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Kohleausstieg wird skeptisch gesehen

Dienstag, 26. Februar 2019, 11:38 Uhr
Deutsche Wirtschaftsprofessoren hegen tiefe Skepsis gegenüber dem Kohle-Ausstieg. Nur 27 Prozent von ihnen glauben, dass durch den deutschen Ausstieg in Europa der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden kann, 42 Prozent der Befragten sagen, das sei nicht der Fall, wie aus dem ifo-Ökonomenpanel hervorgeht, das in Zusammenarbeit mit der FAZ entsteht...

Braunkohletagebau (Foto: DarkWorkX/pixabay.com)
Mit „teils-teils“ antworteten 24 Prozent. Niklas Potrafke, Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie, sagt: „Wenn sich an den Zertifikaten zur CO2-Emission in der EU nichts ändert, werden andere Länder vermutlich mehr ausstoßen.“ Nur eine Minderheit von 31 Prozent der Volkswirte ist der Meinung, Deutschland habe eine Vorreiterrolle beim globalen Klimaschutz. 50 Prozent verneinen das, der Rest ist unschlüssig. An der Umfrage beteiligten sich 143 Lehrstuhl-Inhaber.

Die Entschädigungen für die Strom-Erzeuger finden ein geteiltes Echo. 35 Prozent befürworten sie, 33 Prozent lehnen sie ab, 29 Prozent antworteten „teil-teils“. Höhere Strompreise erwartet eine Mehrheit. 19 Prozent sehen bis zu 10 Prozent höhere Preise, 28 Prozent bis zu 25 Prozent mehr, 15 Prozent 50 Prozent mehr und drei Prozent der Befragten rechnen sogar mit über 50 Prozent höheren Preisen.

Eine Mehrheit erwartet, dass vor allem Gaskraftwerke und Stromimporte aus dem europäischen Ausland die Kohle-Kraftwerke ersetzen werden. Nur eine Minderheit sieht einen starken Ausbau der erneuerbaren Energien. Die von der Kommission empfohlenen 40 Milliarden Euro Zahlungen an die Braunkohle-Reviere finden 47 Prozent zu hoch. Die richtige Höhe haben sie nur für 13 Prozent der Befragten.

Wie unzufrieden die Professoren mit dem Kohle-Ausstieg sind, zeigen die Kommentare: „Eine CO2-Bepreisung würde den Klimaschutz weitaus kostengünstiger herbeiführen“, schrieb Wolfgang Scherf von der Universität Gießen. „Die ökonomische Logik wird systematisch ignoriert“, kritisierte Alfons Weichenrieder von der Goethe-Universität Frankfurt. „Dadurch wird die Erreichung des Umweltziels viel teurer.“ Franz Peter Lang von der TU Braunschweig hingegen nannte den Kohle-Ausstieg aus Klima-Gründen unumgänglich.
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