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Kommunalpolitiker äußern sich

CDU im Gespräch zum Thema Wald mit...

Dienstag, 24. September 2019, 00:28 Uhr
Ullrich Klüßendorf, Forstamtsleiter Sondershausen, zum Thema Trockenheit und Waldwildnis...

Die trockenen Bäume sind für alle schon von der Ferne sichtbar und ein Blick auf die bewaldeten Flächen hinterlässt einen erschreckenden Eindruck. Teils verheerende Zustände insbesondere bei Fichten, aber auch Buchen sind offensichtlich.
Der Wald produziert Sauerstoff, speichert CO2 und Wasser und ist damit wichtiger Bestandteil des Ökosystems.

Um sich einen genaueren Überblick über das Schadensbild zu verschaffen, trafen sich Stefan Schard, Landtagskandidat und Hauptamtsleiter der Stadt Sondershausen, sowie Joachim Kreyer, CDU-Vorsitzender Sondershausen, mit Forstamtsleiter Ullrich Klüßendorf vor Ort im Wald, um mehr über das Schadensausmaß und geeignete Möglichkeiten zur Wideraufforstung zu erfahren.

CDU im Gespräch zum Thema Wald mit... (Foto: CDU Sondershausen) CDU im Gespräch zum Thema Wald mit... (Foto: CDU Sondershausen)

Etwa 1/3 des Waldes in der hiesigen Region bestehe aus alten Eichen und Buchen. Diese sind zum Teil älter als 120 Jahre. Zwar haben die Eichen die Trockenheit besser verkraftet, jedoch ist zu erwarten, dass alle alten Buchen absterben werden. Die Fichte sei hier schon komplett „verschwunden“.

Über das siebenfache einer normalen Holzernte sei der Trockenheit schätzungsweise zum Opfer gefallen. Intakte Bäume werden daher auch nicht mehr geerntet. Tragisch sei die Lage auch für private Holzbesitzer, deren Einkünfte vom Holzbetrieb abhängen. Da sich der Holzmarkt in den nächsten Jahren ändern werde, sind auch Sägewerkunternehmen betroffen. Die betroffenen Bäume aus dem Wald zu holen sei nicht ganz einfach, wie der Forstamtleiter mitteilt. Aufgrund der erheblichen Gefahren seien an vielen Stellen Holzarbeiten einfach schon zu gefährlich.

Nachdenklich stimmt die Einschätzung von Herrn Klüßendorf, die er zum Abschluß des Gesprächs trifft. Etwa die Hälfte aller Buchenschäden in ganz Thüringen entfiele auf den Kyffhäuserkreis. Jedoch gäbe es auch Grund zur Hoffnung. Die Forstleute schrieben den Wald keinesfalls ab. In resistenteren Baumarten, wie etwa der Douglasie, wird zum Teil die Zukunft gesehen. Die Frage ist, ob die Baumschulen die Vielzahl der benötigten Setzlinge in angemessener Zeit liefern können und ob eine Aufforstung mit solchen Arten überhaupt seitens der Landesregierung genehmigt wird.

Im Nachgang des Gesprächs stellt sich die Frage, ob nicht beim Urwald am Possen ein Umdenken erforderlich ist. Das Ziel, 5 % der Waldfläche stillzulegen, wird ja im Kyffhäuserkreis massiv überschritten. Nach Einschätzung von Schard sind es hier über 10 % der Waldfläche. Generell stelle sich die Frage, weshalb der Buchenwald, der in seinem jetzigen Bestand erst „künstlich“ angelegt wurde, überhaupt als Urwald auserkoren wurde.

Die Trockenheit der letzen 2 Jahre führe dazu, dass nun wertvolles Holz in Massen vergammeln muss, CO2 durch diesen Prozess freigesetzt wird und wirtschaftliche Schäden von immenser Höhe eintreten, da aus dem „Urwaldgebiet“ kein Holz entnommen werden darf. Vernunft sieht nach Schard anders aus. Hier geht es um reine Ideologie.

Die Stadt Sondershausen wird den geplanten „Musikwanderweg“ auch nicht umsetzen können, da er durch das betroffene Gebiet führt. Da auch keine Pflegearbeiten vorgenommen werden, ist das Betreten des Waldes gefährlich. Ob sich die Waldbesucher, die Ruhe und Erholung suchen, davon abbringen lassen, bleibt abzuwarten. Sollte es im Sommer zu Waldbränden kommen, kann, nachdem die Wege zugewuchert sind, nicht mal die Feuerwehr vorrücken. Schard findet es bedauerlich, dass die Landesregierung auf diese Umstände nicht angemessen reagiert. „Im schlimmsten Fall züchten wir dort Brennnesseln, da Aufforstung ebenfalls verboten ist“ so Schard.

„Poltisch sollte man sein Handeln mehr an den tatsächlichen Umständen und Erfordernissen ausrichten, als einer unpassenden Ideologie nachzuhängen. Bei den Entscheidern in der Landeshauptstadt, für die nachhaltige Waldbewirtschaftung offenbar ein Fremdwort ist, scheinen offensichtliche Notwendigkeiten nicht zum Regierungshandeln zu gehören“, betont Schard.

CDU Sondershausen
Autor: khh

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