Bericht von Wolfgang Lehmann
Jetzt kommt die schöne Weihnachtszeit
Donnerstag, 27. November 2025, 14:55 Uhr
Auf den Marktplätzen werden die großen Weihnachtstannen aufgestellt und die ersten Weihnachtsmärkte öffnen. Die Schaufenster sind geschmückt und überall strahlen Lichter. Auch wir Wanderer bereiten uns auf diese schönste Jahreszeit vor. Die Themen unserer Wanderungen im Dezember spiegeln das wieder...
Doch vorher wollen wir heute von den rasanten und interessanten Wanderungen im November berichten. Als wir uns am 05. November trafen, waren alle verwirrt. Temperaturen um die +10°C, die Sonne scheint, weit und breit keine Regenwolke und auch kein drohendes Schneegestöber. Das war in den letzten Jahren andersherum. Zuversichtlich fuhren wir nach Hohenebra.
Dort erwartete uns schon unser Volker. Zunächst führte er uns an die neuerbaute Bahnbrücke über die ebenfalls erneuerte Verbindungsstraße von Oberspier zur B249. Nach Besichtigung dieses Bauwerkes, das durch Bilder, die Schüler gemalt haben, verschönert wurde, ging es zunächst parallel der B249 bis zum Geschling. Am Lost Place Hohenebra Bahnhof und ehemalige Ziegelei machten wir eine längere Rast. Neben den alten und teilweise auch schon zerstörten Gebäuden des Bahnhofes und der Ziegelei stießen wir auf eine alte, verwunschene Brücke. Die Natur hat schon lange wieder Besitz von ihr ergriffen. Sie führt über die Gleise der Bahnstrecke von Erfurt nach Nordhausen. Befahren darf man sie schon lange nicht mehr und wie wir hörten, soll sie demnächst zurückgebaut werden. Nach erfolgter Stärkung ging es wieder zurück nach Hohenebra. Dort erwartet uns schon Herr Hellmuth mit Glühwein, Würstchen und Fettbroten. Vielen Dank an Herrn Hellmuth und unseren Volker für die schöne Wanderung und den krönenden Abschluß.
Auch am zweiten Mittwoch im November konnten wir uns über eine frühlingshafte Wetterlage freuen. Unsere heutige Wanderung führte uns mal wieder in das Kyffhäusergebirge. Es ist erstaunlich, dass es dort tatsächlich noch Wege gibt, die wir noch nicht gegangen sind. Start war an der Barbarossa Höhle. Von hier ging es gleich in die Berge. Immer wieder kann man hier über interessante Berggipfel und geologische Aufschlüsse staunen. Aber irgendwie hat man mach mal auch das Gefühl, die Kannibalen rufen und wollen uns in ihre Höhlen locken. Diese liegen gar nicht so weit weg von unserer heutigen Strecke.
Ziel ist das Rathsfeld. Das ist nicht neu. Aber auf einem Rastplatz gibt es ein Lapidarium, bestückt mit alten, hier in der Gegend verwendeten Grenzsteinen. Entsprechende Erläuterungen geben zwei ebenfalls aufgestellte Infotafeln. Nach einer Stärkung ging es dann wieder hinab zur Barbarossa Höhle.
Ganz anders stellte sich die Wetterlage am 19.11. dar. Bewölkung und Windböen verursachten gefühlte Temperaturen um -3°C. Auch leichten Schneefall war im Tagesverlauf zu sehen. Das war das Wetter, mit dem wir bisher zu jeder Wanderung zur Hasenburg fertig werden mussten. Hinzu kommen steile Anstiege und rutschige Wege. Genau genommen handelt es sich hier um zwei durch einen Hohlweg getrennte Wallburganlagen. Das Bergplateau ist seit über 4000 Jahren besiedelt. Das rekonstruierte Kammertor ist einer Reichsburg aus dem 11. Jahrhundert zuzuordnen.
Wieder in Großbodungen angelangt haben wir die Möglichkeit die dortige Burg im Ortszentrum zu besichtigen. Im vergangenen Jahr bestand diese Möglichkeit noch nicht. Bei einer schönen Tasse Kaffee und einem guten Stück Kuchen erfuhren wir von der Geschichte dieser Stätte. Die Burg wurde im 13. Jahrhundertdurch die Familie Bodungen errichtet und ging im 15. Jahrhundert an die Grafen von Hohnstein. Im 16. Jahrhundert baute Familie Berlepsch, in ihrer Eigenschaft als Pächter, die Burg in ihre noch heute erhaltene Form um. Ab dem 17. Jahrhundert bis zum Ende der Monarchie in Thüringen, im Jahr 1918, gehörte sie den Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Damit fand der Aufstieg zur Hasenburg in diesem Jahr einen würdigen Abschluss. Unserer Wanderführerin Hannelore ein großes Dankeschön.
Am Sonnabend, den 22.11. trafen sich Wanderinnen und Wanderer aller Gruppen unseres Vereins im Schlosspark. Unser Wanderführer, Günter Hartmann, führte uns über die Hardt und entlang des Grenzsteinwegs in das Hamma Tal, also eine uns gut vertraute Strecke. Doch heute galt unser Interesse der Gaststätte Stille Liebe. Der Wirt erwartete uns schon und servierte einen guten Spanferkelbraten und dazu ein gutes Bier.
Die Wanderung am 26. November führte uns zum Standort der Sondershäuser Mutterblutbuche im Wald der Hainleite. Wir starteten unsere Wanderung am Parkplatz des Jagdschlosses Zum Possen, wohl nicht nur den Sondershäusern bekannt. Hier haben vor wenigen Tagen die Mitglieder des Kulturwaldverein Sondershausen am Possen und Hainleite unter Mithilfe einiger Mitglieder unseres Wandervereins eine junge Blutbuche gepflanzt. So wollen sie den Fortbestand dieses Sondershäuser Wunders auch in der Zukunft sichern. Einige Schritte weiter konnten wir einen schönen Blick auf Oberspier genießen. Unser Weg führte uns weiter zum Schwuckenseehaus, ein bei Sondershäusern bekanntes Jagdhaus, und dem Rohrteich. Vorbei am Generationenwald erreichten wir schließlich das Ziel, den Standort der Mutterblutbuche. Wenn diese heute noch hier stünde, könnte sie uns Geschichten aus beinahe 5 Jahrhunderten erzählen. Im Jahr 1930 fegte ein Sturm durch den hiesigen Wald und brach ihre Krone ab. In den 1970er Jahren musste dann auch deren Stamm gefällt werden. Dank des wiedererwachten Interesses an dieser Sondershäuser Merkwürdigkeit steht auch heute am alten Standort eine junge Blutbuche.
Auf Infotafeln kann man die Geschichte der Mutterblutbuche erfahren. Ebenfalls vor wenigen Tagen erschien ein Buch zur Mutterblutbuche. Wen es interessiert, kann hierin alle Informationen über die Sondershäuser Mutterblutbuche nachlesen. Von ihr stammen beinahe alle weiteren Ableger in Europa und der Welt. Wer es will, kann es auch uns nachahmen und wandert selbst zum Ursprung dieses Naturwunders.
Wolfgang Lehmann - Hainleite-Wanderverein
Doch vorher wollen wir heute von den rasanten und interessanten Wanderungen im November berichten. Als wir uns am 05. November trafen, waren alle verwirrt. Temperaturen um die +10°C, die Sonne scheint, weit und breit keine Regenwolke und auch kein drohendes Schneegestöber. Das war in den letzten Jahren andersherum. Zuversichtlich fuhren wir nach Hohenebra.
Dort erwartete uns schon unser Volker. Zunächst führte er uns an die neuerbaute Bahnbrücke über die ebenfalls erneuerte Verbindungsstraße von Oberspier zur B249. Nach Besichtigung dieses Bauwerkes, das durch Bilder, die Schüler gemalt haben, verschönert wurde, ging es zunächst parallel der B249 bis zum Geschling. Am Lost Place Hohenebra Bahnhof und ehemalige Ziegelei machten wir eine längere Rast. Neben den alten und teilweise auch schon zerstörten Gebäuden des Bahnhofes und der Ziegelei stießen wir auf eine alte, verwunschene Brücke. Die Natur hat schon lange wieder Besitz von ihr ergriffen. Sie führt über die Gleise der Bahnstrecke von Erfurt nach Nordhausen. Befahren darf man sie schon lange nicht mehr und wie wir hörten, soll sie demnächst zurückgebaut werden. Nach erfolgter Stärkung ging es wieder zurück nach Hohenebra. Dort erwartet uns schon Herr Hellmuth mit Glühwein, Würstchen und Fettbroten. Vielen Dank an Herrn Hellmuth und unseren Volker für die schöne Wanderung und den krönenden Abschluß.
Auch am zweiten Mittwoch im November konnten wir uns über eine frühlingshafte Wetterlage freuen. Unsere heutige Wanderung führte uns mal wieder in das Kyffhäusergebirge. Es ist erstaunlich, dass es dort tatsächlich noch Wege gibt, die wir noch nicht gegangen sind. Start war an der Barbarossa Höhle. Von hier ging es gleich in die Berge. Immer wieder kann man hier über interessante Berggipfel und geologische Aufschlüsse staunen. Aber irgendwie hat man mach mal auch das Gefühl, die Kannibalen rufen und wollen uns in ihre Höhlen locken. Diese liegen gar nicht so weit weg von unserer heutigen Strecke.
Ziel ist das Rathsfeld. Das ist nicht neu. Aber auf einem Rastplatz gibt es ein Lapidarium, bestückt mit alten, hier in der Gegend verwendeten Grenzsteinen. Entsprechende Erläuterungen geben zwei ebenfalls aufgestellte Infotafeln. Nach einer Stärkung ging es dann wieder hinab zur Barbarossa Höhle.
Ganz anders stellte sich die Wetterlage am 19.11. dar. Bewölkung und Windböen verursachten gefühlte Temperaturen um -3°C. Auch leichten Schneefall war im Tagesverlauf zu sehen. Das war das Wetter, mit dem wir bisher zu jeder Wanderung zur Hasenburg fertig werden mussten. Hinzu kommen steile Anstiege und rutschige Wege. Genau genommen handelt es sich hier um zwei durch einen Hohlweg getrennte Wallburganlagen. Das Bergplateau ist seit über 4000 Jahren besiedelt. Das rekonstruierte Kammertor ist einer Reichsburg aus dem 11. Jahrhundert zuzuordnen.
Wieder in Großbodungen angelangt haben wir die Möglichkeit die dortige Burg im Ortszentrum zu besichtigen. Im vergangenen Jahr bestand diese Möglichkeit noch nicht. Bei einer schönen Tasse Kaffee und einem guten Stück Kuchen erfuhren wir von der Geschichte dieser Stätte. Die Burg wurde im 13. Jahrhundertdurch die Familie Bodungen errichtet und ging im 15. Jahrhundert an die Grafen von Hohnstein. Im 16. Jahrhundert baute Familie Berlepsch, in ihrer Eigenschaft als Pächter, die Burg in ihre noch heute erhaltene Form um. Ab dem 17. Jahrhundert bis zum Ende der Monarchie in Thüringen, im Jahr 1918, gehörte sie den Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen. Damit fand der Aufstieg zur Hasenburg in diesem Jahr einen würdigen Abschluss. Unserer Wanderführerin Hannelore ein großes Dankeschön.
Am Sonnabend, den 22.11. trafen sich Wanderinnen und Wanderer aller Gruppen unseres Vereins im Schlosspark. Unser Wanderführer, Günter Hartmann, führte uns über die Hardt und entlang des Grenzsteinwegs in das Hamma Tal, also eine uns gut vertraute Strecke. Doch heute galt unser Interesse der Gaststätte Stille Liebe. Der Wirt erwartete uns schon und servierte einen guten Spanferkelbraten und dazu ein gutes Bier.
Die Wanderung am 26. November führte uns zum Standort der Sondershäuser Mutterblutbuche im Wald der Hainleite. Wir starteten unsere Wanderung am Parkplatz des Jagdschlosses Zum Possen, wohl nicht nur den Sondershäusern bekannt. Hier haben vor wenigen Tagen die Mitglieder des Kulturwaldverein Sondershausen am Possen und Hainleite unter Mithilfe einiger Mitglieder unseres Wandervereins eine junge Blutbuche gepflanzt. So wollen sie den Fortbestand dieses Sondershäuser Wunders auch in der Zukunft sichern. Einige Schritte weiter konnten wir einen schönen Blick auf Oberspier genießen. Unser Weg führte uns weiter zum Schwuckenseehaus, ein bei Sondershäusern bekanntes Jagdhaus, und dem Rohrteich. Vorbei am Generationenwald erreichten wir schließlich das Ziel, den Standort der Mutterblutbuche. Wenn diese heute noch hier stünde, könnte sie uns Geschichten aus beinahe 5 Jahrhunderten erzählen. Im Jahr 1930 fegte ein Sturm durch den hiesigen Wald und brach ihre Krone ab. In den 1970er Jahren musste dann auch deren Stamm gefällt werden. Dank des wiedererwachten Interesses an dieser Sondershäuser Merkwürdigkeit steht auch heute am alten Standort eine junge Blutbuche.
Auf Infotafeln kann man die Geschichte der Mutterblutbuche erfahren. Ebenfalls vor wenigen Tagen erschien ein Buch zur Mutterblutbuche. Wen es interessiert, kann hierin alle Informationen über die Sondershäuser Mutterblutbuche nachlesen. Von ihr stammen beinahe alle weiteren Ableger in Europa und der Welt. Wer es will, kann es auch uns nachahmen und wandert selbst zum Ursprung dieses Naturwunders.
Wolfgang Lehmann - Hainleite-Wanderverein
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: emwDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.










