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Neueröffnung der Ausstellung zur 11. JugendKunstBiennale

Montag, 05. Oktober 2020, 00:49 Uhr
Im Einkaufszentrum GALERIE AM SCHLOSSBERG in Sondershausen ist ab nächste Woche diese interessante Ausstellung zu sehen...


Zwei arbeitsreiche Tage sind Geschichte und der Umzug der Ausstellung zur 11. JugendKunstBiennale vom Künstlerdörfchen Friedrichsrode nach Sondershausen ist vollbracht. Zu sehen ist sie ab 7. Oktober im Einkaufszentrum GALERIE AM SCHLOSSBERG. Am Abend des Vortages – also am 6. Oktober - wird sie um 17:00 Uhr eröffnet, wobei wegen der Corona-Pandemie nur die angemeldeten Besucher zugelassen sind.

Neueröffnung der Ausstellung zur 11. JugendKunstBiennale (Foto: Veit Vollbrecht ) Neueröffnung der Ausstellung zur 11. JugendKunstBiennale (Foto: Veit Vollbrecht )

Foto: Veit Vollbrecht
Es war schon ein erheblicher logistischer und personeller Aufwand mit diesem Umzug verbunden gewesen, der nur wegen der vielen Helfer so reibungslos von statten ging. Durch den Corona-Lock-Down und die zeitliche Verschiebung der Ausstellung sowie der Preisträgerveranstaltung wurde er allerdings unvermeidlich, denn für die nächsten Wochen sind wieder Veranstaltungen im Kunsthof geplant. Das Schlossmuseum in Sondershausen half mit Stellwänden und Galerietechnik aus. Die Stadt Bad Langensalza stellte ihr Gitterstellwandsystem auch für diesen Ausstellungsort zur Verfügung und ließ es in Friedrichsrode abmontieren und in Sondershausen aufbauen.

Der Kulturland Hainleite e.V. organisierte den Transport der Vitrinen, Mitarbeiter der Jugendkunstschule aus Nordhausen halfen beim Abbau und Verpacken der ausgestellten Werke, die dann von Mitarbeitern des Bad Frankenhäuser Panorama Museums zum nächsten Ausstellungsort ganz ohne Bruch transportiert wurden. Dem ging bereits ein erheblicher Organisationsaufwand voraus, den Mitarbeiter der Sondershäuser Stadtverwaltung sowie einige Mitstreiter des Organisationsteams dieser 11. JugendKunstBiennale zu tragen hatten. Nicht zuletzt war da noch die tatkräftige, ganz unbürokratische Hilfe durch das technische Personal des Einkaufszentrums. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und weckte bereits das Interesse manches Einkaufsbummlers, der sich verwundert die Augen rieb angesichts der Verwandlung dieser in der letzten Zeit leider leer stehenden Geschäftsräume in eine Kunstgalerie. Entgegen aller anfänglichen Skepsis präsentieren sich die Malereien, Grafiken, Fotografien und Skulpturen der nordthüringischen Kinder und Jugendlichen auch an dieser Stelle überaus nobel.

Neueröffnung der Ausstellung zur 11. JugendKunstBiennale (Foto: Veit Vollbrecht ) Neueröffnung der Ausstellung zur 11. JugendKunstBiennale (Foto: Veit Vollbrecht )

Foto: Veit Vollbrecht

Nicht zuletzt ist das wohl auch auf das größere Platzangebot zurückzuführen, das diese luftige Präsentation gestattete, so dass eine ganze Reihe der ausgestellten Werke noch besser zur Geltung kommen. Die Ausstellung ist hier auf zwei Räume verteilt, wobei sich der Part im kleineren von beiden stärker auf Menschendarstellungen und Porträts konzentriert, im anderen finden sich die restlichen Arbeiten. Ziel war es bei der Gestaltung der Schau, die „leisen“, eher unauffälligeren Meisterwerke, die schnell durch die expressive Farbenflut mancher „Kracher“ übersehen werden, noch stärker ins Rampenlicht zu rücken.

Fotos: Fred Böhme

Bei 100 Ausstellern ist erfahrungsgemäß eine stilistische Vielfalt unausweichlich, trotzdem wirkt die Schau nicht wie ein buntes Sammelsurium. Vermutlich findet hier die Drahtskulptur „Gravity“ der 17jährigen Marie-Isabel Beyer mit ihrer goldenen Wolke aus Papier gefalteten Kranichen mehr Bewunderer. Auch Fee Klentz Radierung mit der erwartungsvoll die Tierärztin betrachtenden Katze auf dem Behandlungstisch hat an dieser Stelle mehr Raum und ist schwerer zu übersehen.

Ich hoffe nur, dass auch die wunderbare kleine Zeichnung von Merle Elisabeth Wenk mit dem Titel „Beste Freunde“, auf der ein kleines Mädchen im „Herzchenkleid“ den lachenden, großen Teddy zwischen Regenwolken und Sonnenschein in Sicherheit bringen möchte, noch mehr Beachtung findet. Der Besuch der Schau lohnt auf alle Fälle, erlebt man hier doch die Sicht ganz junger Künstler auf diese, unsere Welt und die schauen bekanntlich mit unverstelltem Blick, ohne ideologische Scheuklappen auf das Hier und Heute. Man muss nur mit etwas Zeit und Entdeckerfreude sich den ausgestellten Werken widmen.

Fred Böhme
Autor: khh

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