eine Hand zu bekommen. In einer GmbH bündeln um dann Fördermittel zu bekommen war eine diskutierte Möglichkeit.
Nicht alle Anregungen, die sich Kreistagsmitglieder und Verwaltungsmitglieder notierten, konnte hier kn wieder geben und einige Tipps und Anregungen müssen erst auf die örtlichen Gegebenheiten am Kyffhäuser umgesetzt und dann diskutiert werden um sie auch anschließend realisiere zu können. Aber einig war man sich, es war ein wichtiger und befruchtender Erfahrungsaustausch.
Autor: khhPorta Westfalica eine Stadt mit rund 37.000 Einwohnern im Kreis Minden-Lübbecke im nordöstlichen Teil von Nordrhein-Westfalen, in der Region Ostwestfalen-Lippe zwischen Minden und Bielefeld gelegen.
Was trieb die Kommunalpolitiker in diese Region? Hoch über der Stadt thront ein Denkmal, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal, gestaltet vom Architekten Bruno Schmitz, der auch für die Gestaltung des Kyffhäuserdenkmals und weiterer ähnlicher Denkmale in Deutschland verantwortlich zeichnete.
Eines hatten und haben die beiden Denkmale, sie waren sanierungsbedürftig und sollen optimal für Besucher erschlossen werden.
Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal war schon immer ein Besuchermagnet, selbst als es sanierungsbedürftig war. Man hat von oben einen herrlichen Blick auf die Stadt Porta Westfalica und die Region. Als allerdings die Gefahr aufkam, die Ringmauer könnte abrutschen, machte man sich ab 2010 ernsthafte Gedanken, wie kann diese Denkmalslandschaft gerettet werden. In den Jahren 2014/2015 besuchten Delegationen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) das Kyffhäuserdenkmal und das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.
Anlässlich der Eröffnung des sanierten Denkmals im Jahre 2018 kam es zwischen Dr. Andreas Räuber und Vertretern des LWL zu Gesprächen und man vereinbarte sich zu einem Gegenbesuch. Unter der Leitung von Landrätin Antje Hochwind waren Mitglieder des Wirtschaftsausschusses des Kreistags und Mitglieder der Verwaltung (Vertreter des Kyffhäuserdenkmals mussten aus Termingründen kurzzeitig absagen) nach Porta Westfalica zum Gegenbesuch gefahren. Empfangen wurde Hochwind vom Direktor des LWL Matthias Löb (siehe Bildergalerie).
Hintergrund des Ganzen ist die Offensive der Kreisverwaltung und des Kreistages, das Kyffhäuserdenkmal attrktiver für Besucher zu machen.
Seit 1. November läuft auf den Seiten des Landratsamtes eine große Bürgerbefragung zum Thema Kyffhäuserdenkmal und alle Bürger sind aufgerufen, sich daran aktiv zu beteiligen:
Online-Bürgerbefragung
Und schon am Parkplatz (170 Plätze 3 Euro Parkgebühr) merkte man, dass das gesamte Denkmalsgebiet neu gestaltet wurde. Ein ursprünglich marodes Gebäude aus 1895 wurde weggerissen und durch einen Pavillon mit Verkaufseinrichtung und WC-Anlage (50 Cent) ausgestattet. Für Radfahrer gibt es eine Abstellanlage mit Anlehnbügel, wie sie kn schon oft für die Sehenswürdigkeiten im Kreis gefordert wurde. Und auch an die E-Fahrräder wurde gedacht. Am Fuß des Denkmals sind dann extra nochmals drei Behinderten Parkplätze.
Hier die Ringmauer vor der Sanierung. Für die Sanierung gab es einen Architektenwettbewerb. Die Sanierung sollte rund 12,5 Millionen Euro kosten, erhöhte sich aber um rund vier Millionen, weil die Ringmauer auf zu lockerem Untergrund stand. Bei der Gestaltung der neuen Ringmauer wurde aber auch an die Natur gedacht. Rund 300 Quartiere für Fledermäuse wurden geschaffen. Insektenschonende LED-Beleuchtung wurde geschaffen.
Obwohl es früher kein Besucherzentrum gab, hatte man schon über 100.000 Besucher pro JAhr.
Höhepunkt allerdings: Das Besucherzentrum (Eintritt kostenlos genau wie das gesamte Terrain des Denkmals und auch der Toilette im Besucherzentrum - wo der Kaiser zu Fuß hin muss s- siehe Bildergalerie) und eine Gaststätte wurden in die Ringmauer integriert und bescheren den Besuchern einen gute Blick auf die Stadt. Die Gaststätte ist sehr gut ausgelastet und bis 22:00 Uhr geöffnet! Vorteil der Denkmalsanlage, die Anfahrt ist nur 1,5 km lang und Porta Westfalica ist wesentlich größer als jede Stadt im Kyffhäuserkreis.
Das Besucherzentrum ist nach modernen Gesichtspunkten der Museumstätigkeiten ausgerichtet. Interessant die interaktiven Beschäftigungsmöglichkeiten. Per Bildschirm werden die Besucher zu Abstimmungen aufgefordert, der Ergebnisse sofort abgerufen werden können (siehe Bildergalerie).
Wenn kn ein scheinbar nicht viel sagendes Foto am Ende der Bildergalerie eingestellt hat (es zeigt eine leere Fläche hinter dem Denkmal), so nicht ohne Grund. Auf Nachfrage kn erklärte Matthias Löb, dass hier eine interaktive Spielfläche (600 Quadratmeter) für Kinder gebaut werden soll, die noch in Planung ist. Hier soll das realisiert werden, was auch der Kyffhäuser braucht, eine sinnvolle Beschäftigung für die Kinder. Bei uns sollen sich vor allem Familien wohlfühlen, so Löb gegenüber kn.
Später sollen auf der großen Freifläche unterhalb des Denkmals sogar Volksfest gefeiert werden.
Aber nicht alle Probleme sind gelöst. Manchmal reichen die Parkplätze nicht aus und einen Shuttlebus von einem anderen Parkplatz aus einzusetzen scheiterte, weil die Besucher nicht die 50 Cent zahlen wollten. Zwar gibt es ein Parkleitsystem mit der Anzeige der freien Plätze, aber selbst wenn keine freien Plätze angezeigt werden, wird hochgefahren und löst dann ein Verkehrschaos an. Hier arbeitet man an Lösungen.
Und nicht nur am Kyffhäuser denkt mal über besondere Beförderungsmaßnahmen nach, wie hier die möglich Trasse einer Seilbahn zeigt. Die wird, wenn sie kommen sollte, nur durch einen privaten Investor gebaut werden, so Löb.
Natürlich hatten die Mitglieder des Erfahrungsaustausches viel zu notieren, so zum Beispiel das Förderprogramm des Bundes "Nationale Projekte des Städtebaus" aus dem erhebliche Fördermittel flossen.
Die Vertreter der LWL (so auch Bodo Strototte mit seinem tollen Vortrag) machten klar, wichtig sei es möglichst alle Flächen in eine Hand zu bekommen. In einer GmbH bündeln um dann Fördermittel zu bekommen war eine diskutierte Möglichkeit.
Nicht alle Anregungen, die sich Kreistagsmitglieder und Verwaltungsmitglieder notierten, konnte hier kn wieder geben und einige Tipps und Anregungen müssen erst auf die örtlichen Gegebenheiten am Kyffhäuser umgesetzt und dann diskutiert werden um sie auch anschließend realisiere zu können. Aber einig war man sich, es war ein wichtiger und befruchtender Erfahrungsaustausch.
























































