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Bauernverband verabschiedet langjähriges Mitglied

Kyffhäuser Spezialitäten als Dank

Freitag, 09. Juli 2021, 12:40 Uhr
Bei der gestrigen Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Kyffhäuserkreis wurde nicht nur ein neuer Vorstand gewählt, eine Rückschau auf das vergangene Jahr präsentiert, sondern auch ein langjähriges Mitglied verabschiedet…

v.l. Verabschiedung Dieter Bickrodt, Dr. Wolfgang Peter (Foto: Eva Maria Wiegand) v.l. Verabschiedung Dieter Bickrodt, Dr. Wolfgang Peter (Foto: Eva Maria Wiegand)


Dieter Bickrodt, Landwirt aus Oberspier, wurde vom Vorstandsmitglied Dr. Wolfgang Peter für seine beständige und sehr konstruktive Arbeit im Verein gewürdigt. Als Abschiedsgeschenk bekam das scheidende Mitglied eine Kiste, bestückt mit Kyffhäuser Spezialitäten.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung zeigte Dr. Wolfgang Peter, vom Landwirtschaftsbetrieb & Ziegenhof Peter aus Greußen, eine Rückschau auf das vergangene Jahr.

„Es sei nicht leicht gewesen unter den gegebenen Vorgaben in der Corona-Pandemie Kontakt zueinander zu halten. Nicht jedes Problem kann in einem Onlinegespräch geklärt werden", resümierte Dr. Peter. „Verstörend war, dass die Bundespolitik lange damit gerungen hat, ob die Landwirtschaft als systemrelevant eingestuft werden sollte. Die Politik muss sich im Klaren sein, dass die Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen", betonte der Referent mit Nachdruck.

Agrarthemen wurden in den letzten Monaten so gut wie gar nicht in den Medien erwähnt. So müssen sich die Landwirte ständig auf neue Verordnungen und Verbote einstellen. Sie sind sich sehr wohl in Klaren, dass sie mit der Zeit gehen müssen und nicht bei der „Alten Landwirtschaft" hängen bleiben. Sie wünschen sich aber, dass ihre Bemühungen zum Gewässerschutz, die Senkung der Nitratbelastung der Böden, Anpflanzungen von Blühstreifen und die Einbeziehung des Insektenschutzes in der Politik und in der Bevölkerung mehr Beachtung finden. Schritt für Schritt verändert sich die Landwirtschaft. „Ohne Bäuerinnen und Bauern gäbe es keine Artenvielfalt", erklärte Dr. Wolfgang Peter.

Anfang des Jahres demonstrierten Thüringer Bauernbetriebe aus dem Kyffhäuserkreis, Nordhausen und dem Eichsfeld vor dem Landtag in Erfurt, um auf das Sterben der Höfe aufmerksam zu machen. Unterstützung bekamen Sie unter anderem vom Thüringer Landtagsabgeordneten Stefan Schard (CDU). Grüne Kreuze und leere Gummistiefel standen für die „gestorbenen" Landwirtschaftsbetriebe. Aber nicht nur die Pandemie stelle alle Landwirtinnen und Landwirte vor große Probleme, sondern auch das stark veränderte Klima und die verheerenden Unwetter mit massiven Schäden.

Judith Beck von der RWF Wolfenschenda und wiedergewähltes Vorstandsmitglied des Bauernverbandes Kyffhäuserkreis leitete gekonnt die Versammlung.

Katrin Hucke, die Hauptgeschäftsführerin referierte in einer einstündigen Rede über die Veränderungen, die auf Landwirtschaft in Zukunft zukommen werden und appellierte an die Flexibilität der Anwesenden. Dies führte teils zu kontroversen Diskussionen. Einige der Vereinsmitglieder merkte an, dass sie sich nicht von der Politik hin- und verstoßen lassen wollen.

Der Berufsstand ist es wert, stolz darauf zu sein und Stellung zu beziehen. Judith Beck ging auf die Einwände ein und lenkte die Diskussion in ein konstruktives Gespräch. Eine lange Mitgliederversammlung in der Orangerie in Bendeleben endete mit einem köstlichen Essen und fröhlichen Gesprächen.








Autor: emw

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