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Kommunalpolitiker äußern sich

"Schard aber herzlich"

Dienstag, 01. Oktober 2019, 06:30 Uhr
Seit ca. 2 Jahren erscheinen unter dem Titel "SCHARD ABER HERZLICH" regelmäßig Zeitungskolumnen zu aktuellen Ereignissen, Themen, gesellschaftlichen Fragen usw. von Stefan Schard. Auf vielfache Nachfrage der Leser veröffentlicht kn in der kommenden Zeit eine Auswahl der Texte der vergangenen Monate aus dieser beliebten Reihe. Heute Teil 9 mit dem Titel "Das ist doch alles nicht mehr normal…"...

Das ist doch alles nicht mehr normal…

Erwischt! Als kleiner Junge bin ich gerne als Indianer zum Fasching gegangen und hatte einen riesigen Spaß. Meine Tochter ist in den tollen Tagen mindestens genauso gerne Indianer, na und?
Nach den Diskussionen in der Faschingszeit um das Verbot des Indianerkostüms in einem Hamburger Kindergarten ist also zu befürchten, dass wir jetzt eine vollkommen respektlose und Minderheiten diskriminierende Familie sind.

So ein Quatsch! Stehen uns jetzt nur noch humorlose Zeiten bevor? Witze über das sog „Dritte Geschlecht“ und ein zugehöriges Klo – geht gar nicht. Witze über Doppelnamen – beinahe noch schlimmer. Das ist doch alles nicht mehr normal! Seit wann müssen Büttenreden oder Witze im Fasching politisch anständig sein?

"Schard aber herzlich" (Foto: Stefan Schard) "Schard aber herzlich" (Foto: Stefan Schard)

Es kommt aber noch schlimmer. Meinem Sohn habe ich sogar eine Plastepistole zu seinem Cowboykostüm und einen Säbel zu seinem Piratenkostüm gekauft. Und nun? Wahrscheinlich sind wir jetzt in den Augen der veganen antiautoritären Pseudopazifisten auch noch gewaltverherrlichende Kriegstreiber.

Wenn es nicht so ernst wäre, wäre die ganze Aufregung eigentlich zum schlapplachen. Ich möchte, dass Fasching gerade für die Kinder aber auch für uns alle weiter ein verrücktes Kostümfest mit viel Spaß und Freude ist und nicht neuerdings auch noch einen politisch korrekten Sinn ergeben muss. Es wäre wirklich furchtbar, wenn nach den Vorstellungen eines Familienministeriums diese Tage auch noch „gendergerecht“ ablaufen und Demokratie lehren sollen. Lasst bitte die „Kirche mal im Dorf“.

Unsere Kinder sollen vollkommen unvorbelastet ihren Spaß haben. Außerdem regt das alles die Phantasie und die Kreativität der Kinder an und das Hineinschlüpfen in eine andere Rolle macht ihnen außerdem viel Freude. Dieses neudeutsche Geschwafel und der Irrsinn von „geschlechtsstereotypen Verkleidungen“ oder „diskriminierungsfreien Kostümalternativen“ ist für normale Leute ja kaum auszuhalten. Ich sehe jedenfalls nicht ein, meinen Kindern Fasching zu vermiesen und Kostüme zu verbieten, nur weil einige selbsternannte „Sittenwächter“ meinen, selbst im Fasching auf jeglichen Humor verzichten zu müssen.

Bevor wieder mal so ein paar Weltverbesserer ohne ernste Probleme in Ihrem Umerziehungswahn versuchen, mit ihrem Reglementierungsquatsch die Welt zu verändern – Bitte Hirn einschalten!
Autor: khh

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