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Harzer Falken

Falken gegen Crocodiles und Icefighters

Donnerstag, 17. Januar 2019, 14:07 Uhr
Den Harzer Falken steht am Wochenende ein Programm bevor, das man getrost als durchwachsen bezeichnen kann. Muss man sich am Freitag zunächst in Hamburg gegen die Crocodiles beweisen, gegen die man noch nie gewinnen konnte, kommt mit den EXA Icefighters Leipzig am Sonntag ein Gast in das Wurmbergstadion, gegen den man bereits Punkte gesammelt hat...

Zudem stellen sich am Sonntag sehr wahrscheinlich gleich drei Neuzugänge dem heimischen Publikum vor.

Doch zunächst werden die Crocodiles Hamburg alles daran setzen, ihre durchaus positive Woche glanzvoll mit einem Heimsieg abzuschließen. Denn die letzten Wochen waren turbulent und motivierend zugleich für die Hanseaten.

Satte 200.000,00 Euro waren Mitte Dezember notwendig, um den Spielbetrieb bis zum Saisonende aufrecht zu erhalten. Eine Summe, bei der nicht wenige bereits das Ende des Hamburger Eishockeys prognostizierten und zudem schon ein Auseinanderbrechen der Mannschaft bis zum Ende der Transferperiode kommen sahen. Doch mit hohem Engagement und einer großen Welle der Solidarität aus der gesamten Liga wurde das Geld eingesammelt und der Spielbetrieb gerettet. Und nicht nur das. Die Mannschaft blieb bis auf zwei Abgänge zusammen und gewann seit Bekanntgabe der finanziellen Schwierigkeiten sieben der zehn Spiele. Zuletzt bedankte man sich sogar mit einem 2:5-Auswärtssieg in Tilburg, nachdem die Trappers zur Rettung des Standorts Hamburg 11.000,00 Euro gesammelt und übergeben hatten.

Doch die Bürde, aufgrund der Planinsolvenz nicht an den Playoffs teilnehmen zu dürfen lastet dennoch auf den Hamburger Schulter. Auf der einen Seite sicherlich frustrierend für die Mannschaft, auf der anderen Seite spielt das Team derart befreit auf, dass man meinen sollte, die Last der unbedingten Playoff-Teilnahme sei von ihm genommen. So oder so macht es das alles nicht einfacher für die Harzer Falken, die noch nie gegen die Crocodiles gewinnen konnten, seit die Hamburger den Nachfolgeverein des DEL-Klubs Freezers stellen zumindest ist man seit der Insolvenz der Freezers der erfolgreichste Eishockeyverein in Hamburg. Vor allem das Paradeduo Josh Mitchell und Brad Mc Gowan sind nur sehr schwer in Griff zu bekommen und befinden sich folgerichtig auf den Plätzen 3 und 4 der Topscorerliste der Oberliga Nord. Eine Liste, bei der man sich ganz nebenbei bis auf Platz 71 durcharbeiten muss, bis man mit Artjom Kostyrev auf den ersten Harzer stößt.

Einfacher soll es dann auch am Sonntag beim Heimspiel gegen die EXA Icefighters Leipzig nicht unbedingt werden. Doch zumindest hat man gegen Leipzig bislang immer ordentlich gespielt und im Hinspiel in Braunlage seinen ersten Saisonsieg feiern können. Das schnelle, schnörkellose Spiel, das Trainer Sven Gerike sein Team spielen lässt, scheint den Harzern einfach besser zu liegen, als das von individueller Klasse geprägte Spiel einiger anderer Teams. Nun ist es allerdings nicht so, dass die Sachsen diese nicht aufweisen können.

Das Gegenteil bewiesen Hubert Berger und Florian Eichelkraut im letzten Aufeinandertreffen, als die Beiden die Harzer mit 5 von 6 Toren nahezu alleine besiegten. Doch Leipzig funktioniert als Team mit einer guten Mischung aus Erfahrung und dem wilden Charme der Jugend. Eine Mischung, die auch im Harz vorherrscht bzw. angestrebt wird, aber unter ganz anderen Voraussetzungen realisiert werden muss und entsprechend einen längeren Prozess benötigt. Ein Prozess, den jedoch auch die Sachsen aktuell durchmachen mussten. Denn verwöhnt von den letzten Spielzeiten waren die Abgänge im letzten Sommer derart erheblich, dass sich die Leipziger Fans mittlerweile daran gewöhnen müssen, dass man mit einem relativ jungen Team erst wachsen muss und sich entsprechend aktuell nur auf dem 10. Platz befindet.

Ein Problem, mit dem sich die Harzer Falken gerne rumschlagen würden. Doch Platz 10 ist satte 31 Punkte entfernt und auch der 11. Platz, der mittlerweile zur Teilnahme an den Pre-Playoffs berechtigen würde, ist derzeit auf 19 Punkte in die Ferne gerückt, da die Black Dragons aus Erfurt zuletzt einige Big Points gesammelt haben. Doch auch wenn das Unterfangen unmöglich erscheint, sieht Trainer Arno Lörsch die Situation ganz pragmatisch. Denn nicht nur die Neuzugänge Bobby Sokol und Wladislaw Baumgardt stimmen ihn zuversichtlich. Auch Tim Dreschmann sollte nun endlich ins Spielgeschehen eingreifen dürfen. Denn die Freigabe aus Kissingen liegt seit Dienstag vor und der Antrag auf Spielgenehmigung wurde sogleich beim DEB eingereicht, eine reine Formsache also.

Und so mischen sich die Karten für den Harzer Trainer ganz neu. „Es ist jetzt wichtig, dass die Fans sehen, dass wir diese Saison nicht aufgeben und alles geben werden. Definitiv werden wir noch einige Punkte sammeln und wenn es dann am Ende nicht reicht, weil auch Erfurt nicht jedes Spiel verlieren wird, haben wir die Zuschauer hoffentlich trotzdem für das Harzer Eishockey begeistern können.“ Denn schon jetzt laufen die Vorbereitungen für die neue Saison auf Hochtouren. Sukzessive werden die Spieler angesprochen, die man auch für die nächste Spielzeit halten möchte und ganz nebenbei hat Lörsch bereits Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt, die teilweise schon weit gediehen sind. All das ist aber auch davon abhängig, wie man diese Saison abschließt und ob man den noch immer guten Zuschauerschnitt halten bzw. vielleicht sogar ausbauen kann.
Hei
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