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Kulturhaus Bleicherode sagt die Party ab

Silvesterfeier nur bis 22 Uhr erlaubt

Mittwoch, 22. Dezember 2021, 16:01 Uhr
Nach den neusten von Bundeskanzler Scholz und den Ministerpräsidenten beschlossenen „Neujahrsruhe“-Regelungen ist es äußerst schwierig eine halbwegs normale Silvesterparty durchzuführen. Im Theater kapitulieren die Verantwortlichen vor den erneut verringerten Platzkapazitäten, anderswo schlichtweg an der Zeit…

„Ihre geplante Veranstaltung ist nach jetzigen Stand bis einschließlich 22:00 Uhr erlaubt und durchführbar. Die Begrenzung auf 22 Uhr ergibt sich hierbei aus dem § 31 Abs. 1 ThürSARS-CoV-2-IfS-MaßnVO. Demnach sind Gaststätten im Sinne des Thüringer Gaststättengesetzes in der Zeit von 22 Uhr bis 5 Uhr des Folgetages für den Publikumsverkehr zu schließen.“ Diese präzise und juristisch einwandfreie Antwort beschied den Betreibern des Bleicheröder Kulturhauses das zuständige Amt auf die Frage, was denn nach den gestrigen Erlässen nun mit der beworbenen und verkauften Silvesterveranstaltung in ihrem Hause wird.

Und damit niemand auf die Idee kommt, seine Gaststätte etwa von innen zu verschließen, wenn es draußen 22 Uhr schlägt und einfach weiter zu feiern, legt der Vertreter des Gesetzgebers nach: „Gemäß § 1 Abs. 1 ThürGastG betreibt ein Gaststättengewerbe im Sinne des Gesetzes, wer gewerbsmäßig Getränke oder zubereitete Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle verabreicht, wenn der Betrieb jedermann oder einem Personenkreis zugänglich ist.“

Eine „Verabreichung“ von Speisen und Getränken widerspräche den genannten Regelungen jedoch und sei deshalb nicht erlaubnisfähig. Schlussfolgerung der Bleicheröder war es daraufhin, schweren Herzes die Silvesterparty im Kulturhaus abzusagen. Die Küche bleibt also kalt und der Zapfhahn trocken am Silvesterabend, keine Korken werden knallen, keine Papierschlangen durch die Nacht fliegen.

Eine Feier ohne Verabreichung von Speisen und Getränke könnte ja vielleicht eine Marathon-Tanzrunde von 22 bis 0 Uhr sein, aber auch da hat der gestrenge Gesetzgeber gestern eine Riegel vorgeschoben und „Tanzveranstaltungen“ bzw. das Betreiben von Clubs und Diskotheken in der Jahresübergangszeit untersagt. Sich die letzten zwei Stunden des Jahres mit dem Abbrennen von Feuerwerkskörpen zu vertreiben wird auch kaum möglich sein, denn es gab vorsorglich keine zu kaufen.

Der einzig verbleibende Ausweg, um dennoch mit Countdown aufs neue Jahr anstoßen zu können wäre es gewesen, den Beginn des neuen Jahres gemeinsam mit den Armeniern zu feiern (nach unserer Zeitrechnung schon um 21 Uhr) und dann schnell das Restaurant zu räumen und nach hause zu gehen. Dann wäre man pünktlich um 22 Uhr von der Straße gewesen. Zu dieser Zeit wird das Virus bekanntlich besonders aktiv und die potentielle Infektionsgefahr steigt bis 5 Uhr des kommenden Tages so rapide an, wie die Silvesterrakete hoch geflogen wäre.

Doch diese Möglichkeit wurde letztlich von den Leuten nicht in Betracht gezogen, die seit Wochen versucht hatten eine ganz normale Feier zu organisieren. Sie haben jetzt alle Silvester frei und können irgendwo bis 22 Uhr feiern. Die Menschen in Jerewan und Umgebung müssen ohne unsere Unterstützung auskommen.
Olaf Schulze
Autor: osch

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