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Stunde der Wintervögel 2025

Weniger Spatzen auf Thüringens Dächern

Montag, 27. Januar 2025, 11:31 Uhr
Zur „Stunde der Wintervögel“ haben sich etwas weniger Vögel als im Vorjahr in Thüringer Gärten, auf Balkons oder in Parks blicken lassen. Dieses Ergebnis zeigt sich auch in der bundesweiten Auswertung der Daten zur Zählaktion von Wintervögeln...

Sorgen bereiten den Vogelschutzexperten des NABU Thüringen vor allem der Rückgang von Haus- und Feldsperling. Beide Spatzenarten ließen sich diesmal seltener blicken: Haussperling und Feldsperling liegen damit unter den Meldungen des Vorjahres.

„Der Feldsperling auf welchen wir bei der „Stunde der Wintervögel“ in Thüringen einen besonderen Fokus gelegt hatten, gehört schon länger zu den Sorgenkindern, deren Bestände in den letzten Jahren deutlich abgenommen haben,“ sagt Marcus Orlamünder der Naturschutzreferent des NABU Thüringen. „Dieser Trend bestätigt sich auch bundesweit. Die Gründe hierfür liegen unter anderem am voranschreitenden Wandel unserer Landschaft, der Industrialisierung der Landwirtschaft und dem Flächenverbrauch. Anstatt auf ständiges Wirtschaftswachstum zu setzten, muss die Politik endlich umdenken und auch mehr Wachstum für die Natur unterstützen. Denn ohne ein Bestehen einer intakten Natur, gibt es irgendwann unter anderem keine gesunden Lebensmittel, keine saubere Luft zum Atmen – aber eben auch kein Wirtschaftswachstum mehr.“

Der Haussperling ist in Thüringen auf dem absteigenden Ast (Foto: Frank Drerer) Der Haussperling ist in Thüringen auf dem absteigenden Ast (Foto: Frank Drerer)


Den Rückgang des eher in Siedlungsräumen vorkommenden Haussperlings führt der NABU auf Nahrungsverknappung durch Flächenversiegelung sowie das Kurzhalten von Rasenflächen und den Rückgang der Nistmöglichkeiten durch Abdichtung von Fassaden zurück.

„Erstmalig wurden zur Aktion auch Gebirgsstelzen gemeldet. Das hat uns besonders gefreut. Ich konnte diese zwar in den letzten Jahren ab und zu in den Wintermonaten schon selbst beobachten, aber im Meldezeitraum wurden uns bisher noch keine Sichtungen übermittelt“, so Marcus Orlamünder. „Mildere Winter könnten dazu führen, dass Gebirgsstelzen in unseren Breitengraden öfter gesichtet werden.“

Eine Überraschung gab es bei Kernbeißern und Bergfinken. Sie wurden im Freistaat über 30 Prozent häufiger als 2024 gemeldet. Beide Arten ziehen im Winter auf der Suche nach Samen und Früchten in größeren Trupps umher. Dabei sind vor allem Bergfinken für ihre enormen Schwärme bekannt.

Die Top Five der Thüringer Wintervögel sind wie im vergangenen Jahr Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Feldsperling. Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und fand bereits zum 15. Mal statt. In Thüringen haben über 4.000 Menschen mitgezählt. Die nächste Vogelzählung findet mit der „Stunde der Gartenvögel“ vom 9. bis 11. Mai statt. Mehr Infos zur Aktion, kreisgenaue Ergebnisse, Artenporträts, Fütterungstipps: www.NABU-Thueringen.de/wintervoegel
Autor: red

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