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Sommer, Sonne, Sucht

Donnerstag, 25. Juli 2019, 19:21 Uhr
Nach den wohl heißesten Tagen im Jahr steht eines fest, es ist Sommer. Aber es lauern auch Gefahren, so die Meldung vom Diakonieverbund Kyffhäuser gGmbH...

Mit dem Sommer kommen auch die entspannten Grillabende bei Freunden und die Zeit, in der man sich auf ein Gläschen Wein oder ein Bier abends im Biergarten oder dem Balkon zusammenfindet. Auch Festivals und Open-Air-Konzerte dürfen da natürlich nicht fehlen. Doch dieses entspannte Sommerfeeling, dass uns so beschwingt in eine Urlaubsstimmung versetzt, bringt auch Tücken mit sich.

Wie schnell wird aus dem Grillabend unter der Woche ein Alkoholgelage? Und dann hat man auf dem Festival doch mal seine guten Manieren vergessen und sich hemmungslos betrunken. Auch der Konsum von illegalen Suchtmitteln steigt in den Sommermonaten deutlich an. Aufgrund einer erhöhten Geselligkeit und den bis in die späte Abendzeit hineinreichenden Sonnenstunden, entfernt man sich auch ein Stückweit von den alltäglichen Sorgen. So fällt es im Sommer besonders leicht, einmal mehr zum Cocktail oder einer Pille zu greifen. Denn auf diese Weise kann sich die gute Stimmung noch heben lassen. Und wer möchte schließlich nicht das leckere Urlaubsdinner mit dem guten Wein aus der Toskana ausklingen lassen?

Eng wird es an der Stelle für diejenigen, für die der Konsum von Genussmitteln bereits zur Sucht wurde. Trockene Alkoholoker*innen und abstinent lebende Abhängige haben es noch schwerer, nein zu sagen. Wenn Menschen sich entschlossen haben, keinen Alkohol oder Drogen (mehr) zu konsumieren, so sollt man dies akzeptieren und nicht permanent dazu ermutigen, doch noch zur Droge oder zur Flasche zu greifen. Immerhin gehört dazu eine große Portion Entschlossenheit und Mut, die unterstützt und wertgeschätzt werden muss.

Aber auch Menschen, die ihren Konsum normalerweise im Griff haben, unterschätzen die Wirkung der Substanzen bei etwaigen Hitzewellen und können hier schnell an ihre Grenzen kommen. Auf den Festivalgeländen sieht man Menschen, die sich eine Alkoholvergiftung zugezogen oder auch eine Bahn zu viel gezogen haben. Schnell entstehend besonders im Sommer Peinlichkeiten, von denen danach am liebsten niemand mehr sprechen möchte.

Stattdessen gibt es ein paar recht einfach einzuhaltende Faustregeln, wenn es um den Konsum von Alkohol geht: Zunächst sollte man ganz genau wissen, wie viel man verträgt. Damit sind keine maximalen Trinkmengen gemeint, sondern ein Zustand, in dem man die Kontrolle über sich und seinen Körper behält. Wenn man sich nicht mehr wehren kann, wird es gefährlich.

Im Schnitt liegt man damit bei 1 bis 3 Getränken pro Person, die man über einen längeren Zeitraum verteilt zu sich nehmen kann. Weiterhin zu beachten wäre, dass man nur etwas trinken sollte, wenn man es auch wirklich möchte und nicht, weil eben alle etwas trinken und man halt dazu gehören möchte. Manchmal ist ein „nein“ an der richtigen Stelle viel mehr wert, als sich dazu verleiten zu lassen und sich im Nachhinein zu schämen oder sich selbst nicht mehr wieder zu erkennen.

Am günstigsten ist es, wenn man zusätzlich nur dann etwas trinkt, wenn es sich um Anlässe und Feierlichkeiten handelt. Das alltägliche Feierabendbier ist jedoch nicht als Anlass zu werten. Ein weiterer Leitgedanke, den man immer im Hinterkopf behalten sollte ist, das Auto unter Alkoholeinfluss lieber stehenzulassen, als sich und andere zu gefährden.

Grundsätzlich gilt: Wer immer auf sich aufpasst, auf seine Mitmenschen achtet und seine eigenen Grenzen nicht missachtet, kann auch hin und wieder ein Glas Wein genießen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Bei Fragen rund um das Thema „Genussfähiger Konsum“ kann man jederzeit auf die Psychosoziale Beratungsstelle des Diakonieverbund Kyffhäuserkreis in Sondershausen oder Artern zugehen. Hier erhält man Unterstützung und Informationen bei Suchtkrankheit und Suchtgefährdung sowie Angebote für Angehörige und Selbsthilfe.
Autor: khh

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