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Bad Frankenhausen

Ein wertvolles Geschenk für die Unterkirche

Donnerstag, 20. Februar 2025, 12:42 Uhr
Eine Cousine (der aus Kiel stammende Vater kam der Liebe wegen nach Ende des 2. Weltkrieges nach Frankenhausen) besucht ihre Cousine Ute Gayk-Wiese in Strande bei Kiel (deren Mutter ist die Schwester des Frankenhäuser Vaters)...

Neue Paramente für die Unterkirche (Foto: Peter Zimmer) Neue Paramente für die Unterkirche (Foto: Peter Zimmer)


Frau Ute Gayk-Wiese hatte nach Studium und Lehre jahrzehntlang eine Gobelinwerkstatt. Gobelins sind Bildteppiche. Charakteristisch ist für sie, dass in die Kettfäden an Stelle durchgehender Schussfäden entsprechend der Bildvorlage kurze Fadenstücke in Leinwandbindung eingeflochten sind, deren Enden auf der Rückseite verknotet werden. Dies ist also eine sehr zeitaufwendige Arbeit und verlangt Konzentration und Genauigkeit. Auftraggeber sind meist öffentliche Einrichtungen von Kommunen u. a., aber auch kirchliche Einrichtungen. Wer schon einmal Kirchen besichtigte, konnte oft am Altar und an der Kanzel oder dem Lesepult ein meist kunstvoll gestalteten Behang wahrnehmen. Diese werden Antependien (lat.: Vorhang) oder Paramente (lat.: Schmücken/ Vorbereiten) genannt und sind in der Grundsubstanz bzgl. des Kirchenjahres oft farblich gestaltet (z. B. nach Aschermittwoch - Passionszeit = violett).

Die Cousine Gayk- Wiese übergab ihrer weitgereisten Verwandten ein kostbares Geschenk mit der Bitte um Weitergabe an die evangelische Kirchgemeinde Bad Frankenhausen: ein kleines und ein großes Antependium für den großen Altar und Lesepult/Kanzel in der Unterkirche. Auf Grund der roten Grundfarbe ist es für besondere Festlichkeiten und kirchliche Feste gedacht (Pfingsten, Konfirmation, Kirchweihe. Reformationsfest, Bittgottesdienst um Frieden u. a.).
Kurze Zeit später begegnen sich zwei Frauen bei einer Busreise ins Erzgebirge, man kennt sich und setzt sich zusammen und kommt ins Gespräch. Eine der Frauen ist eine engagierte Ehrenamtliche der Kirchgemeinde und so kann die andere ihr Anliegen bzgl. des Geschenks darlegen. Nach der Rückkehr überreicht die frankenhäuser Cousine am Ende eines Gottesdienstes das Geschenk an einen anwesenden Lektor, der davon noch gar nichts wusste und sehr erfreut war. Anfang Februar wurden im sonntäglichen Gottesdienst beide Antependien vorgestellt. Betrachtet man diese sehr aufmerksam, kann man eingearbeitete Goldfäden erkennen.
Das Bild ist nicht der endgültige Standort. Zum Pfingstgottesdienst werden beide Paramente erstmals Altar und Lesepult in der Unterkirche schmücken.

Peter Zimmer
Autor: red

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