im Gespräch mit Pfarrer Klemens Müller
Worte zur Weihnacht
Montag, 23. Dezember 2024, 14:30 Uhr
Weihnachten steht vor der Tür und vor allerlei Leckereien und Geschenken sollte dabei der Frieden im Mittelpunkt stehen. Nicht nur der in der weiten Welt, sondern auch der im Kreise der Familie und im eigenen Herzen. Wie man das Licht der Weihnacht findet und weiter gibt, darüber haben wir mit Pfarrer Klemens Müller gesprochen…
Anm. d. Red.: Das Gespräch haben wir Anfang vergangener Woche geführt
nnz: Herr Müller, sie sind vor drei Jahren aus Mühlhausen an den Frauenberg gekommen, wie ist es Ihnen bisher ergangen?
Pfarrer Klemens Müller: Nach Nordhausen zu kommen war für unsere Familie ein großer Schritt, eine große Veränderungen, die wir aber auch bewusst gewählt haben. Und zu bereuen gibt es nichts. Man hat uns mit offenen Armen willkommen geheißen und mit der Kirche direkt vor der Tür und einer sehr aktiven Gemeinde sind wir sehr nah dran am gemeindlichen Leben. Mein Aufgabenfeld ist allerdings schnell gewachsen, neben dem Frauenberg habe ich von Steinbrücken bis Bösenrode zu tun.
nnz:Sie sind für insgesamt neun Gemeinden verantwortlich, das muss gerade in der Weihnachtszeit viel Arbeit sein.
Müller: Ein Gottesdienst an Weihnachten in jeder Gemeinde wäre ohne Unterstützung nicht zu schaffen. Wir haben zum Glück sehr engagierte Menschen in unseren Reihen, die aushelfen können und wollen. Das ist dann zwar nicht die hohe Liturgie, aber die Botschaft, die gute Nachricht, die ist gerade zu Weihnachten unbenommen. Für die Beteiligten ist das auch aufregend und in jeder Gemeinde geht man anders an die Sache heran. Manche mögen es traditionell, da muss alles exakt so sein wie immer, andere experimentieren mit dem Krippenspiel auch schon einmal. Ich helfe in der Vorbereitung, liefere Zuarbeit und unterstütze wo ich kann, bis zur Generalprobe.
nnz: Weihnachten ist das Friedensfest, von Friede und Besinnlichkeit war in der Welt in den letzen Monaten eher wenig zu sehen. Grund zur Sorge gibt es reichlich. Was tragen die Menschen an sie heran?
Müller: Es gibt Zukunftsängste ob der großen Weltlage und man spürt vielfach auch eine Zerrissenheit. Vieles verändert sich, was an sich erst einmal gut ist und zum Lauf der Welt gehört. Aber Veränderung ist für uns Menschen oft schwierig und wird umso schwieriger, wenn sie uns unvorbereitet trifft. Dazu kommen viele persönliche Geschichten, seelische Nöte, Verlust - den Pfarrer ruft man meistens dann, wenn es schwierig wird.
nnz: Wie kann, bei all der Sorge und dem Alltagsstress, überhaupt Weihnachtsstimmung aufkommen?
Müller: Bei mir selber merke ich, dass ich die Adventszeit brauche. Das ist ein bisschen wie mit den drei Weisen, die mussten sich auch erst einmal auf den Weg machen. Irgendwann ebbt das Gewusel ab und es kehrt mehr Ruhe ein. Die Vorbereitung auf den Moment, das ist ein Stück weit auch, was es heißt Christ zu sein und manchmal denke ich, Advent sollte das ganze Jahr sein. Wenn man dann an der Krippe steht, die Glocken läuten, das Licht leuchtet und die frohe Botschaft erklingt - das ist es dann. Und aus der Botschaft schöpfe ich Hoffnung, die Hoffnung die mein Glauben mir gibt und ohne die ich nicht leben könnte. Die Hoffnung ist das Licht in der Dunkelheit und zur Weihnacht strahlt es hell.
nnz: Hoffnung sollte man zur Weihnacht möglichst verbreiten. Am Wochenende will man das mit dem Friedenslicht wieder symbolisch tun. Wie stellt man das praktisch an?
Müller: Es gibt dazu im Alten Testament für den Dezember die passenden Worte. Mache dich auf, werde Licht. Darin liegt ein Schlüssel, wenn man darüber nachdenkt. Wir sind herausgefordert, selber aktiv zu werden, uns selber auf zu machen und das Licht der Weihnacht weiter zu reichen. Aber man kann nur geben, was man selber in sich trägt. Wenn die Tür meines Herzens offen steht und ich glücklich mit mir selber bin, dann kann ich das auch weitergeben und darin liegt viel Wert.
nnz: Die Zerrissenheit zieht sich mitunter bis in die Familien hinein. Wie übersteht man Weihnachten im Kreise der Familie, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt?
Müller: Wo zwei Menschen aufeinandertreffen, da wird es schwierig, kompliziert aber auch schön. Ich denke man muss einen Schritt nach vorne auf den anderen hin zu gehen, das Eigene zurückstellen und offen für das Gegenüber sein. Das hält den Frieden, auch in der Familie. Es glänzt nicht immer alles und es tut gut, die eigenen Erwartungen zurückzunehmen. Wir sollten immer bereit sein, den Menschen Rede und Antwort zu stehen, mit der Hoffnung die wir im Herzen tragen.
nnz: Herr Pfarrer, wir danken für das Gespräch und wünschen eine frohe Weihnacht.
Das Gespräch führte Angelo Glashagel
Autor: redAnm. d. Red.: Das Gespräch haben wir Anfang vergangener Woche geführt
nnz: Herr Müller, sie sind vor drei Jahren aus Mühlhausen an den Frauenberg gekommen, wie ist es Ihnen bisher ergangen?
Pfarrer Klemens Müller: Nach Nordhausen zu kommen war für unsere Familie ein großer Schritt, eine große Veränderungen, die wir aber auch bewusst gewählt haben. Und zu bereuen gibt es nichts. Man hat uns mit offenen Armen willkommen geheißen und mit der Kirche direkt vor der Tür und einer sehr aktiven Gemeinde sind wir sehr nah dran am gemeindlichen Leben. Mein Aufgabenfeld ist allerdings schnell gewachsen, neben dem Frauenberg habe ich von Steinbrücken bis Bösenrode zu tun.
nnz:Sie sind für insgesamt neun Gemeinden verantwortlich, das muss gerade in der Weihnachtszeit viel Arbeit sein.
Müller: Ein Gottesdienst an Weihnachten in jeder Gemeinde wäre ohne Unterstützung nicht zu schaffen. Wir haben zum Glück sehr engagierte Menschen in unseren Reihen, die aushelfen können und wollen. Das ist dann zwar nicht die hohe Liturgie, aber die Botschaft, die gute Nachricht, die ist gerade zu Weihnachten unbenommen. Für die Beteiligten ist das auch aufregend und in jeder Gemeinde geht man anders an die Sache heran. Manche mögen es traditionell, da muss alles exakt so sein wie immer, andere experimentieren mit dem Krippenspiel auch schon einmal. Ich helfe in der Vorbereitung, liefere Zuarbeit und unterstütze wo ich kann, bis zur Generalprobe.
nnz: Weihnachten ist das Friedensfest, von Friede und Besinnlichkeit war in der Welt in den letzen Monaten eher wenig zu sehen. Grund zur Sorge gibt es reichlich. Was tragen die Menschen an sie heran?
Müller: Es gibt Zukunftsängste ob der großen Weltlage und man spürt vielfach auch eine Zerrissenheit. Vieles verändert sich, was an sich erst einmal gut ist und zum Lauf der Welt gehört. Aber Veränderung ist für uns Menschen oft schwierig und wird umso schwieriger, wenn sie uns unvorbereitet trifft. Dazu kommen viele persönliche Geschichten, seelische Nöte, Verlust - den Pfarrer ruft man meistens dann, wenn es schwierig wird.
nnz: Wie kann, bei all der Sorge und dem Alltagsstress, überhaupt Weihnachtsstimmung aufkommen?
Müller: Bei mir selber merke ich, dass ich die Adventszeit brauche. Das ist ein bisschen wie mit den drei Weisen, die mussten sich auch erst einmal auf den Weg machen. Irgendwann ebbt das Gewusel ab und es kehrt mehr Ruhe ein. Die Vorbereitung auf den Moment, das ist ein Stück weit auch, was es heißt Christ zu sein und manchmal denke ich, Advent sollte das ganze Jahr sein. Wenn man dann an der Krippe steht, die Glocken läuten, das Licht leuchtet und die frohe Botschaft erklingt - das ist es dann. Und aus der Botschaft schöpfe ich Hoffnung, die Hoffnung die mein Glauben mir gibt und ohne die ich nicht leben könnte. Die Hoffnung ist das Licht in der Dunkelheit und zur Weihnacht strahlt es hell.
nnz: Hoffnung sollte man zur Weihnacht möglichst verbreiten. Am Wochenende will man das mit dem Friedenslicht wieder symbolisch tun. Wie stellt man das praktisch an?
Müller: Es gibt dazu im Alten Testament für den Dezember die passenden Worte. Mache dich auf, werde Licht. Darin liegt ein Schlüssel, wenn man darüber nachdenkt. Wir sind herausgefordert, selber aktiv zu werden, uns selber auf zu machen und das Licht der Weihnacht weiter zu reichen. Aber man kann nur geben, was man selber in sich trägt. Wenn die Tür meines Herzens offen steht und ich glücklich mit mir selber bin, dann kann ich das auch weitergeben und darin liegt viel Wert.
nnz: Die Zerrissenheit zieht sich mitunter bis in die Familien hinein. Wie übersteht man Weihnachten im Kreise der Familie, wenn es Meinungsverschiedenheiten gibt?
Müller: Wo zwei Menschen aufeinandertreffen, da wird es schwierig, kompliziert aber auch schön. Ich denke man muss einen Schritt nach vorne auf den anderen hin zu gehen, das Eigene zurückstellen und offen für das Gegenüber sein. Das hält den Frieden, auch in der Familie. Es glänzt nicht immer alles und es tut gut, die eigenen Erwartungen zurückzunehmen. Wir sollten immer bereit sein, den Menschen Rede und Antwort zu stehen, mit der Hoffnung die wir im Herzen tragen.
nnz: Herr Pfarrer, wir danken für das Gespräch und wünschen eine frohe Weihnacht.
Das Gespräch führte Angelo Glashagel

