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Menschen im Corona-Jahr

Einhundert Jahre alt und keine Feier

Donnerstag, 24. Dezember 2020, 08:00 Uhr
In unserer Reihe „Menschen im Corona-Jahr“ wollen wir Ihnen hier bis zum Jahresende täglich Leserinnen und Leser aus den verschiedensten Lebens- und Arbeitsumständen vorstellen und nach ihrer rückblickenden Sicht auf dieses ganz spezielle Jahr 2020 befragen…



Auch das Museumsteam in Bad Frankenhausen hat zu unserem Thema "Menschen im Corona-Jahr" Gedanken gemacht:

Das Frankenhäuser Museum beging im Jahr 2020 sein 100. Jubiläum. Ein ganzes Festjahr war geplant mit Ausstellungen, Vorträgen, Konzerten, ein Museumsfest wollten wir mit unseren Gästen feiern. Im März gab es dann die Vollbremsung Namens „SARS-CoV 2“. Das Regionalmuseum, wie alle anderen Einrichtungen im Lande waren geschlossen. Mitarbeiter arbeiteten von zu Hause aus, planten, planten um, planten wieder um, so ging es bis zum jetzigen Zeitpunkt.

Nach der Wiedereröffnung am 29. April war es die ersten Tage noch ganz still in der Stadt und auch im Schloss. Freude kam auf am 1. Mai (genau vor 100 Jahren wurde der Beschluss zur Gründung des Frankenhäuser Museums gefasst), hier standen gleich um 10.00 Uhr die ersten Gratulanten zu unserem 100.Jubiläum vor der Tür. Die Integrative Kindertagesstätte Kindervilla, der Heimat- und Museumsverein Bad Frankenhausen, der Kindergarten „Sonnenschein“, viele einzelne Freunde des Museums hatte das Jubiläum nicht vergessen!

Die Sonderausstellung zum Bildhauer Max Daniel Herrmann Fritz, die am 11. März eröffnet wurde, konnte dank der Großzügigkeit der Leihgeber bis zum August verlängert werden. Langsam kamen auch die Besucher aus nah und fern zurück. Die Besucherzahlen im Sommer waren richtig gut. Ab September wurde auch das Veranstaltungsprogramm wieder aufgenommen. Den Anfang machte das Theaterprojekt „Schwimmen nach Thüringen“, eine Veranstaltung des Kunstfestes Weimar. Vorträge, Lesungen, Kabarett, und Exkursionen wurden von den Besuchern, trotz „Corona-Einschränkungen“, sehr gut angenommen, bis zum erneuten Lockdown, Anfang November, als auch die Museen als Orte der Begegnung wieder schließen mußten.

Doch trotz der Rückschläge wurde viel geschafft, das wir schon immer kreativ und flexibel arbeiten konnten, war jetzt nicht von Nachteil. Unsere neue Sonderausstellung „Verfilzt und ausgestellt“ mit Filzkunst von Gabriele Hoffmann aus Bad Frankenhausen ist fertig und kann sofort nach der Wiedereröffnung der Museen besichtigt werden. Auch unser Heimat- und Museumsverein hat uns in diesem Jahr wieder unterstützt.

Beim Pfingsterwachen wurden Preise für ein Museumsquizz gestiftet. Eine Porzellanplastik, die den Oberförsters Karl Reißland zeigt, konnte durch die Unterstützung des Fördervereines für die Sammlung erworben werden. Dafür allen Mitgliedern und Spendern einen herzlichen Dank.

An vielen Projekten arbeiteten die Mitarbeiter des Regionalmuseums in Kooperation mit verschiedenen Partnern hinter den Schlossmauern. In den nächsten Wochen und Monaten wird trotzdem noch viel Flexibilität gefragt sein, wer sich auf unser Neujahrskonzert am 9. Januar gefreut hat, dem sei gesagt, es ist auf den 11. April 2021 verschoben und ist dann ein Frühlingskonzert. Ein stilles Jubiläumjahr war es im Rückblick, trotzdem wurde viel geschafft.
Die Mitarbeiter des Regionalmuseums wünschen allen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest
Autor: emw

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