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Die Bahn verweist auf "kurzfristige Krankmeldungen"

Zugausfälle gehen auch in den nächsten Tagen weiter

Dienstag, 09. August 2022, 16:35 Uhr
Der Infrastrukturbetreiber der Deutschen Bahn (DB) kämpft derzeit wie viele Unternehmen mit außergewöhnlich hohen Krankenständen. Das hat weitere Zugausfälle in Nordthürngen zur Folge...

"Bei den betroffenen Mitarbeitenden handelt es sich insbesondere um hochspezialisierte Fachkräfte in den Stellwerken, die kurzfristig nur schwer ersetzbar sind", teilt die Bahn mit. Dass es besonders an Stellwerkern fehlt ist indessen seit Jahren bekannt und kommt nun durch die Krankheitswelle (Corona und andere Atemwegserkrankungen im Sommer!) brutal ans Licht.

Die krankheitsbedingten Einschränkungen führen in Thüringen derzeit zu längeren Fahrzeiten und/oder Zugausfällen.

Für die entstehenden Unannehmlichkeiten bittet die DB alle Reisenden um Entschuldigung. Fahrgäste sollten sich rechtzeitig vor Fahrtantritt über die elektronischen Auskunftsmedien (www.bahn.de oder in der App DB Navigator) über ihre jeweilige Verbindung informieren.

Folgende Strecken sind aktuell betroffen:

Erfurt Hbf–Nordhausen (RB 52, RE 55/56)

Mittwoch, 10. bis Freitag, 12. August
Auf den betroffenen Linien verkehren die Züge von Betriebsbeginn bis 12.20 Uhr nur bis Erfurt-Gispersleben. Zwischen Erfurt Hbf und Erfurt-Gispersleben wird ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Hintergrund ist die eingeschränkte Besetzung des Stellwerks Erfurt Nord.

Erfurt Hbf–Kassel-Wilhelmshöhe (RE 2)

Mittwoch, 10. bis Freitag, 12. August
Die Züge zwischen Erfurt und Bad Langensalza werden umgeleitet. Der Halt in Döllstädt entfällt. Hintergrund ist die eingeschränkte Besetzung des Stellwerks Erfurt Nord.

Als Nachsatz zur traurigen Pressemeldung schreibt die Pressestelle der Bahn noch folgendes: "Die DB setzt ihre Joboffensive in ganz Deutschland kontinuierlich fort. Mit Investitionen in Personal und Qualifizierung will die DB die klimafreundliche Schiene weiter stärken."

Im ersten Halbjahr 2022 habe der Konzern über 18.000 neuen Beschäftigten eine Jobzusage erteilt, heißt es weiter. Insgesamt will die DB in diesem Jahr rund 24.000 neue Mitarbeitende rekrutieren – rund 15 Prozent mehr als geplant. Bereits im vergangenen Jahr hätte die DB bundesweit 22.000 neue Mitarbeitende an Bord geholt. Menschen, die an Stellwerken arbeiten können, scheinen keine dabei gewesen zu sein.

Auch der regionale Anbieter Abellio hat weiter mit Personalsorgen zu kämpfen. Gerüchtehalber könnte der hohen Krankenstand dort mit den Ausnahmeverhältnissen im Reiseverkehr durch die Einführung des 9-Euro-Tickets zusammenhängen.
Autor: red

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