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Kreisversammlung des DRK Kyffhäuserkreisverbandes

Neuanfang mit Herz und Erfahrung

Dienstag, 16. September 2025, 11:00 Uhr
Die Wände des Dorfkrugs in Grüningen waren am 13. September erfüllt von Dankbarkeit, Respekt und einem Hauch Aufbruchsstimmung. Der DRK Kyffhäuserkreisverband hatte zur alle vier Jahre stattfindenden Kreisversammlung geladen, und Delegierte aus allen Ortsvereinen des Kreises waren der Einladung gefolgt...

Kreisversammlung des DRK Kyffhäuserkreisverbandes e.V. in Grüningen (Foto: Sven Oesterheld) Kreisversammlung des DRK Kyffhäuserkreisverbandes e.V. in Grüningen (Foto: Sven Oesterheld)


Im Mittelpunkt standen nicht nur die turnusgemäßen Wahlen des Präsidiums, sondern auch bewegende Rückblicke, wegweisende Worte und besondere Ehrungen für jahrzehntelanges Engagement.

Ein Abschied mit Herz: Karl-Heinz Genzel tritt nach 43 Jahren ab

Auszeichnung für Jahrelanges Ehrenamtliches Engagement für Lothar Girschele - Landtagsabgeordneter Stefan Schard (re.); Sven Oesterheld Vorstandsvorsitzender DRK Kyffhäuserkreisverband (li) überreichen die Ehrung (Foto: DRK) Auszeichnung für Jahrelanges Ehrenamtliches Engagement für Lothar Girschele - Landtagsabgeordneter Stefan Schard (re.); Sven Oesterheld Vorstandsvorsitzender DRK Kyffhäuserkreisverband (li) überreichen die Ehrung (Foto: DRK)


Bereits zu Beginn der Versammlung war klar: Es wird ein Vormittag der Emotionen. Stefan Schard, Vizepräsident des Kreisverbandes, eröffnete die Veranstaltung mit einem herzlichen Dank an eine Institution des DRK Kyffhäuserkreisverbandes – Karl-Heinz Genzel, der zum 1. April 2025 nach fast 43 Jahren als Vorstandsvorsitzender in den verdienten Ruhestand gegangen ist. Oder, wie Schard es mit einem Augenzwinkern formulierte: „In den Un-Ruhestand.“

Genzel habe, so Schard, „das DRK nicht nur verwaltet, sondern gelebt“. Sein Wirken sei in vielen Bereichen des Verbandes spürbar – ob im Aufbau professioneller Strukturen, der Förderung ehrenamtlicher Initiativen oder der stetigen Weiterentwicklung der Dienstleistungen. Viele in der voll besetzten Gaststube nickten zustimmend, als Schard sagte: „Was Herr Genzel für diesen Verband getan hat, ist mit Zahlen kaum zu erfassen – aber in Herzen fest verankert.“

Beeindruckende Zahlen, engagierte Menschen
Der folgende Arbeitsbericht zeichnete ein eindrucksvolles Bild der Vielfalt, mit der das DRK im Kyffhäuserkreis für die Menschen tätig ist. Mit ca. 1.200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern sowie rund 185 hauptamtlich Beschäftigten ist der Kreisverband einer der größten sozialen Träger der Region – und in nahezu allen Lebensbereichen aktiv: Vom Rettungsdienst über die Wasserwacht, das Jugendrotkreuz, den Katastrophenschutz bis hin zu Kitas, ambulanter Pflege, Tagespflege und einem eigenen Pflegeheim. Auch die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften ist ein stetig wachsender Bereich.

„Wir stehen auf einem starken Fundament“, sagte Schard. „Doch wir wissen auch: Die Herausforderungen werden nicht kleiner – im Gegenteil. Gesellschaftlicher Wandel, demografische Entwicklung und zunehmende Anforderungen in der Pflege und im Katastrophenschutz fordern uns täglich neu heraus.“ Umso wichtiger sei es, die Menschen vor Ort weiterhin aktiv einzubeziehen, motivierte der Vizepräsident die Anwesenden.

Landrätin Hochwind-Schneider würdigt Ehrenamt
Als besonderer Gast sprach Landrätin Antje Hochwind-Schneider zu den Delegierten. In ihrer Rede betonte sie eindrücklich die Rolle des Ehrenamts in der Gesellschaft. „Ohne das DRK und seine engagierten Helferinnen und Helfer wäre vieles in unserem Landkreis nicht möglich“, so die Landrätin. Gerade angesichts wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen, von der Daseinsvorsorge bis zur Notfallhilfe, sei das Ehrenamt ein tragender Pfeiler des Zusammenlebens. Sie dankte allen Aktiven für ihren unermüdlichen Einsatz – im Stillen wie im Sichtbaren.

Großer Applaus für ein stilles Vorbild: Lothar Girschele geehrt
Ein besonders emotionaler Moment der Versammlung war die Ehrung von Lothar Girschele, einem Urgestein der Wasserwacht, der seit den 1980er-Jahren unermüdlich für die Sicherheit und Ausbildung im Wasser steht. Ob als Ausbilder für Rettungsschwimmer, bei der Organisation von Einsätzen oder in der Schwimmausbildung von Kindern – Girscheles Handschrift ist in vielen Bereichen spürbar. Sein Engagement im Aufbau einer eigenen Wasserrettungsstaffel wurde besonders gewürdigt.

Viele im Raum kannten ihn aus den Sondershäuser Freibädern – in den letzten Jahren insbesondere im Freibad Großfurra, wo er regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen arbeitete. Stefan Schard formulierte es treffend in seiner Laudatio:
„Lieber Lothar, Du hast Spuren hinterlassen – nicht im Sand, sondern im Herzen. Deine stille Stärke, dein Humor, dein Mitgefühl und deine Haltung machen dich zum Vorbild für uns alle.“

Der langanhaltende Applaus war nicht nur eine Würdigung für eine beeindruckende Lebensleistung, sondern auch ein Zeichen des tiefen Respekts, den Girschele innerhalb des Verbandes genießt.

Finanzen auf solider Grundlage
Auch der Finanzbericht durch Dr. Höflich von der Fundus gGmbH fiel positiv aus. Der Wirtschaftsprüfer attestierte dem Kreisverband eine stabile und gesunde Finanzlage – trotz allgemein schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. In seinen Worten:
„Auf solche finanziellen Grundlagen wäre manches DAX-Unternehmen neidisch.“
Ein Satz, der sowohl für Schmunzeln als auch für Stolz im Raum sorgte.

Junge Erfolge: Wasserwacht begeistert im Jugendbereich
In der anschließenden Diskussion berichtete Regina Girschele, Leiterin der Wasserwacht, von den aktuellen Erfolgen in der Jugendarbeit. Die jungen Schwimmerinnen und Schwimmer konnten zuletzt sowohl auf Kreis- als auch Landesebene überzeugen. Neben sportlichen Erfolgen hob sie besonders den Teamgeist und die soziale Entwicklung der Jugendlichen hervor – ein Verdienst langjähriger pädagogischer Arbeit und guter Zusammenarbeit mit Schulen und Familien.

Abschied mit Haltung – Neuwahl mit Signalwirkung
Zum Ende der Versammlung ergriff noch einmal Karl-Heinz Genzel selbst das Wort. Sichtlich bewegt, aber mit fester Stimme wandte er sich an die Anwesenden.
„Ich danke allen für die nicht immer einfache, aber stets lohnende Zusammenarbeit. Ich wünsche dem neuen Präsidium viel Kraft und ein glückliches Händchen – im Sinne unseres Auftrags. So, das war es jetzt – weiter voran!“
Seine letzten Worte wurden mit langanhaltendem Beifall quittiert – ein würdiger Abschied für einen außergewöhnlichen Menschen.
Nach der einstimmigen Entlastung des bisherigen Präsidiums folgte der Wahlgang.

Die neue Leitung des Kreisverbandes setzt sich wie folgt zusammen:
  • Knut Hoffmann (Präsident)
  • Stefan Schard (Vizepräsident)
  • Torsten Abicht (Vizepräsident)
  • Nathalie Kiehm (Kreisverbandsärztin)
  • Regina Girschele (gesetztes Mitglied der Wasserwacht)
  • Nadine Schreivogel-Reilich (neu gewählte JRK-Kreisleiterin)


Präsident Knut Hoffmann betonte in seinen Abschlussworten die Wichtigkeit von Zusammenhalt und einer offenen Kommunikation zwischen Haupt- und Ehrenamt:
„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit unserem neuen Vorstandvorsitzenden Sven Oesterheld und unser gemeinsames Ziel ist es, in allen Bereichen des Verbandes die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Arbeit der Menschen zu schaffen – für diejenigen, die helfen, und für diejenigen, denen geholfen wird.“

Ein starkes Signal für die Zukunft
Die Versammlung endete mit Zuversicht und neuer Energie. Der DRK Kyffhäuserkreisverband e.V. zeigt sich gut aufgestellt für die kommenden Jahre – getragen von Erfahrung, gestärkt durch neuen Elan und verbunden in der gemeinsamen Überzeugung: Helfen ist Herzenssache.
Sven Oesterheld (Vorstandsvorsitzender)
Autor: emw

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