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Meldung aus der Wirtschaftswelt

Standpunkt der BARMER zu Krankenhausproblemen

Freitag, 21. Dezember 2018, 14:09 Uhr
Das Krankenhaus in Bad Frankenhausen und die Chance einer wegweisenden und beispielgebenden Transformation. Eine Positionierung der BARMER-Landesvertretung Thüringen, Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin. Dazu diese Meldung der BARMER...

Die vorerst abgewendete, aber weiterhin drohende Schließung des Manniske Krankenhauses in Bad Frankenhausen mag alarmierend klingen. Zahlreiche Arbeitsplätze hängen daran und für die Menschen in der Region ist die medizinische Versorgung von immenser Bedeutung für die Lebensqualität. Das Manniske Krankenhaus in seiner jetzigen Form ist nach Angaben des Trägers jedoch hochdefizitär. Und wird es voraussichtlich auch bleiben, sofern sich an der Aufstellung des Hauses nicht grundlegend etwas ändert.

Die weiterhin drohende Schließung sollte als Chance begriffen werden. Als Chance, auch weiterhin eine adäquate und wohnortnahe Versorgung in der Region zu bieten und dabei die Qualität der Angebote sogar noch zu steigern. Als Chance, ein langfristig wirtschaftlich tragfähiges Modell zu etablieren. Als Chance, in einer strukturschwachen Region neue Wege zu gehen. Als Chance, die alle Akteure beteiligt. Als Chance, Versorgungsstrukturen dem neuesten Stand der medizinischen Möglichkeiten anzupassen. Und als Chance, die den Menschen in der Region Perspektiven bietet.


Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen. Foto: BARMER

Intersektorales Gesundheitszentrum als deutschlandweites Musterbeispiel

Um all diese Chancen zu ergreifen, könnte das Manniske Krankenhaus in Bad Frankenhausen zum intersektoralen Gesundheitszentrum umgewandelt werden. Das Konzept hebt die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung auf und vereint die beiden Bereiche. Der Schwerpunkt liegt auf allgemeinärztlichen, internistischen und weiteren konservativen beziehungsweise chirurgischen Angeboten, bereichert durch eine bettenführende Einheit für Akutfälle. Das wäre wirtschaftlich tragfähig und entspricht dem medizinischen Versorgungsbedarf vor Ort. Erarbeitet wurde das Konzept von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Universität Bayreuth und es kann als Basis auch für Bad Frankenhausen dienen. Über Details müssen sich die Akteure miteinander verständigen.

Mittel aus dem Krankenhausstrukturfonds des Bundes sind für Transformationsprozesse wie den beschriebenen gedacht und können dementsprechend abgerufen werden. Für alle Akteure – Kassenärztliche Vereinigung, Landeskrankenhausgesellschaft, Krankenkassen, Träger und Politik – bietet sich die Gelegenheit, medizinische Versorgung sektorenübergreifend und miteinander zu gestalten. Im Sinne der Bevölkerung vor Ort, wirtschaftlich überlebensfähig und bedarfsgerecht. So kann die Transformation des Manniske Krankenhauses zum Musterbeispiel der medizinischen Versorgung in strukturschwachen Regionen für ganz Deutschland werden.

Ein „Weiter so“ wie bisher würde die drohende Schließung des Standorts nicht abwenden.

BARMER Landesvertretung Thüringen

Kommentar kn

Dieses Stellungnahme der BARMER beinhaltet leider nicht die Probleme des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), das ebenfalls durch die Insolvenz der Krankenhausgesellschaft betroffen ist.
Durch die Insolvenz des MVZ kann es zu gravierende Versorgungsproblemen bei der ärztlichen Versorgung von Bürgerinnen, Bürgern und bei den Kindern kommen. Hier wird leider nichts dazu gesagt. Auch ein Alten- und Pflegeheim gehört zur Krankenhausgesellschaft.
Autor: khh

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