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abgenagte Bäume wenn möglich liegen lassen

Biberspuren sind im Winter gut sichtbar

Samstag, 06. Dezember 2025, 07:00 Uhr
Der beginnende Winter hat den Freistaat im Griff, und in den Thüringer Auen können jetzt wieder verstärkt Spuren von Bibern entdeckt werden. Angenagte oder gefällte Bäume stechen dabei besonders ins Auge, aber auch die Biberburgen sind zum Teil während der Vegetationsruhe gut zu sehen...

Laut NABU Thüringen ist es wichtig, dass gefällte Bäume durch den Biber wenn möglich vor Ort liegen bleiben. Marcus Orlamünder, der Naturschutzreferent des NABU Thüringen, erklärt: „Für die Nager ist der gefällte Baum wie ein zeitlich begrenztes Nahrungsdepot, von dessen zarten Zweigen, Knospen und Rinde er sich über einen bestimmten Zeitraum ernähren kann. Räumt man den Baum weg, ist der Biber gezwungen, den nächsten Baum zu fällen, um an Nahrung zu gelangen. Denn vor allem in den Herbst- und Wintermonaten stellt sich das Tier auf holzige Nahrungsquellen um. Im Sommer bevorzugt er eher krautige Pflanzen.“

Wenn Grundstücksbesitzer jetzt bemerken, dass wertvolle Gehölze oder Obstbäume vom Biber angenagt werden, gilt es, schnell zu handeln. Wer zu lange zusieht, wie der Biber am Baum nagt und nichts unternimmt, darf sich über den umgefallenen Baum dann nicht wundern. Gehölze können gegen Bibernagungen mit einem speziellen Quarzsandanstrich oder einem einfachen Estrichgitter aus dem Baumarkt geschützt werden. Voraussetzung ist allerdings eine fachgerechte Anbringung des Gitters. Tipps, wie das funktioniert, gibt es auf der Internetseite des NABU Thüringen.

Biberspuren am Ilmufer (Foto: Marcus Orlamünder) Biberspuren am Ilmufer (Foto: Marcus Orlamünder)

Wie man Bäume schützt, Dammdrainagen baut und gute Beratungsgespräche mit Interessierten und Landnutzenden zum Thema Biber führt, das konnten Biberberaterinnen und Biberberater im Rahmen des NABU-Projekts „Beratungsnetz Biber – für Menschen und Biber“ erfahren. Das Projekt wird von der Deutschen Postcode Lotterie gefördert und in den vergangenen Monaten fanden zahlreiche Workshops und Exkursionen zum Thema Biber statt. „Mit unserem Projekt haben wir die Arbeit der Biberberaterinnen und Biberberater in Thüringen gestärkt.

Dazu wurden von uns verschiedene Veranstaltungsformate angeboten und der Wissensaustausch sowie die Zusammenarbeit zum Thema Biber gefördert. Diese wichtige Arbeit wollen wir auch weiter fortsetzen. Denn es hat sich im Rahmen des Projektes gezeigt, wie groß das Interesse an dem Thema ist und wie viel Wert auf einen kooperativen Ansatz bei der Zusammenarbeit gelegt wird“, sagt Claudia Chladek die Projektkoordinatorin des NABU-Projektes.

Weitere Infos zum Thema unter: www.NABU-Thueringen.de/biber
Autor: red

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