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Dem Klimawandel entgegenwirken

Saatgut aus heimischen Wäldern

Dienstag, 06. Oktober 2020, 08:34 Uhr
Eicheln aus heimischen Wäldern (Foto: Thomas Deilman) Eicheln aus heimischen Wäldern (Foto: Thomas Deilman)
Die Wälder des Kyffhäuserkreises leiden unter den Folgen des Klimawandels. Stürme, Trockenheit und Schadinsekten haben in den letzten drei Jahren die
Vitalität aller heimischen Baumarten geschwächt. Nicht nur die Nadelbäume Fichte, Kiefer und Lärche sind vertrocknet oder vom Borkenkäfer vernichtet worden, auch den einheimischen Laubbäumen fehlt die Feuchtigkeit im Boden...

Heimische Eichen (Foto: Thomas Deilman) Heimische Eichen (Foto: Thomas Deilman)


Vor allem die alten Buchen sind an vielen Stellen vertrocknet und leiden unter Pilz- und Insektenbefall. In den letzten drei Jahren haben die Waldbesitzer der Region ausschließlich Schadholz eingeschlagen.

An vielen Stellen mussten Bäume an Straßen und Bebauungsgrenzen im Interesse der Sicherheit für die Menschen eingeschlagen werden. Dadurch haben sich die Waldbilder verändert, neue Bäume müssen gepflanzt werden. „ Wir setzen in der Region weiter auf Mischwälder. Die Eiche ist mit ihrer Pfahlwurzel in der Lage, Trockenperioden zu überstehen“ sagt Forstamtsleiter Uli Klüßendorf vom Forstamt Sondershausen. In den kommenden beiden Jahren werden 300.000 Eichenpflanzen im Forstamt gepflanzt werden. Diese Pflanzen sind in der Forstbaumschule Breitenworbis aus dem Saatgut einheimischer Eichenbestände aufgezogen worden. Auch in diesem Jahr tragen die Eichen wieder Früchte und das Forstamt ist interessiert, das wertvolle Saatgut zu nutzen. Aber es kann nur in ausgewählten Eichenbeständen Saatgut gesammelt werden. Nur Eicheln von gut gewachsenen Bäumen sollen in die Baumschule gebracht werden. Deshalb ist es unbedingt notwendig vor Beginn des Sammelns, sich vom Förster die Eichenbestände zeigen zu lassen, wo gesammelt werden darf. Wir rufen dazu auf, in den Herbstferien, vom 19. bis 30 Oktober, Eicheln zu sammeln und im Forstamt abzugeben. Pro Kilogramm Eichensaatgut wird ein Preis von 1,50 Euro gezahlt. Wer interessiert ist, kann im Forstamt Sondershausen (03632 713920) anrufen und bekommt gesagt, in welchem Waldbestand Eicheln gesammelt werden können.
Uli Klüßendorf
Forstamtsleiter

Autor: red

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