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Bericht von Thomas Leipold

Hilfe war eine ganz große Herzensangelegenheit

Montag, 24. November 2025, 13:51 Uhr
Im WB 4, einer Seniorengruppen-Initiative ist immer was los. Dieses Mal hatten wir zu uns Herrn Michael Scharschuch eingeladen zu einem ganz besonderen Thema und Vortrag...

li. Herr Scharschuch im Gespräch mit Thomas Leipold re. (Foto: Leipold) li. Herr Scharschuch im Gespräch mit Thomas Leipold re. (Foto: Leipold)


Zumindest die über 40-jährigen haben ein spezielles Datum und ein ganz schreckliches Ereignis immer noch im Kopf in Erinnerung, den 26. April 1986, die Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl im Block 4. Neben der unvorstellbaren technischen Katastrophe brachte das Ereignis auch ganz viel Leid und veränderte für viele Menschen quasi alles.



Auch in Sondershausen wollte man unbedingt Hilfe leisten und so wurde durch Herrn Karl Grimm und Herrn Michael Scharschuch und weiteren Mitstreitern der Verein „Tschernobyl, Hilfe für Kinder in Not 1990 ins Leben gerufen.

Wie Herr Scharschuch berichtet war die sofortige Welle der Anteilnahme und die Hilfsbereitschaft riesengroß. In seinen Erzählungen merkt man immer noch mit welcher Freude er von den Aktivitäten spricht, wieviel Herzblut von ihm selbst damit verbunden ist und wie emotional das auch uns alle im WB 4 tief berührt.

Ziele des Vereines waren vor allem humanitäre Hilfstransporte und Kindergruppen in Sondershausen eine Möglichkeit einer besonderen Auszeit als Urlaub zu ermöglichen.

Dank der Unterstützung von etlichen Firmen, Privatpersonen, weiteren Sponsoren und Spendern konnten sehr schnell ganz viele Spendenpakete und Geld gesammelt werden. Es wurden Hilfstransporte organisiert, die von vielen Ehrenamtlichen unterstützt und begleitet wurden.

1991 ging der erste Hilfstransport in das Brijansker Gebiet und nach Mirni, einem Dorf mit 189 Haushalten. Vor Ort wurden die Hilfspakete an die einzelnen Haushalte verteilt und man kam immer wieder miteinander ins Gespräch. Immer wieder wurde die Frage gestellt: Wo braucht ihr Hilfe?

So erfuhren sie auch, dass es in Klimowo ein Waisenhaus gibt mit 140 Waisenkindern. Diese Kinder hatten keine eigene Familie und Angehörige mehr. Sie wurden nun im Waisenhaus bestmöglich betreut.

So war es dann auch eine ganz besondere Herzensangelegenheit diesen Kindern bei uns in Deutschland zumindest einen unbeschwerten Urlaub zu ermöglichen. So wurden 33 Kinder im August 1999 in Sondershausen herzlich willkommen geheißen. Wir erfuhren auch, dass es für dieses Waisenhaus und die Mitarbeiter von russischer Seite aus für längere Zeit keine Geldzuwendungen mehr gab. Man war ganz auf sich alleine gestellt. Wie können wir das Waisenhaus weiter am Leben erhalten und den Kindern weiterhin ein Zuhause bieten, so lautete die ganz zentrale Frage. Auch hier konnte der Verein helfen und Unterstützung leisten.

Viele Artikel und Beiträge in den Medien zeugen noch heute von diesem ganz besonderen humanitären Engagement und gelebter und praktizierter Hilfe vor Ort.
Mit einem kleinen Präsent bedankten wir uns bei Herrn Scharschuch für seinen Besuch und seine Erlebnisberichte.
Thomas Leipold, WB 4 Seniorengruppen-Initiative in Sondershausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: emw

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