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Entscheidung ist gefallen

Kindergarten Anne Frank darf bleiben

Montag, 15. Februar 2021, 10:53 Uhr
Das Wichtigste zuerst. Welche Variante bei der Neugestaltung des Kindergartens „Anne Frank“ in der Borntalstraße auch immer zum Tragen kommt, der Standort als Tagesstätte bleibt erhalten...

Kindertagesstätte Anne Frank (Foto: Stadverwaltung Sondershausen)

In jüngster Zeit kursierten in der Diskussion um die Sanierung bzw. den Neubau der in den 1960er Jahren erbauten Kindertagesstätte Gerüchte, in denen von einer eventuellen Schließung und Aufgabe der Kita die Rede war. Fest steht jedoch, dass es über die Jahre in dem Haus, das auch Teile der Mühlhäuser Werkstätten beherbergt, zu einem erheblichen Sanierungsstau gekommen ist, der einen perspektivischen Betrieb als Kita unmöglich macht.

Gebäude und technische Ausstattung sind marode und garantieren in keiner Weise den Gebrauch nach den geltenden Kriterien. Somit entspricht die einst als Kinderkombination in der DDR erbaute Anlage nicht mehr den heutigen Standards und muss dringend auf den neuesten Stand gebracht werden, um auch zukünftigen Ansprüchen gerecht zu werden. Ein Rückbau der alten technischen Gebäudeausstattung und die Teilsanierung auf heutige Standards schlüge allein mit ca. 1,1 Millionen Euro zu Buche, ohne dass dabei bauliche Verbesserungen am Haus umgesetzt werden könnten.

Daher ist eine Abwägung der verschiedenen Varianten (Teil- oder Generalsanierung bzw. angepasster Ersatzneubau) nötig geworden. Dass die derzeit 87 dort betreuten Kinder weder im Zeitraum einer vollständigen Sanierung noch bei einem Neubau am dortigen Standort verbleiben können und das Gebäude somit ohnehin leergezogen werden muss, steht dabei außer Frage. An dieser Stelle greift auch eine von der Verwaltung in Auftrag gegebene Analyse des derzeitigen und zukünftigen Bedarfs an Kindergartenplätzen in der Stadt. Das Ergebnis ist eine Bedarfsprognose, die auch Handlungsempfehlungen abgibt.

Im Rahmen der Fortschreibung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Sondershausen 2030 wurde dabei der Entwicklungsbedarf der sozialen Infrastruktur für die Kindertagesstätten untersucht. Neben den demografischen Rahmenbedingungen und der Bevölkerungsprognose fanden dabei der bauliche Zustand der Objekte sowie die gesamtstädtische und die teilräumlichen Entwicklungsperspektiven Berücksichtigung.

Demnach ist in der Zukunft zwar mit weniger Kindern im Kita-Alter zu rechnen, aber der Standort im Quartier Borntal wurde in keiner Weise infrage gestellt. Zur städtebaulichen Einschätzung heißt es in der Analyse: Mit dem Leitbild 2030 für die Stadt Sondershausen und dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (derzeit in Fortschreibung) kristallisiert sich vor allem die städtebauliche Entwicklung der Teilbereiche Kern-/Altstadt und Borntal als Aufwertungsschwerpunkt heraus.

Nach derzeitigem Stand ist zu erwarten, dass es in den genannten Teilbereichen einen Strukturwandel geben wird und insbesondere das Wohngebiet Borntal sich in der Bewohnerschaft deutlich verjüngen soll. Das Stadtzentrum bestehend aus Kern- und Altstadt soll für Familien und für Senioren aufgrund kurzer Wege an Attraktivität gewinnen.

Dies bedeutet, dass auch in der Innenstadt ein attraktives Angebot an Kinderbetreuungsplätzen vorgehalten werden muss, um auch den Bedarf in diesem Bereich abzudecken.

So soll eine „Innenstadt-Kita“ nahe dem Schlosspark im Gebäude der derzeitigen Stadtbibliothek entstehen, die perspektivisch dieses Angebot im Innenstadtbereich eröffnet.

Nach ca. anderthalb Jahren Bauzeit und Generalsanierung des Gebäudes sollen dann zunächst die Kinder aus der „Anne Frank“ ihr neues freundliches Domizil erhalten, bei dem sowohl der integrative Aspekt als auch die Barrierefreiheit berücksichtigt werden.

Dafür wird es natürlich notwendig, der Bibliothek ein neues Zuhause zu geben. Dieses soll im städtischen Haus „Zum Weißen Schwan“ entstehen, nachdem das Rathaus nach seiner Sanierung von der Verwaltung bezogen sein wird.

Ca. zwei Millionen Euro stehen für die Sanierung des Objektes am Schlosspark zur Verfügung. Dabei eingerechnet sind Möblierung, Umzug der Kinder aus der Einrichtung im Borntal sowie die Erweiterung der Kochküche in der städtischen Kita „Pusteblume“, die dann unter anderem die Versorgung für die neue Innenstadt-Kita mit übernehmen wird.
Langfristig soll die neu entstehende Einrichtung, entsprechend der Kapazitätsanforderungen, als Kindergarten dann dauerhaft weiter bestehen. Der Bedarf ist da.

Derzeit wird in der Stadtverwaltung ein sogenannter „Sanierungsfahrplan“ entwickelt, der entsprechend der Bedarfsanalyse und Prognose zunächst die prioritären Objekte (Tagesstätten mit hohem Sanierungsbedarf) in die Planungen einbezieht und auf längere Sicht auch die Kindergärten mit einem derzeit mittleren Sanierungsbedarf vorsieht.
Momentan steht jedoch die Neugestaltung der Einrichtung im Borntal im Fokus, und entgegen anderslautender Gerüchte hält die Stadt Sondershausen am Erhalt des Standortes als Kindergarten auf dem Gelände der „Anne Frank“ unverändert fest. Die hohe Qualität der Kinderbetreuung in Sondershausen soll mit den geplanten Maßnahmen noch weiter gesteigert werden und für die Jüngsten ein kindgerechtes sowie attraktives, zukunftsorientiertes Ambiente bieten.

Quelle: Stadtverwaltung Sondershausen

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