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Meldung aus dem evang. Kirchenkreis

Slowenien – klein, aber fein!

Mittwoch, 03. April 2019, 20:16 Uhr
Zum Weltgebetstagsland 2019: An Bad Frankenhausen hatte man sich in der Kirchgemeinde mit dem Land beschäftigt, wie kn erfahren hat...

Menschen jenseits der 50 kennen noch Jugoslawien, jüngere haben sicher etwas von Slowenien gehört. Wer weiß schon, dass dieses Land etwa die gleiche Größe wie unser Nachbar Sachsen-Anhalt hat. Es gehört mit rund zwei Millionen Einwohnern seit 2004 zur EU und grenzt an Italien, Österreich, Ungarn und Kroatien. Welches kleine europäische Land kann auf so engsten Raum eine Vielfalt der Natur bieten: von 42 km Adriaküste bis zu abwechslungsreichen Alpen.

Slowenien – klein, aber fein! (Foto: Peter Zimmer) Slowenien – klein, aber fein! (Foto: Peter Zimmer)

Wintersportler kennen Planica und Pferdeliebhaber das Gestüt Lipica (von dort kommen die berühmten Lipizzaner der Wiener Hofreitschule). Schon zu Urzeiten besiedelt, war Slowenien vom 13. Jahrhundert bis 1918 Teil von Österreich-Ungarn. 60% der Einwohner sind katholisch, orthodox und islamisch je 2,5%, evangelisch 1%. Männer und Frauen sind gleichberechtigt; 65 % der Frauen sind erwerbstätig, mehr als 92% davon in Vollzeit. Nun könnte man denken, alles ist in Ordnung und worüber sollen das Weltgebetstags-Vorbereitungsteam und die teilnehmenden Länder des Weltgebetstages nachdenken.

Slowenien – klein, aber fein! (Foto: Peter Zimmer) Slowenien – klein, aber fein! (Foto: Peter Zimmer)

Ein Vorbereitungsteam hat sich mit dem Weltgebetstagsthema „Kommt, alles ist bereit! – Es ist noch Platz!“ beschäftigt. Grundlage ist eine Gleichniserzählung aus dem Lukasevangelium: Ein Mann läd zu einem Festmahl seine Freunde und Bekannten ein, aber zum Termin sagen alle kurzfristig unter fadenscheinigen Gründen ab. Der Mann holt nun Arme, Obdachlose, Behinderte, Ausgegrenzte von der Straße zum großen Festmahl…..

In Bad Frankenhausen begann es am Nachmittag mit einem Informationsteil über Land und Leute und dem Film „Slowenien – Reisen im Land der Sagen und Mythen“
Bei dem diesjährigen Thema „Kommt, alles ist bereit! – Es ist noch Platz!“ ist es ganz selbstverständlich, dass dann zu Tisch gebeten wurde. Für die Vorbereitung der Speisen war es diesmal leichter, die notwendigen Zutaten zu bekommen, ist doch die Küche Sloweniens von der österreichischen, italienischen und ungarischen Küche beeinflusst. Jeder konnte sich dann ein „3-Gänge-Menue“ aus Vorspeise, Hauptgericht und Dessert und Kuchen zusammenstellen.

Der anschließende Gottesdienst greift das diesjährige Thema auf; eine festliche Tafel ist der Mittelpunkt. 5 Frauen berichten über ihre Probleme: Marjeta, geboren 1945, ihr Leben ist durch das kommunistische Jugoslawien geprägt; Mojca, 34 Jahre alt, ist im demokratischen Slowenien aufgewachsen; Marija, 80-jährig, lebt auf dem Lande mit mehreren Generationen unter einem Dach; Ema, 40-jährig, verheiratet und Mutter von zwei Kindern; Natascha – eine verheiratete Zigeunerin mit zwei Kindern. Die Frauen sprechen Probleme an, die auch in vielen europäischen Ländern auftreten: Gleichberechtigung im Alltag, Gewalt gegen Frauen, Ausgrenzung von Minderheiten (z.B. Roma). Nicht Bitterkeit ist das Thema des Gottesdienstes, sondern die Bitte um Verständnis der Menschen untereinander.

Slowenien – klein, aber fein! (Foto: Peter Zimmer) Slowenien – klein, aber fein! (Foto: Peter Zimmer)

Mit den eingesammelten Spendengeldern wird in Slowenien die Arbeit der Anlaufstelle für Frauen gefördert, die von Menschelhandel betroffen sind. Außerdem wird in Kolumbien eine Menschenrechtsorganisation unterstützt, die sich um Familien kümmert, die im über 50-jährigen Bürgerkrieg Angehörige durch politische Willkür verloren haben.
Es ist ein besonderes Gefühl bei diesem Weltgebetstag, wenn man sich verinnerlicht, dass dieser Gottesdienst in mehr als 120 Staaten durch verschiedene Zeitzonen rund um den Globus insgesamt 24 Stunden gefeiert wird.

Text und Fotos: Peter Zimmer
Bad Fankenhausen
Autor: khh

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