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Kranzniederlegung im Ehrenhain

Gedenken zum Volkstrauertag in Sondershausen

Sonntag, 14. November 2021, 14:30 Uhr
Zum heutigen Volkstrauertag trafen sich Vertreterinnen und Vertreter Politik, Militär und Bevölkerung. Die Gedenkfeier auf dem Hauptfriedhof in Sondershausen eröffnete Bürgermeister Steffen Grimm mit folgenden Worten...

Sondershäuser Bürgermeister Steffen Grimm bei der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag im Ehrenhain auf dem Hauptfriedhof in Sondershausen (Foto: Eva Maria Wiegand) Sondershäuser Bürgermeister Steffen Grimm bei der Kranzniederlegung zum Volkstrauertag im Ehrenhain auf dem Hauptfriedhof in Sondershausen (Foto: Eva Maria Wiegand)


„Immer zwei Sonntage vor dem ersten Advent erinnert uns der Volkstrauertag an alle Opfer von Krieg und Gewalt, derer wir gedenken wollen. Zugleich ist er ein Tag des Nachdenkens darüber, wie wir heute auf Krieg und Gewalt reagieren und was wir, ganz persönlich, aber auch als reiches Land in einem freien und friedlichen Europa, für Freiheit und Menschlichkeit auf der Welt tun können. Aus diesem Grund haben wir uns heute hier im Ehrenhain auf dem Hauptfriedhof eingefunden.“

„Es ist inzwischen längst zur Tradition geworden, dass zu dieser Veranstaltung auch Gäste aus Politik, Gesellschaft und Bevölkerung teilnehmen. Ich freue mich, dass Sie alle gekommen sind und ich begrüße Sie herzlich. In Ehrfurcht vor den Toten der beiden Weltkriege und der Opfer von Gewaltherrschaft sowie aller Kriegsopfer und im Dienst gestorbenen Soldaten weltweit, werden wir heute als Zeichen des Gedenkens, Kränze und Gebinde niederlegen, als Mahnung und gleichzeitig als Aufruf zur Gewaltfreiheit und Versöhnung in der Welt. Die Kriege des 20. Jahrhunderts haben Millionen von Opfern gefordert. Hinzu kommen Millionen von Menschen, die verwundet, verstümmelt und entsetzlich entstellt wurden. Unsere Vorstellungskraft versagt, muss versagen, angesichts der monströsen Opferzahlen. Auch Sondershausen hat es in dieser Geschichte leidvoll erfahren müssen, was es bedeutet, in Krieg und Gewaltherrschaft zu leben. Auch aktuell ist es leider notwendig, immer wieder an die gegenwärtige Lage in vielen Regionen auf unserem Globus zu erinnern."

Das Stadtoberhaupt betonte, dass der Frieden eines der höhsten Güter der Menschheit ist und auch die noch schwelenden Kriege in der Nähe Europas Beachtung finden sollten. Alle bewaffneten Konflikte riefen zu Gewaltlosigkeit und Verständnis, Aussöhnung und Vergebung auf.

Anschließend sprach Oberleutnant Daniel Faul, Kommandeur des Feldwebel-/Unteroffizieranwärter-Bataillons 1, Standort Sondershausen. Hier Ausschnitte aus seiner Rede: "Der Volkstrauertag ist ein Tag des stillen Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewalt. Zugleich sollte er ein Tag der Besinnung darauf sein, wie wir heute auf Krieg, Gewalt und Terror reagieren, was wir heute für Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit bei uns und in der Welt tun können. Nachdem wir Deutschen seit 1945 das Privileg haben in Frieden leben zu dürfen, stellt sich die Frage, ob wir heute im Jahr 2021, 76 Jahre nach Ende des WK II, diesen Gedenktag noch brauchen? Gerade weil die Zahlnoch lebender aktiver Kriegsteilnehmer und Zeitzeugen stetig abnimmt."

"Ich denke, ja, wir brauchen ihn. Allein aus Respekt vor der unvorstellbar hohen Anzahl von min. 80 Millionen Opfern die beide Weltkriege forderten. Menschenleben, welche Deutschland maßgeblich und unbestritten, in Folge undemokratischer Staatsformen, insbesondere der nationalsozialistischen Diktatur zwischen 1933 und 1945 zu verantworten hat."

"Wir brauchen diese Momente des Innehaltens, damit dass, was Geschehen ist nicht verdrängt wird. Unser nationales Gedächtnis ist wesentliche Grundlage für
unser heutiges Verständnis von Staat und Gesellschaft in einer Demokratie.

Es muss auch für künftige Generationen in Form von Gedenktagen und Denkmälern wie dem Ehrenhain bewahrt und lebendig gehalten werden. Die Geschichte des Volkstrauertages, erstmalig 1922 begangen, geht zurück auf Anregung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, welcher vor 100 Jahren, in Folge des I. Weltkriegs, der sogenannten Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts gegründet wurde. "Versöhnung über den Gräbern" - heißt es im Motto des Volksbundes, der heute in über 40 Staaten rund zwei Millionen Soldatengräber betreut.

Auch Militärpfarrer Michael Blaszcyk fand bewegende Worte angesichts einer Welt, auf dieser es auch am heutigen Tag Opfer eines Krieges gibt.
Eva Maria Wiegand


Autor: emw

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