Kulturszene aktuell
Abschlusskonzerte des Landesjugendchors
Dienstag, 29. Oktober 2019, 14:32 Uhr
Für ein friedliches Miteinander ist das Konzert überschrieben. Mit der universalen Sprache und der emotionalen Kraft der Musik möchten wir zu einem respektvollen Umgang mit allen Menschen, zur Toleranz und Weltoffenheit einladen. Dieses Chor- und Orgelkonzert am 2. November soll dazu mit beitragen....
Sie sind herzlich eingeladen zu den diesjährigen Abschlusskonzerten des Landesjugendchores am Samstag, 2. November um 19.30 Uhr in Heiligenstadt, St. Marienkirche und am Sonntag, 3. November um 16.00 Uhr in der Stadtkirche St. Georg Schmalkalden.
Die Kirchen sind seit jeher ein Ort des Dialoges und der Zuflucht, der vielen Andersdenkenden und ausländischen Mitbürger*innen in schwierigen Zeiten einen schützenden Raum bietet. Aus Sorge über die derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen möchten wir - der Landesjugendchor Thüringen, die Evangelische und Katholische Kirche, zusammen mit allen ehrenamtlich im sozialen Bereich Tätigen - daran erinnern, welcher Segen von diesem Dialog und vom aufeinander Hören ausgeht. Nur ein respektvoller Umgang miteinander ermöglicht eine lebenswerte Gesellschaft, in der jeder angstfrei leben kann.
Im Mittelpunkt der zwei Konzerte, mit der der Landesjugendchor Thüringen erneut ein kleines Fenster in die wunderbare Vielfalt der Chormusik öffnet, steht die Messe für zwei vierstimmige Chöre von Frank Martin – ein herausforderndes Werk sowohl für die Sänger*innen als auch das Publikum gleichermassen.
Diese Messe, komponiert in den Jahren 1922-1926, war 40 Jahre unentdeckt geblieben. Martin selbst wollte seine Messe nicht von sich aus veröffentlichen. Er bezeichnete sie später als eine Angelegenheit zwischen Gott und mir, so der Komponist – ohne äußeren Anlass oder Auftrag geschrieben. Frank Martin, der calvinistische Pfarrersohn aus Genf, suchte damals einfach eine Möglichkeit, seine Religiosität in Musik zu fassen und fand in der römisch-katholischen Messe den geeigneten Text für sein Anliegen.
Ein zweiter Höhepunkt sind die dem Landesjugendchor gewidmeten drei ausgewählten Klavierliedern von Clara Schumann in der Transkription von Clytus Gottwald.
Der Doyen der zeitgenössischen Chormusik – Clytus Gottwald - hat drei Klavierlieder von Clara Schumann ausgewählt und sie für sechsstimmigen Chor A-Cappella transkribiert. Diese drei Bearbeitungen sind eine Hommage an Clara Schumanns zu ihrem 200. Geburtstag und dem Landesjugendchor Thüringen als Initiator gewidmet.
Für die zeitgenössische A-Cappella-Musik ist der 1925 geborene Chordirigent, Komponist, Musik-wissenschaftler und Theologe Clytus Gottwald von wesentlicher Bedeutung. Er studierte Gesang, Chorleitung (bei Kurt Thomas), desweiteren Evangelische Theologie, Soziologie und Musikwissenschaft in Tübingen und Frankfurt.
1960 gründete er die Schola Cantorum, ein Ensemble von 18 Berufssänger*innen, mit denen er das Ziel verfolgte, die Kompatibilität von Neuer Musik und Chormusik wieder herzustellen. Das Ensemble brachte mehr als 80 Werke zur Ur- und Erstaufführungen bis zu seiner Auflösung 1990.
Mehr als 20 Jahre – bis 1988 - war Gottwald Redakteur für Neue Musik beim heutigen SWR in Stuttgart, zudem behielt er seine internationale Tätigkeit als Chordirigent währenddessen bei.
Die anspruchsvollen Transkriptionen für Chor A-Cappella von Clytus Gottwald werden von allen großen Chören begeistert aufgenommen und weltweit mit großem Erfolg aufgeführt. In seinen Transkriptionen von Orchesterwerken und vor allem Klavierliedern überträgt er vokale Satztechniken der Neuen Musik auf traditionelle Kompositionen, wobei er die Strukturen der Werke in äußerst differenziertem Klang ohrenfällig macht.
Dieses Chorkonzert wird durch Orgelmusik von Johannes Brahms und Olivier Messiaen ergänzt, gespielt von dem Organisten an der Stadtkirche St. Georg in Schmalkalden, Andreas Conrad.
Landesjugendchor Thüringen | Nikolaus Müller
Bekannte Chormusik neu zu entdecken und weitgehend unentdeckte Werke bekannt zu machen, ist ein Motto, dem sich der 2013 wiedergegründete Chor verschrieben hat. Die jungen Sänger*innen treffen sich im Jahr fünf Mal zu mehrtägigen Probenphasen an verschiedenen Orten Thüringens, um gemeinsam anspruchsvolle Werke zu erarbeiten. Die musikalische Arbeit wird durch erfahrene Stimmbildner wie Anja Pöche (Calmus Ensemble Leipzig), Kathleen Ziegner (Stadtsingechor Halle), Tabea Nolte (Freiburg), Franziska Faust (Opernhaus Halle), Claudia Zohm (Jena Kunst- und Musikschule), Stefan Puppe (Knabenchor Jena) und Stephan Heinemann (Thomanerchor Leipzig) unterstützt. Der Schwerpunkt des Repertoires liegt in der geistlichen wie weltlichen A-Cappella-Musik und reicht von Vertonungen des 16. Jahrhunderts bis zu Kompositionen der Gegenwart und Uraufführungen. Herr Nikolaus hat die Wiedergründung des Landesjugendchores Thüringen im Jahr 2013 initiiert. Für den Landesmusikrat Thüringen und die Landesmusikakademie Sondershausen ist Nikolaus Müller als Dirigent, Dozent und Juror tätig.
Der Eintritt ist frei – es wird am Ausgang um eine Spende für die Nachwuchsarbeit des Landesjugendchores gebeten.
Autor: khhSie sind herzlich eingeladen zu den diesjährigen Abschlusskonzerten des Landesjugendchores am Samstag, 2. November um 19.30 Uhr in Heiligenstadt, St. Marienkirche und am Sonntag, 3. November um 16.00 Uhr in der Stadtkirche St. Georg Schmalkalden.
Die Kirchen sind seit jeher ein Ort des Dialoges und der Zuflucht, der vielen Andersdenkenden und ausländischen Mitbürger*innen in schwierigen Zeiten einen schützenden Raum bietet. Aus Sorge über die derzeitigen gesellschaftlichen Entwicklungen möchten wir - der Landesjugendchor Thüringen, die Evangelische und Katholische Kirche, zusammen mit allen ehrenamtlich im sozialen Bereich Tätigen - daran erinnern, welcher Segen von diesem Dialog und vom aufeinander Hören ausgeht. Nur ein respektvoller Umgang miteinander ermöglicht eine lebenswerte Gesellschaft, in der jeder angstfrei leben kann.
Im Mittelpunkt der zwei Konzerte, mit der der Landesjugendchor Thüringen erneut ein kleines Fenster in die wunderbare Vielfalt der Chormusik öffnet, steht die Messe für zwei vierstimmige Chöre von Frank Martin – ein herausforderndes Werk sowohl für die Sänger*innen als auch das Publikum gleichermassen.
Diese Messe, komponiert in den Jahren 1922-1926, war 40 Jahre unentdeckt geblieben. Martin selbst wollte seine Messe nicht von sich aus veröffentlichen. Er bezeichnete sie später als eine Angelegenheit zwischen Gott und mir, so der Komponist – ohne äußeren Anlass oder Auftrag geschrieben. Frank Martin, der calvinistische Pfarrersohn aus Genf, suchte damals einfach eine Möglichkeit, seine Religiosität in Musik zu fassen und fand in der römisch-katholischen Messe den geeigneten Text für sein Anliegen.
Ein zweiter Höhepunkt sind die dem Landesjugendchor gewidmeten drei ausgewählten Klavierliedern von Clara Schumann in der Transkription von Clytus Gottwald.
Der Doyen der zeitgenössischen Chormusik – Clytus Gottwald - hat drei Klavierlieder von Clara Schumann ausgewählt und sie für sechsstimmigen Chor A-Cappella transkribiert. Diese drei Bearbeitungen sind eine Hommage an Clara Schumanns zu ihrem 200. Geburtstag und dem Landesjugendchor Thüringen als Initiator gewidmet.
Für die zeitgenössische A-Cappella-Musik ist der 1925 geborene Chordirigent, Komponist, Musik-wissenschaftler und Theologe Clytus Gottwald von wesentlicher Bedeutung. Er studierte Gesang, Chorleitung (bei Kurt Thomas), desweiteren Evangelische Theologie, Soziologie und Musikwissenschaft in Tübingen und Frankfurt.
1960 gründete er die Schola Cantorum, ein Ensemble von 18 Berufssänger*innen, mit denen er das Ziel verfolgte, die Kompatibilität von Neuer Musik und Chormusik wieder herzustellen. Das Ensemble brachte mehr als 80 Werke zur Ur- und Erstaufführungen bis zu seiner Auflösung 1990.
Mehr als 20 Jahre – bis 1988 - war Gottwald Redakteur für Neue Musik beim heutigen SWR in Stuttgart, zudem behielt er seine internationale Tätigkeit als Chordirigent währenddessen bei.
Die anspruchsvollen Transkriptionen für Chor A-Cappella von Clytus Gottwald werden von allen großen Chören begeistert aufgenommen und weltweit mit großem Erfolg aufgeführt. In seinen Transkriptionen von Orchesterwerken und vor allem Klavierliedern überträgt er vokale Satztechniken der Neuen Musik auf traditionelle Kompositionen, wobei er die Strukturen der Werke in äußerst differenziertem Klang ohrenfällig macht.
Dieses Chorkonzert wird durch Orgelmusik von Johannes Brahms und Olivier Messiaen ergänzt, gespielt von dem Organisten an der Stadtkirche St. Georg in Schmalkalden, Andreas Conrad.
Landesjugendchor Thüringen | Nikolaus Müller
Bekannte Chormusik neu zu entdecken und weitgehend unentdeckte Werke bekannt zu machen, ist ein Motto, dem sich der 2013 wiedergegründete Chor verschrieben hat. Die jungen Sänger*innen treffen sich im Jahr fünf Mal zu mehrtägigen Probenphasen an verschiedenen Orten Thüringens, um gemeinsam anspruchsvolle Werke zu erarbeiten. Die musikalische Arbeit wird durch erfahrene Stimmbildner wie Anja Pöche (Calmus Ensemble Leipzig), Kathleen Ziegner (Stadtsingechor Halle), Tabea Nolte (Freiburg), Franziska Faust (Opernhaus Halle), Claudia Zohm (Jena Kunst- und Musikschule), Stefan Puppe (Knabenchor Jena) und Stephan Heinemann (Thomanerchor Leipzig) unterstützt. Der Schwerpunkt des Repertoires liegt in der geistlichen wie weltlichen A-Cappella-Musik und reicht von Vertonungen des 16. Jahrhunderts bis zu Kompositionen der Gegenwart und Uraufführungen. Herr Nikolaus hat die Wiedergründung des Landesjugendchores Thüringen im Jahr 2013 initiiert. Für den Landesmusikrat Thüringen und die Landesmusikakademie Sondershausen ist Nikolaus Müller als Dirigent, Dozent und Juror tätig.
Der Eintritt ist frei – es wird am Ausgang um eine Spende für die Nachwuchsarbeit des Landesjugendchores gebeten.



