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Beim Abbau von Bänken in der Stadt Sondershausen...
Freitag, 17. Juli 2020, 14:11 Uhr
... nicht an Senioren und Menschen mit Einschränkungen gedacht? Ein für Sondershausen engagierter Bürger kommentiert das so und hat auch Vorschläge...
Sicher ist es unschön, wenn sich bestimmte Personengruppen auf den Bänken ansammeln und auch auffällig werden. Nun sind die Bänke vor der alten Buchhandlung weg, keine Bänke in der Galerie am Schlossberg mehr, weder vor Rewe, noch im gegenüberliegenden Teil und auf der oberen Galerie sicher auch nicht mehr. Derzeit kann man sich dann erst wieder vor Café Pille etwas hinsetzen. Den Weg bis hinunter bis ins Wippertor musste ich mir heute aus gesundheitlichen Gründen ersparen, kann derzeit trotz Stock nicht so lange laufen und stehen. Also kann ich nicht sagen, ob es in der Wetzel Straße dann auch überhaupt noch Bänke gibt.
Dabei bin ich sicher nicht der einzige Sondershäuser der in seiner Mobilität eingeschränkt oder behindert ist. Bereits vor mehreren Jahren habe ich zusammen mit unserer Senioren-Ortsgruppe vom WB 4 der VS, der Stadtratsfraktion der VS in Sondershausen und auch über den Seniorenbeirat der Stadt Sondershausen, dem auch unsere OG-Vorsitzende Christa Groß angehört dafür gekämpft, dass es für die mobilitätseingeschränkte oder ältere Generation wieder (mehr) Sitzmöglichkeiten geben sollte.
Auch der älteren Generation oder körperlich eingeschränkten Personen ist es wichtig möglichst eine uneingeschränkte Teilhabe am Leben haben zu können. Das gilt insbesondere auch für den innerstädtischen Bereich vom Wippertor bis Galerie, Markt bis Parkbereich. Kann man aber aus bestimmten Gründen keine längeren Wegstrecken mehr an einem Stück laufen oder braucht auch so mal eine Pause zum Hinsetzen und ausruhen, dann wird das in Sondershausen offenbar immer schwieriger.
Will man in den schon erwähnten Achsenrichtungen Kunden- und Besucherströme lenken, erhalten, gewinnen und so auch die innerstädtische Kaufkraft abschöpfen, dann gehören auch solche Ausruh- und Verweilmöglichkeiten dazu. Übrigens: Ein sicher nicht unerheblicher Großteil der Kaufkraft wird auch durch unsere ältere Generation und andere eingeschränkte Personen erbracht, auch das sollte man nicht außer Acht lassen.
Eigentlich sollte es ja für die Wieder-Belebung der Innenstadt Konzepte geben? Dazu gehört aber meiner Ansicht nach nicht nur das Anbieten von Verkaufsflächen und Möglichkeiten. Das wäre sicher auch viel zu kurz gedacht. Ich muss auch die Menschen animieren hier unterwegs zu sein und sich wohl zu fühlen, eine angenehme Atmosphäre und Umgebung schaffen. Statistiken belegen auch anschaulich, dass je länger die Verweildauer ist, desto mehr wird auch gekauft. Das nutzen die Werbestrategen der Einkaufsmärkte ja auch gekonnt und gezielt aus.
Für das Verweilen und den angenehmen Aufenthalt brauche ich auch eine geeignete Infrastruktur und sicher auch Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen und Verweilen. Schaut man in andere Städte, z. B. Bad Langensalze, Mühlhausen mit dem Postplatz und Steinweg, Erfurt mit z. B. Anger, so hat man da ja auch die Sitzgelegenheiten nicht abgebaut wegen solcher nicht gerade erwünschten Personen. Die derzeitigen Corona-Abstandsregeln werden dort auch durch entsprechendes Ordnungspersonal kontrolliert und Sanktionen verhängt. Warum sollte das in Sondershausen nicht auch funktionieren können?
Schauen wir doch auch einmal in die Statistik des Altersdurchschnitts und Anteils von Senioren bzw. der älteren Generation in Sondershausen, so sollte man auch für solche Menschen entsprechende Angebote und Sitzmöglichkeiten im Stadtgebiet anbieten und bereitstellen. Nicht jede/r Senior/in ist mit Rollator unterwegs, wo auch eine kleine Sitzmöglichkeit angebaut ist. Ja, wo kann man sich denn dann in Sondershausen sonst überhaupt noch hinsetzen, ohne vor einer gastronomischen Einrichtung dann auch den Zwang etwas verzehren oder trinken zu müssen?
Gezielte Frage: Baut Sondershausen dann demnächst auch am Busbahnhof diese Bänke und in den Wartehäusern an den Haltestellen ebenfalls die Bänke auch noch ab? Werden die Bänke am Hauptbahnhof auf den Bahnsteigen dann auch noch abgebaut?
Im Weiteren frage ich mich aber auch ob bei dieser Entscheidung unseres Bürgermeisters zum Abbau der Bänke generell überhaupt Überlegungen in die von mir oben geschilderten Richtungen vor dem Abbau gemacht wurden und ob es dazu Anhörungen von entsprechenden Interessengruppen und Vertretungen gegeben hat?! Wir habe doch einen gewählten Seniorenbeirat, eine Behindertenbeauftragte und mehr? Was war damit? Was haben diese Gremien dazu gesagt, haben die das kommentarlos abgenickt und durchgewunken - was ich mir eigentlich nicht vorstellen könnte?!
Aus meiner Sicht kann es nicht sein und angehen, dass man wegen einiger Weniger, die man im Stadtbild so nicht erleben möchte (aber angeblich auch keinen Platzverweis aussprechen könne) dann ganze, sonst eigentlich willkommene und kaufkraftstarke Personengruppen mit Einschränkungen oder im fortgeschrittenen und nicht mehr ganz so mobilen Lebensalter damit auch von der Teilhabe am Leben in der Stadt quasi ausschließt und bestraft.
Wer eben lange Wegstrecken nicht mehr an einem Stück laufen kann und solch eine Sitzgelegenheit sucht und braucht, möchte aber genauso als normaler Sondershäuser und damit ein Teil von uns allen gesehen und behandelt werden. Das ist für mich gelebte und erlebte Inklusion und Teilhabe.
Wie man mit den nicht im Stadtbild und auf den Bänken erwünschten Personen umgehen kann, will und sollte, sollte sicher auch anders gelöst werden können und nicht zu Lasten der Alten und Kranken denen man die sowieso wenigen Sitzgelegenheiten dann auch noch wegnimmt.
T. Leipold, Sondershausen
Sicher ist es unschön, wenn sich bestimmte Personengruppen auf den Bänken ansammeln und auch auffällig werden. Nun sind die Bänke vor der alten Buchhandlung weg, keine Bänke in der Galerie am Schlossberg mehr, weder vor Rewe, noch im gegenüberliegenden Teil und auf der oberen Galerie sicher auch nicht mehr. Derzeit kann man sich dann erst wieder vor Café Pille etwas hinsetzen. Den Weg bis hinunter bis ins Wippertor musste ich mir heute aus gesundheitlichen Gründen ersparen, kann derzeit trotz Stock nicht so lange laufen und stehen. Also kann ich nicht sagen, ob es in der Wetzel Straße dann auch überhaupt noch Bänke gibt.
Dabei bin ich sicher nicht der einzige Sondershäuser der in seiner Mobilität eingeschränkt oder behindert ist. Bereits vor mehreren Jahren habe ich zusammen mit unserer Senioren-Ortsgruppe vom WB 4 der VS, der Stadtratsfraktion der VS in Sondershausen und auch über den Seniorenbeirat der Stadt Sondershausen, dem auch unsere OG-Vorsitzende Christa Groß angehört dafür gekämpft, dass es für die mobilitätseingeschränkte oder ältere Generation wieder (mehr) Sitzmöglichkeiten geben sollte.
Auch der älteren Generation oder körperlich eingeschränkten Personen ist es wichtig möglichst eine uneingeschränkte Teilhabe am Leben haben zu können. Das gilt insbesondere auch für den innerstädtischen Bereich vom Wippertor bis Galerie, Markt bis Parkbereich. Kann man aber aus bestimmten Gründen keine längeren Wegstrecken mehr an einem Stück laufen oder braucht auch so mal eine Pause zum Hinsetzen und ausruhen, dann wird das in Sondershausen offenbar immer schwieriger.
Will man in den schon erwähnten Achsenrichtungen Kunden- und Besucherströme lenken, erhalten, gewinnen und so auch die innerstädtische Kaufkraft abschöpfen, dann gehören auch solche Ausruh- und Verweilmöglichkeiten dazu. Übrigens: Ein sicher nicht unerheblicher Großteil der Kaufkraft wird auch durch unsere ältere Generation und andere eingeschränkte Personen erbracht, auch das sollte man nicht außer Acht lassen.
Eigentlich sollte es ja für die Wieder-Belebung der Innenstadt Konzepte geben? Dazu gehört aber meiner Ansicht nach nicht nur das Anbieten von Verkaufsflächen und Möglichkeiten. Das wäre sicher auch viel zu kurz gedacht. Ich muss auch die Menschen animieren hier unterwegs zu sein und sich wohl zu fühlen, eine angenehme Atmosphäre und Umgebung schaffen. Statistiken belegen auch anschaulich, dass je länger die Verweildauer ist, desto mehr wird auch gekauft. Das nutzen die Werbestrategen der Einkaufsmärkte ja auch gekonnt und gezielt aus.
Für das Verweilen und den angenehmen Aufenthalt brauche ich auch eine geeignete Infrastruktur und sicher auch Sitzmöglichkeiten zum Ausruhen und Verweilen. Schaut man in andere Städte, z. B. Bad Langensalze, Mühlhausen mit dem Postplatz und Steinweg, Erfurt mit z. B. Anger, so hat man da ja auch die Sitzgelegenheiten nicht abgebaut wegen solcher nicht gerade erwünschten Personen. Die derzeitigen Corona-Abstandsregeln werden dort auch durch entsprechendes Ordnungspersonal kontrolliert und Sanktionen verhängt. Warum sollte das in Sondershausen nicht auch funktionieren können?
Schauen wir doch auch einmal in die Statistik des Altersdurchschnitts und Anteils von Senioren bzw. der älteren Generation in Sondershausen, so sollte man auch für solche Menschen entsprechende Angebote und Sitzmöglichkeiten im Stadtgebiet anbieten und bereitstellen. Nicht jede/r Senior/in ist mit Rollator unterwegs, wo auch eine kleine Sitzmöglichkeit angebaut ist. Ja, wo kann man sich denn dann in Sondershausen sonst überhaupt noch hinsetzen, ohne vor einer gastronomischen Einrichtung dann auch den Zwang etwas verzehren oder trinken zu müssen?
Gezielte Frage: Baut Sondershausen dann demnächst auch am Busbahnhof diese Bänke und in den Wartehäusern an den Haltestellen ebenfalls die Bänke auch noch ab? Werden die Bänke am Hauptbahnhof auf den Bahnsteigen dann auch noch abgebaut?
Im Weiteren frage ich mich aber auch ob bei dieser Entscheidung unseres Bürgermeisters zum Abbau der Bänke generell überhaupt Überlegungen in die von mir oben geschilderten Richtungen vor dem Abbau gemacht wurden und ob es dazu Anhörungen von entsprechenden Interessengruppen und Vertretungen gegeben hat?! Wir habe doch einen gewählten Seniorenbeirat, eine Behindertenbeauftragte und mehr? Was war damit? Was haben diese Gremien dazu gesagt, haben die das kommentarlos abgenickt und durchgewunken - was ich mir eigentlich nicht vorstellen könnte?!
Aus meiner Sicht kann es nicht sein und angehen, dass man wegen einiger Weniger, die man im Stadtbild so nicht erleben möchte (aber angeblich auch keinen Platzverweis aussprechen könne) dann ganze, sonst eigentlich willkommene und kaufkraftstarke Personengruppen mit Einschränkungen oder im fortgeschrittenen und nicht mehr ganz so mobilen Lebensalter damit auch von der Teilhabe am Leben in der Stadt quasi ausschließt und bestraft.
Wer eben lange Wegstrecken nicht mehr an einem Stück laufen kann und solch eine Sitzgelegenheit sucht und braucht, möchte aber genauso als normaler Sondershäuser und damit ein Teil von uns allen gesehen und behandelt werden. Das ist für mich gelebte und erlebte Inklusion und Teilhabe.
Wie man mit den nicht im Stadtbild und auf den Bänken erwünschten Personen umgehen kann, will und sollte, sollte sicher auch anders gelöst werden können und nicht zu Lasten der Alten und Kranken denen man die sowieso wenigen Sitzgelegenheiten dann auch noch wegnimmt.
T. Leipold, Sondershausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: khhDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
