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ANTON ADLERAUGE MEINT:

Impfzentrum Nordhausen ist Totalversager

Sonntag, 14. März 2021, 09:53 Uhr
Eine Horrormeldung nach der anderen. Die aktuelle: Die englische Corona-Variante B.1.1.7 breitet sich rasant aus. Das Robert-Koch-Institut erwartet zu Ostern mehr Corona-Fälle als an Weihnachten und in den nächsten Wochen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 350 pro 100000 Einwohner. Weit über den Wert, bei denen Lockerungen möglich sein sollen...


RKI-Chef Lothar Wieler: Wir müssen verhindern, dass die Fallzahlen weiter explodieren. Ansonsten drohten viele Erkrankungen, schwere Verläufe und Todesfälle. Meldungen, die sensible Menschen in Angst und Schrecken versetzen.

Wir halten dagegen. Mit strikter Hygiene. Das wirkt nur bedingt vorbeugend. Als das wirkungsvollste Mittel, der Pandemie Herr zu werden, rühren Virologen, Gesundheitsexperten und Politiker von Spahn bis Merkel die Trommel für: Impfen, impfen und nochmals impfen. An erster Stelle sollen die über 80-Jährigen stehen. Unermüdlich sind bei vielen von ihnen auch die Bemühungen um die Spritze. Wer sich im Alter mit dem Computer nicht auskennt, ruft die zentrale Thüringer Impfnummer 036434950490 an. Wer nach dem 30. Anruf im Verlauf des Tages durchkommt, hat Glück.

Der Bitte nach einem Wunsch erfolgt der Versuch nach einer Verbindung für den Impftermin. Doch immer wieder diese Ansage: Alle Leitungen sind besetzt, haben sie Geduld. Das wiederholt sich mehrere Male. Nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten fliegt der Anrufer aus der Leitung, nach dem ihn, welch eine Freude, mitgeteilt worden war, es online über www.impfen-thueringen.de zu versuchen.

Wir starten. Aha, welch eine Freude: „Neue Corona-Impftermine für über 80-Jährige“ lesen wir in einer Spalte. Klick. 17550 Impfdosen von Biontech/Pfizer wurden ausgeliefert. Es folgen 15 Impf-Standorte. Nordhausen ist nicht dabei. Wir klicken die Seite von oben bis unten durch. Und entdecken erneut: „Impfzentren in Thüringen“ – von Gotha über Eisenach bis Erfurt. Nordhausen? Nicht zu finden! Da macht es auch keinen Sinn, sich in eine Spalte einzutragen. Sobald man den Namen der Kreisstadt notiert, prompt die Nachricht: Nicht möglich! Angeblich werde mehrmals am Tage die Seite aktualisiert. Das Ergebnis: Immer ohne Erfolg!

Man kann es nur totales Versagen der Kassenärztlichen Vereinigung nennen. Sie fand im Objekt Nordhaus in der Stolberger Straße aus ihrer Sicht bestens geeignete Räume für ein Impfzentrum. Bei vielen Menschen erweckte die Ankündigung Hoffnungen auf die Spritze im Kampf gegen das Virus. Was sich Impfzentrum Nordhausen nennt gleich eher einer Fata Morgana als einer Möglichkeit, sich immunisieren zu lassen. Weder online noch telefonisch erreichbar.

Mein Schulfreund in Heiligenstadt erhielt am Freitag seine zweite Spritze. Ein Bekannter seine in Bad Frankenhausen. Ich werde es dort auch versuchen. Die hiesigen Impf-Versager sollen das Impfzentrum in die Hände von Machern legen. Landrat Matthias Jendricke ist einer. Läge die Zuständigkeit beim Impfen beim Landkreis, wäre uns so ein Chaos erspart geblieben.
Anton Adlerauge
Autor: red

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