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Open Air Theater oder Konzert in Corona-Zeiten?

Samstag, 20. Juni 2020, 12:07 Uhr
So einfach ist das nicht, wie das sich so mancher denkt. Die Stadträte der Stadt Sondershausen erhielten am Donnerstag die Informationen aus erster Hand...

Viel Kritik gab es in den letzten Tagen in Richtung Intendant und Geschäftsführer Daniel Klajner vom Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH, weil die Schlossfestspiele in Sondershausen ausfallen werden und eine Ersatzvariante am Schloss Heringen gefunden wurden.

Im Kreistag und auch noch in der Stadtratssitzung wurde der Unmut darüber geäußert. Und auch Bürger machten die tollsten Vorschläge, wo man nicht überall spielen sollte. Gegen Ende der Stadtratssitzung hatte im Punkt Sonstiges Daniel Klajner die Gelegenheit bekommen, die Schwierigkeiten von Open Air Veranstaltungen in Corona-Zeiten zu organisieren.

Es gilt ja nicht nur die Abstandsregeln beim Publikum und den Musikern zu beachten. Mindestens sechs Meter muss ein Sänger von seinem Publikum entfernt stehen. Bei einer Veranstaltung auf dem Markt von Sondershausen mit seiner nutzbaren Größe von rund 500 Quadratmeter würde man für die Aufführung allein 400 Quadratmeter brauchen und fürs Publikum blieben noch 100 Quadratmeter.
Und wo soll das Einspielen des Orchesters erfolgen? Nach Coronaregeln muss ein Bläser sechs Meter Abstand zu seinem sich auch einspielenden Kollegen halten!

Wenn man dann vor 50 zahlenden Besuchern spielen sollte, so Klajner, würden die Kosten für eine Karte ins immense steigen und auch eine Wirtschaftlichkeit würde nicht annähernd erreicht werden.

Und so ging Klajner dann die verschiedenen angebotenen Varianten durch. Den Schlosshof als Spielstätte hatte die Stiftung wegen der Bauarbeiten ausgeschlossen.
Auch Lustgarten und Theaterwiese mit den unbefestigten Rasenflächen seien zum Aufstellen von Sitzgarnituren und geeignet. Eine Zuschauertribüne aufbauen, bei der man wegen der Abstandsregeln kaum Besucher platzieren kann, wäre völlig ausgeschlossen und ebenfalls total unwirtschaftlich.

Und so schloss Klajner nach und nach die verschiedenen Spielstätten in Sondershausen aus (z.B. Possenwiese). Aber auch einige Industriebrache wurden ins Spiel gebracht (fester Untergrund), bei denen es aber Probleme mit der Logistik gäbe, wie Garderoben, Elektrik und mehr.

Eine Besonderheit stelle eben einfach Schloss Heringen dar, so Klajner, weil es hier nicht nur viele Räumlichkeiten gäbe, sondern der Schlosshof mit 3.200 Quadratmeter befestigter Fläche einfach gute Möglichkeiten gäbe, genügend Besucherplätze zu schaffen (bei Einhaltung von Abstandsregeln) um wenigstens eine gewisse Wirtschaftlichkeit zu erlangen.

Mit seinen umfangreichen Ausführungen konnte offensichtlich Klajner die Stadträte von den Schwierigkeiten überzeugen, dass es in Sondershausen unter Corona-Bedingungen eben kein so ein Event organisiert werden kann, wie es in Heringen geplant ist, denn mit starkem Klopfen signalisierte man Zustimmung.
Autor: khh

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