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Kommunalpolitiker äußern sich

Offener Brief an die Mitglieder des Kreistages

Mittwoch, 27. November 2019, 15:40 Uhr
Die Bürgerinitiative Kyffhäuserland zum Erhalt des Schulstandortes in Rottleben wendet sich in einem offenen Brief an die Kreistagsmitglieder des Kyffhäuserkreises. Hier der Wortlaut. Upate..


Sehr geehrte Damen und Herren unseres Kreistages, sehr geehrte Frau Landrätin,

wir möchten uns zu der anstehenden Entscheidung zum Schulstandort in Kyffhäuserland an Sie wenden. In der Anlage dazu ein offener Brief zu den Standorten für einen Schulneubau in Kyffhäuserland.

Zum jetzt dritten Standort am Sportplatz in Rottleben ist noch folgendes anzumerken:

Das Grundstück am Sportplatz in Rottleben stand auch bei den verantwortlichen im Landkreis ganz oben auf der Prioritätenliste. Leider hat sich der Bürgermeister der Gemeinde Kyffhäuserland nicht um eine Einigung mit dem Sportverein bemüht.

Das hat letztendlich der Ortsteilbürgermeister von Rottleben Mario Merten übernommen und einen Kompromiss für beide Seiten verhandelt.

Zu Beginn der Debatte war vom Bürgermeister noch zu hören, ihm ist egal wo die Schule neu gebaut wird, Hauptsache in Kyffhäuserland. Aus unserer Sicht stand für Kyffhäuserland - Bürgermeister ab Beginn der Debatte nur eine Richtung und favorisierter Standort fest, natürlich der Neubau in Bendeleben (er wohnt ja auch da).


Von dem Standort am Sportplatz in Rottleben, ist nun auch das gesamte Schulkollegium um die Schulleiterin Frau Schönberg begeistert und einverstanden und sprechen sich für diesen Standort aus.
Er bietet, auch aus pädagogischer Sichtweise, ganz einfach die besten Bedingungen für die Schüler, und in Zukunft, mit einem Schul- Sport- und Freizeitzentrum.

Auch zu erwähnen ist die Entscheidung der Schulkonferenz, die ja unentschieden ausgefallen ist und da stand das jetzige Grundstück am Sportplatz noch nicht mit zur Debatte.

Hätte dieser Standort, auch bei einer Abstimmung im Gemeinderat mit zur Auswahl gestanden, wäre die Standortentscheidung vermutlich auch anders ausgefallen.

Wir hoffen bis zum Schluss, dass es eine vernünftige und keine politische Entscheidung zum neuen Schulstandort für Kyffhäuserland gibt.

Am wichtigsten jedoch ist, das unsere Schulkinder in Zukunft die besten Lernbedingungen haben!

Freundlich grüßt Sie

Bürgerinitiative Kyffhäuserland zum Erhalt des Schulstandortes in Rottleben

Update

Sehr geehrte Damen und Herren des Kreistages,

wir sind eine Initiative interessierter Bürger aus dem Ortsteil Rottleben der Gemeinde Kyffhäuserland und möchten uns mit der Bitte um Unterstützung unseres Anliegens an Sie wenden.

Rottleben soll einen Schulneubau erhalten, so wurde es der Schulleitung der Kyffhäuserland Grundschule 2017 von der Landrätin mitgeteilt. Ziel war es, unter dem Konzept „Gebundene Ganztagsschule“, einen Schulneubau zu errichten, in dem die Kinder des Kyffhäuserlandes sowie Kinder interessierter Eltern aus Bad Frankenhausen oder der näheren Umgebung lernen können.

Zu diesem Zeitpunkt war unser Ortsteilbürgermeister Mario Merten nicht in die Planung eingebunden. Ein konkreter Bauplatz war ebenso noch nicht im Gespräch.
Erst viel später wurde bekannt, dass auch Bendeleben ein eventueller neuer Schulstandort sein könnte.

In näherer Zukunft wurden dann zwei Grundstücke gefunden. Ein Grundstück in Rottleben und eins in Bendeleben, welche jeweils mit ihren entsprechenden Vor- oder auch Nachteilen zur Wahl standen.
Im Anhang finden Sie die Schulstandortstudien der Architekten zu diesen Grundstücken.

Ein weiteres Grundstück in Rottleben wurde vom Rottlebener Ortsteilbürgermeister
Mario Merten vorgeschlagen. Dieses befindet sich auf dem derzeitigen Freizeitplatz neben dem Sportplatz.
Nach einer ersten Besichtigung mit dem Fachbereichsleiter Herrn Stietzel wurden die verschiedenen Vorzüge dieses Baugrundstückes erkannt. Dieser neue Aspekt eines Schul-, Sport-und Freizeitplatzes fand zunächst sehr positive Resonanz.
Auch wenn man eine Vegetationsperiode abwarten müsste, wäre es im Anschluss kein Problem das Grundstück für dieses Bauvorhaben zu nutzen.

Der Freizeitplatz mit Sportplatz bietet in der Gesamtheit betrachtet alles, um den Schülerinnen und Schülern einen abwechslungsreichen, ausgefüllten Schultag in einer Ganztagsschule zu ermöglichen.
Kurze Wege zu entsprechenden Unterrichtsaktivitäten oder AG-Beschäftigungen würden unseren Kindern sehr entgegenkommen.

In den vergangenen Wochen fanden entsprechende Versammlungen zum Thema Schulstandort statt, welche in der Abstimmung des Gemeinderates gegen Rottleben als zukünftigen Schulstandort ausgingen.
Unterschriftensammlungen in den Ortsteilen fanden keine Berücksichtigung. Die Meinung der Bewohner von Kyffhäuserland wurde außer Acht gelassen.

Da wir als Rottlebener Bürger diese Entscheidung nicht akzeptieren können, möchten wir Ihnen hiermit die Argumente aufzeigen, die unserer Meinung nach deutlich für einen Schulneubau im Ortsteil Rottleben sprechen.


- Der Schulstandort Rottleben hat eine fast 110jährige Tradition. Wir verfügen über eine Vielzahl gewachsener Strukturen, die in der Gestaltung des Schulalltags mit einfließen, z.B. die Zusammenarbeit mit der Naturparkverwaltung, die in regelmäßigen Unterrichtseinheiten die Schüler der 4. Klasse zu Junior-Rangern ausbilden sowie die Arbeitsgemeinschaft
„Junge Naturforscher“ durchführen.
Das Konzept Ganztagsschule steckt schon in den Anfängen und wird im laufenden Schulalltag praktiziert.

- Das Fußballtraining unserer Kinder erfolgt in der Regie der Spielergemeinschaft Rottleben–Göllingen–Steinthaleben.

- Da Rottleben enge Beziehungen zu ihrer Pateneinheit von der Bundeswehr pflegt, profitieren unsere Kinder bei Projekten von der Zusammenarbeit. So halfen die Soldatinnen und Soldaten z. B. bei der Einrichtung des grünen Klassenzimmers.

- Die Barbarossahöhle in unmittelbarer Nähe bietet Möglichkeiten, im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts geologische und geschichtliche Aspekte fundiert zu vermitteln.

- Auch zum Höhlentheater pflegen wir enge Beziehungen. So kommt es häufig vor, dass Kinder unserer Schule Rollen in den Theaterstücken übernehmen und natürlich ist es einfach fußläufig Theaterveranstaltungen in der Barbarossahöhle zu besuchen.

Wir finden es inakzeptabel, dass bei der Planung des Neubaus Folgekosten, wie
z. B. Kosten für den Schülertransport außer Acht gelassen werden. Zwei Linien der öffentlichen Verkehrsbetriebe können die Kinder auf direktem Weg transportieren.
Die Abdeckung des Schwimmunterrichtes in Klasse 3 erfolgt problemlos.

Laut Grundstücksbeschreibung weist das erste Rottlebener Grundstück eine fast 300 qm größere Fläche auf als Bendeleben. Das zweite Rottlebener Grundstück, mit angrenzendem Sportplatz bietet insgesamt einen 20.000 qm großen Platz für Bewegung und sportliche Betätigung. Es würden keine Abriss- und Erschließungskosten anfallen. Die vorhandene Bushaltestelle sowie einrichtbare Parkplätze sind aus unserer Sicht eine weiterer Vorteil.

Rottleben verfügt über eine Kindertagesstätte, mit welcher die Grundschule seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet.
Erfahrungen von anderen Schulstandorten haben gezeigt, dass eine unmittelbare Nachbarschaft von Grundschule und Kita, wie in Bendeleben geplant, nicht unbedingt förderlich ist. Ruhezeiten der Kita überschneiden sich mit den Pausenzeiten der Schule und Spielzeiten der Kita-Kinder stören mitunter den Unterricht.

Mit dem Erhalt des Schulstandortes Rottleben hoffen wir, die Heimatverbundenheit der Kinder zu stärken und dem demografischen Wandel positive Tendenzen zu setzen.

Wir, die Familien der Kinder aus dem Kyffhäuserland wünschen uns eine Entscheidung im Sinne unserer Kinder, für unsere Kinder!

Auf Anfragen von Bürgern in den einzelnen Ortsteilen sowie einer Umfrage in den sozialen Netzwerken wird ein Bürgerbegehren gegen den Gemeinderatsbeschluss angestrebt, welches hoffentlich zu einem demokratisch entstandenen Ergebnis führt.




Autor: khh

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