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Ein Blick in die Statistik

Die Thüringer sparen wieder mehr

Montag, 22. September 2025, 10:44 Uhr
Im Jahr 2023 sparte jede Person in Thüringen durchschnittlich 1 695 Euro. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik, nahm demnach der Sparbetrag verglichen mit dem Vorjahr um 17,1 Prozent zu...

Die Zunahme entspricht der höchsten Steigerungsrate aller Bundesländer. In Deutschland insgesamt nahm der Sparbetrag pro Kopf um 7,2 Prozent zu.

Die überdurchschnittliche Steigerungsrate in Thüringen resultierte aus einer historisch niedrigen Sparquote im Jahr 2022 verbunden mit einer generell unterdurchschnittlichen Sparleistung im Vergleich zum Bundeswert. Der starke Anstieg des Sparens lässt sich teilweise auf anhaltende Corona-Effekte zurückführen. In den Jahren vor der Corona-Pandemie bis 2019 zeigte die Sparquote in Thüringen einen tendenziell abnehmenden Trend. Das bedeutet, der Anteil des verfügbaren Einkommens, der nicht konsumiert wurde, sank. 2019 lag die Sparquote bei 6,6 Prozent.

In den Jahren 2020 und 2021 stieg die Sparquote in Thüringen auf nie zuvor gemessene 12,3 bzw. 10,1 Prozent. Dieser Anstieg des Sparens hing mit den eingeschränkten Konsummöglichkeiten während der Corona-Pandemie zusammen. Laut den Ergebnissen der Laufenden Wirtschaftsrechnungen1 resultierte der Konsumrückgang im Jahr 2020 deutschlandweit vor allem aus der Abnahme in den Bereichen „Gastronomie- und Beherbergungsdienstleistungen“, „Freizeit, Sport und Kultur“ sowie „Verkehr“. 2022 nahmen die privaten Konsumausgaben pro Kopf in Thüringen wiederum deutlich um 12,8 Prozent zu. Dieser Konsumanstieg war verbunden mit einer historisch niedrigen Sparquote von 5,8 Prozent. Im Jahr 2023 pendelten sich Konsumausgaben und Sparen wieder auf dem Vor-Corona-Niveau ein. Die Sparquote lag 2023 bei 6,5 Prozent.

Das Sparen der privaten Haushalte entspricht dem nicht konsumierten Teil ihres verfügbaren Einkommens. Den überwiegenden Teil verwenden die privaten Haushalte für Konsumausgaben. Die Ergebnisse des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ zeigen, dass die privaten Konsumausgaben je Thüringerin bzw. Thüringer im Jahr 2023 gegenüber 2022 um 4,9 Prozent auf 24 444 Euro stiegen. Preisbereinigt, also unter Berücksichtigung der Steigerung der Verbraucherpreise, nahm der Pro-Kopf-Konsum um 1,9 Prozent ab. Angaben zum Sparen liegen nur in jeweiligen Preisen, nicht preisbereinigt, vor.

1) Struktur der Konsumausgaben im Zeitvergleich, Laufende Wirtschaftsrechnungen (LWR), Abrufdatum: 27.8.2025
  • Die privaten Konsumausgaben enthalten die Konsumausgaben sowohl der privaten Haushalte als auch der privaten Organisationen ohne Erwerbszweck. Gleiches gilt für das Sparen und das verfügbare Einkommen.
  • Das verfügbare Einkommen entspricht den Einkommen, die private Haushalte und private Organisationen ohne Erwerbszweck für Konsum- oder Sparzwecke verwenden können. Der nicht konsumierte Teil des verfügbaren Einkommens zuzüglich der Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche stellt das Sparen dar. Die Sparquote ist definiert als Anteil des so ermittelten Sparens am verfügbaren Einkommen (letzteres erhöht um die Zunahme der betrieblichen Versorgungsansprüche).
Autor: red

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