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Fernwärme-Havarie

Schaden schnell behoben

Sonnabend, 20. Februar 2021, 07:00 Uhr
Am 10. Februar rief die Thüringer Stadt Jena aufgrund eines besonderen Vorfalls den Notstand aus. Eine Havarie bzw. eine Betriebsstörung einer Leitung des Kraftwerks Winzerla sorgte für einen maßgeblichen Einschnitt in den Haushalten vieler Bewohner der Stadt...

Rohre (Symbolbild) (Foto: Unsplash / Mykyta Martynenko)
Aufgrund des Einschnittes in die Wasserversorgung von etwa 15.000 Bürgern bzw. 6.500 Haushalten war nicht nur das Nutzen von wasserbetriebenen Haushaltsgeräten wie Teppichreinigern, Waschmaschinen oder Geschirrspülern sowie auch die sonstige Nutzung von Warmwasser kaum möglich. Ein noch größeres Problem stellte dabei die ausgefallene Heizversorgung angesichts der besonders niedrigen Temperaturen dar. Die Stadtregierung forderte aufgrund dessen die Bürger auf, Fenster und Türen möglichst lange geschlossen zu halten: so sollte das Auskühlen der Wohnungen möglichst hinausgezögert werden. Oberbürgermeister Nitzsche forderte außerdem die weiteren Bürger auf, Betroffene wenn möglich aufzunehmen.

Als Mittwochabend der Katastrophenfall ausgerufen wurde, ging damit auch die Einrichtung eines Krisenstabs sowie einer Hilfe-Hotline einher. Über jene Telefonnummer sollte die Bereitstellung von notgedrungenen Unterkünften in Schulen oder Hotels der Umgebung ermöglicht werden. Dafür notwendige Schlafplätze wurden von der Feuerwehr der Stadt aufbereitet. Für soziale Einrichtungen und Pflegeheime, welche teils auch von der Havarie betroffen waren, organisierte die Stadt Generatoren und mobile Geräte zum Heizen. Aufgrund der speziellen Situation wurde auch für jene Personen, die bei Freunden oder Verwandten untergekommen waren, die durch Corona bedingten Kontaktbeschränkungen zwischenzeitlich aufgehoben.

Um eine möglichst breite Vorsorge treffen zu können, sprachen die Stadtwerke eine zusätzliche Warnung aus. Jene Personen, die ihren Wohnsitz bzw. Aufenthalt westlich der Naumburger Straße, speziell in den Gebieten Zwätzen bis Jena Nord, besitzen, sollten sich ggf. auch auf deutlich weniger Wasser und Heizwärme einstellen. In jener Region war das Heiznetz nach eigenen Angaben noch funktionsfähig - allerdings stand hier laut Angaben der Stadtwerke nur Restwärme bzw. Wärme aus einer Biogasanlage in Zwätzen verfügbar. Ein Nachschub an Wärme aus dem Kraftwerk in Winzerla konnte auch in diesem Fall nicht in Anspruch genommen werden.

Zu Beginn des Schadensfalls war am Mittwochmorgen aus dem unterirdisch gelegenen Fernwärmebauwerk an der Ecke Altenburger und Naumburger Straße eine Dampfwolke mit hohen Temperaturen ausgetreten. Von jenem Mittwochvormittag betraf das Problem daher vorrangig etwa 500 Haushalte, die sich zwischen den Adressen Emil-Höllein-Platz und Stifterstraße befanden.

Um den Schaden beheben zu können, wurden notwendige Reparaturen praktisch unmittelbar eingeleitet. Bereits kurz nach Mitternacht Ortszeit waren die Arbeiten praktisch abgeschlossen. Die Leitung, welche ein Leck aufwies und deshalb in mehreren Haushalten gravierende Schäden verursachte, konnte erfolgreich geortet werden. Aufgrund tatkräftiger Arbeit gelang es schließlich über Nacht, die betroffene Stelle in erforderlichem Ausmaß zu flicken.

Anschließend wurden mehrere Drucktests durchgeführt und stufenweise die Temperatur erhöht - da sich diese Maßnahmen als erfolgreich herausstellten, konnte der Betrieb schrittweise ab etwa 3 Uhr früh wieder aufgenommen werden. Um knapp 5 Uhr wies die Fernwärmeleitung wieder 118 Grad Betriebstemperatur auf und der Katastrophenfall galt als beendet. “Als Ursache für die Havarie wurde ein Riss in der Schweißnaht festgestellt”, wird ein Sprecher der Stadtwerke Jena zitiert.

Quelle: red

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