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Meldung aus der Wirtschaftswelt

Deutlicher Anstieg der Krankheitstage im Kyffhäuserkreis

Freitag, 02. August 2019, 12:01 Uhr
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Kyffhäuserkreis waren vergangenes Jahr im Schnitt 23,6 Tage krankgeschrieben. Weitere Einzelheiten in dieser Meldung der BARMER...

Damit liegt der Kyffhäuserkreis deutlich über dem Thüringer Durchschnitt von 22,3 Tagen und noch deutlicher über dem Vorjahreswert von 21,9 Tagen. „Insbesondere Rückenprobleme, seelische Leiden und Atemwegserkrankungen sind die Hauptursachen für die hohe Anzahl an Krankheitstagen“, sagt Peter Behrschmidt, Regionalgeschäftsführer der BARMER im Kyffhäuserkreis, und bezieht sich auf Auswertungen im BARMER Gesundheitsreport 2019.

Demnach ist im Kyffhäuserkreis insbesondere die Zahl der psychisch bedingten Fehltage angestiegen, nämlich von 2,7 im Jahr 2017 auf 3,9 Tage im vergangenen Jahr. Bei den Atemwegserkrankungen ist die Anzahl der durchschnittlichen Fehltage leicht angestiegen von 3,3 auf 3,4 Tage. Mit Rückenproblemen waren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus dem Kyffhäuserkreis vergangenes Jahr im Schnitt 4,7 Tage krankgeschrieben.

Beim Blick auf die bundesweiten Zahlen zeigt sich ebenfalls, dass die Menschen im Kyffhäuserkreis, wie alle Menschen in Thüringen, häufiger krankgeschrieben sind als der Rest der Republik. Deutsche Arbeitnehmer sind voriges Jahr lediglich durchschnittlich 18,3 Tage krank gewesen. Im deutschlandweiten Vergleich aller Landkreise rangiert der Kyffhäuserkreis mit seinen durchschnittlich 23,6 Tagen gar auf Platz 13 von über 400. Den ersten Platz inne und damit die meisten Krankheitstage hat der Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Dort waren die Menschen vergangenes Jahr im Schnitt 25 Tage krankgeschrieben. Die wenigsten Krankheitstage, nämlich 12,6, wurden im bayerischen Lindau am Bodensee verzeichnet.

Deutlicher Anstieg der Krankheitstage  im Kyffhäuserkreis (Foto: BARMER) Deutlicher Anstieg der Krankheitstage im Kyffhäuserkreis (Foto: BARMER)

Das beigefügte Foto zeigt Peter Behrschmidt Regionalgeschäftsführer der BARMER Kyffhäuserkreis(Foto: Patrick Krug)

Wer mehr arbeitet, ist häufiger krank


Peter Behrschmidt zufolge müssen die Zahlen im Kontext betrachtet werden, damit kein falscher Eindruck erweckt wird. Auch 30 Jahre nach der Wende gibt es deutliche Unterschiede zwischen Ost und West, wie Zahlen der statistischen Landesämter belegen. Demnach arbeiteten die Menschen in Thüringen je Arbeitnehmer jährlich 75 Stunden länger als jene in den alten Bundesländern. Gute zwei Arbeitswochen mehr also. Denn die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von 40 Stunden bewältigen in den neuen Bundesländern rund 40 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. In den alten Bundesländern arbeiten lediglich rund 8 Prozent der Beschäftigten so lange, zeigen Auswertungen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen HansBöckler-Stiftung von 2017.

Demgegenüber steht, dass das jährliche Bruttogehalt in Thüringen rund 5.600 Euro unter dem bundesweiten Durchschnitt liegt. Als weitere Erklärung liegt nahe, dass in der Region kaum große Konzerne ansässig sind. „Dort und in öffentlichen Verwaltungen ist es üblich, dass Krankmeldungen erst ab dem dritten Fehltag eingereicht werden müssen“, gibt Peter Behrschmidt zu verstehen.

Gesundheitsaspekte im Wettbewerb um Fachkräfte


„All das und zudem der demografische Wandel verschärfen den Mangel und den Wettbewerb um Fachkräfte“, sagt der BARMER Regionalgeschäftsführer. Die Krankenkasse reagiert regionalspezifisch und setzt insbesondere auch auf die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen, um die Gesundheit von deren Beschäftigten zu fördern. Individuell zugeschnittene Angebote für das betriebliche Gesundheitsmanagement haben Peter Behrschmidt und sein Team parat.

„Gesunde, leistungsfähige und motivierte Mitarbeiter sind die Basis für wirtschaftlichen Erfolg. Die Unternehmen brauchen gesunde Mitarbeiter und das Problem fehlender Fachkräfte darf nicht durch krankheitsbedingten Ausfall noch verstärkt werden. Nie war es für Arbeitgeber in der Region wichtiger, mit Maßnahmen zur Stressprävention und Stärkung der psychischen Gesundheit ein gutes Arbeitsumfeld zu schaffen“, verdeutlicht der Regionalgeschäftsführer der BARMER.

Insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen, zu denen mehr als 90 Prozent aller Thüringer Arbeitgeber zählen, gibt es nur wenig Erfahrung mit dem Thema Gesundheit in der Arbeitswelt. Die BARMER hat deshalb das Netzwerk „Gesund arbeiten in Thüringen“ gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin (DGAUM) ins Leben gerufen; ein in Deutschland einmaliges Projekt. Über das Netzwerk sollen die positiven gesundheitlichen Effekte der betrieblichen Gesundheitsförderung auch in kleinen und mittelständischen Betrieben etabliert werden. Die Betriebe bleiben im Erfahrungsaustausch, Wissen und Kompetenzen lassen sich bündeln und im Miteinander wird das Thema Gesundheit vorangebracht. Interessierte Unternehmen können sich jederzeit an die BARMER in Nordhausen wenden.
Autor: khh

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