Kloster Göllingen
Konzert und Sonderführung zum Bauernkrieg
Montag, 12. Mai 2025, 11:05 Uhr
Einen sonnigen warmen Sommerabend bescherte der zweite Tag im Mai, sehr freundlich für ein Wandelkonzert am Kloster Göllingen, das den Reigen der Sommerkonzerte am romanischen bedeutenden Klosterort einleitete. Wieder hat der Förderverein am Kloster herausragende Musiker gefunden, die dieses Konzert gestalteten...
Das Ensemble NUSMIDO aus Halle, mit drei ausgebildeten Musikern und Sängern unter Leitung von Herrn Marn Erhardt, Halle, präsenerten an den unterschiedlichen und zugänglichen Räumen in Wesurm der ehemaligen Klosterkirche Musiken aus den Notenhandschrien der Pariser Notre Dame – Sammlung: In Seculum – In Ewigkeit – Organum und Conductus von Notre Dame war das Programm überschrieben. 800 Jahre alte Frühlingsklänge erklangen mit Smmen und Instrumenten.
Bereits der Einseg überraschte: Man bat das Publikum ins obere Turmgeschoß. Nach Begrüßung und Einführung erklangen unter dem Titel Einzug des Frühlings Troubadur-Lieder und Hymnen in alter französischer Sprache und Latein. Die Fröhlichkeit und der beherzte Rhythmus in diesem Klangraum gleich unter dem Himmelszelt erfasste sogleich die Zuhörerinnen und Zuhörer mit der hier erstaunlich klangvollen Melodik im Glockengeschoß.
Im Wunsch der Musiker, dieses Konzert sowohl in seiner frohen Beherztheit zu erfassen wie auch in einer tragenden Kontemplaon, die sicher an dem Ort zu spüren war, wechselte der Gesang in die ausgespielten und verharrenden Klänge der Smmen in den vorgetragenen lateinischen Texten: Veri floris – Wahrhaige Blumen, so der Hymnus, der die unterschiedliche Smmigkeit der drei Sänger auch sehr deutlich erstrahlen ließ, was sich danach im Turmsaal in gregorianischen Ostergesängen, somit auch ein Auruch, eine Auferstehung, beschrieb.
Immer wieder entdeckte man in den getragenen und ausgeprägt langsmmigen Vokalinterpretaonen der notenumschriebenen Silben der Wörter die Lust des Gesanges als Darstellung großer Wahrheit im Text. In dieser Art Gregorianik, wie im Titel Alleluja Pascha nostrum stand der themasche Teil der Ostermesse, der sich als eigentlicher Gesangshöhepunkt in der romanischen und im Halbdunkel gehaltenen altehrwürdigen Krypta, überschrieben mit In Ewigkeit fortsetzte. Eingespielte Flöten und Glockenspiel unterstrichen den Gesang, der hier nun wirklich zur Kontemplaon in diesem künstlerischen Andachtsraum führte. Man erlebte es im Publikum allein dadurch, dass der Applaus erst einsetzte, nachdem der wirklich letzte Klang ausgeklungen war.
Der Abschluss des Konzertes war auf dem offenen Platz des ehemaligen Kirchenschiffes. Die Sänger auf der Empore beendeten mit einem Conductus, einem Hymnus Salvatoris hodie, in dem sich sowohl fröhliche Erhabenheit als auch getragene Ehrfurcht vereinten. Letztlich war dieses Musikstück eines, das dem legendären Verfasser Peron zugeschrieben wird, mit dem als erster ein Name zu einer musikalischen Komposion verbunden wird und somit erstmals in der Musikgeschichte überhaupt der Name eines Sängers aus dem Nebel der Anonymität heraustrat.
Nach dem abschließendem langen und begeisterten Applaus der weit über fünfzig Besucher des Konzertes, den die Sänger und Musiker nach Abseg im Kirchenschiff entgegennahmen, war eine Zugabe obligatorisch, auch wenn sich die Dunkelheit des Abends langsam einstellte: Das Frühlingslied der Troubadure ließ das wohl von allen als besonders beeindruckendes Konzert erlebte Geschehen dieser eineinhalb Stunden ausklingen.
Die anschließende Gelegenheit, sich mit den Musikern und Vereinsmitgliedern auszutauschen wurde genutzt und viel Zuspruch weitergegeben. Mit Unterstützung der Sparkassen-Kunstsung gelang ein kulturvoller Sommerabend am Kloster. Erst gegen elf Uhr abends wurden die Tore am Kloster geschlossen.
Doch an beiden folgenden Tagen war ein weiteres Gedenken und interessanter Höhepunkt in der Geschichte des Klosters herausgehoben: vor genau 500 Jahren haben streunende Bauerngruppen im Kloster gewütet und Zerstörung gebracht. Noch vor der Schlacht am weißen Berg in Frankenhausen geschah dies und wurde nun in Sonderführung durch Vereinsmitglied Christof Rommel in einer anschaulichen Führung erzählt und an Hand originaler Fundstellen erläutert. Im Habitus eines Benediknermönchs waren seine Schilderungen ein fast echtes Erspüren der Momente in der Geschichte vor einem halben Jahrtausend.
Ein abschließendes Verlesen der bekannten Pröpste in der romanischen Klosterkrypta, - ein Handlicht wurde dabei entzündet -, als kleines Gedenken in der Krypta war ein besonderer Moment, der bereits vor den Feierlichkeiten in Bad Frankenhausen hier die Zeitspanne der Geschichte nahebrachte.
Weitere Konzerte und Sonderführungen werden folgen. Die Internetpräsenz des Vereins, - www.kloster-goellingen.de-, wird aktuell dazu informieren.
Autor: emwDas Ensemble NUSMIDO aus Halle, mit drei ausgebildeten Musikern und Sängern unter Leitung von Herrn Marn Erhardt, Halle, präsenerten an den unterschiedlichen und zugänglichen Räumen in Wesurm der ehemaligen Klosterkirche Musiken aus den Notenhandschrien der Pariser Notre Dame – Sammlung: In Seculum – In Ewigkeit – Organum und Conductus von Notre Dame war das Programm überschrieben. 800 Jahre alte Frühlingsklänge erklangen mit Smmen und Instrumenten.
Bereits der Einseg überraschte: Man bat das Publikum ins obere Turmgeschoß. Nach Begrüßung und Einführung erklangen unter dem Titel Einzug des Frühlings Troubadur-Lieder und Hymnen in alter französischer Sprache und Latein. Die Fröhlichkeit und der beherzte Rhythmus in diesem Klangraum gleich unter dem Himmelszelt erfasste sogleich die Zuhörerinnen und Zuhörer mit der hier erstaunlich klangvollen Melodik im Glockengeschoß.
Im Wunsch der Musiker, dieses Konzert sowohl in seiner frohen Beherztheit zu erfassen wie auch in einer tragenden Kontemplaon, die sicher an dem Ort zu spüren war, wechselte der Gesang in die ausgespielten und verharrenden Klänge der Smmen in den vorgetragenen lateinischen Texten: Veri floris – Wahrhaige Blumen, so der Hymnus, der die unterschiedliche Smmigkeit der drei Sänger auch sehr deutlich erstrahlen ließ, was sich danach im Turmsaal in gregorianischen Ostergesängen, somit auch ein Auruch, eine Auferstehung, beschrieb.
Immer wieder entdeckte man in den getragenen und ausgeprägt langsmmigen Vokalinterpretaonen der notenumschriebenen Silben der Wörter die Lust des Gesanges als Darstellung großer Wahrheit im Text. In dieser Art Gregorianik, wie im Titel Alleluja Pascha nostrum stand der themasche Teil der Ostermesse, der sich als eigentlicher Gesangshöhepunkt in der romanischen und im Halbdunkel gehaltenen altehrwürdigen Krypta, überschrieben mit In Ewigkeit fortsetzte. Eingespielte Flöten und Glockenspiel unterstrichen den Gesang, der hier nun wirklich zur Kontemplaon in diesem künstlerischen Andachtsraum führte. Man erlebte es im Publikum allein dadurch, dass der Applaus erst einsetzte, nachdem der wirklich letzte Klang ausgeklungen war.
Der Abschluss des Konzertes war auf dem offenen Platz des ehemaligen Kirchenschiffes. Die Sänger auf der Empore beendeten mit einem Conductus, einem Hymnus Salvatoris hodie, in dem sich sowohl fröhliche Erhabenheit als auch getragene Ehrfurcht vereinten. Letztlich war dieses Musikstück eines, das dem legendären Verfasser Peron zugeschrieben wird, mit dem als erster ein Name zu einer musikalischen Komposion verbunden wird und somit erstmals in der Musikgeschichte überhaupt der Name eines Sängers aus dem Nebel der Anonymität heraustrat.
Nach dem abschließendem langen und begeisterten Applaus der weit über fünfzig Besucher des Konzertes, den die Sänger und Musiker nach Abseg im Kirchenschiff entgegennahmen, war eine Zugabe obligatorisch, auch wenn sich die Dunkelheit des Abends langsam einstellte: Das Frühlingslied der Troubadure ließ das wohl von allen als besonders beeindruckendes Konzert erlebte Geschehen dieser eineinhalb Stunden ausklingen.
Die anschließende Gelegenheit, sich mit den Musikern und Vereinsmitgliedern auszutauschen wurde genutzt und viel Zuspruch weitergegeben. Mit Unterstützung der Sparkassen-Kunstsung gelang ein kulturvoller Sommerabend am Kloster. Erst gegen elf Uhr abends wurden die Tore am Kloster geschlossen.
Doch an beiden folgenden Tagen war ein weiteres Gedenken und interessanter Höhepunkt in der Geschichte des Klosters herausgehoben: vor genau 500 Jahren haben streunende Bauerngruppen im Kloster gewütet und Zerstörung gebracht. Noch vor der Schlacht am weißen Berg in Frankenhausen geschah dies und wurde nun in Sonderführung durch Vereinsmitglied Christof Rommel in einer anschaulichen Führung erzählt und an Hand originaler Fundstellen erläutert. Im Habitus eines Benediknermönchs waren seine Schilderungen ein fast echtes Erspüren der Momente in der Geschichte vor einem halben Jahrtausend.
Ein abschließendes Verlesen der bekannten Pröpste in der romanischen Klosterkrypta, - ein Handlicht wurde dabei entzündet -, als kleines Gedenken in der Krypta war ein besonderer Moment, der bereits vor den Feierlichkeiten in Bad Frankenhausen hier die Zeitspanne der Geschichte nahebrachte.
Weitere Konzerte und Sonderführungen werden folgen. Die Internetpräsenz des Vereins, - www.kloster-goellingen.de-, wird aktuell dazu informieren.









