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Ein Blick in die Statistik

Wohnungslosigkeit in Thüringen

Dienstag, 09. Dezember 2025, 11:06 Uhr
Während der Vorweihnachtszeit fehlt tausenden Menschen in Deutschland ein Zuhause, an dem sie ankommen und sich geborgen und sicher fühlen können. Jährlich wird vom Statistischen Bundesamt am Stichtag 31. Januar deutschlandweit erhoben, wie viele Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht waren…

Zum 31.01.2025 betraf das allein in Thüringen 3 030 Personen. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik weiter mitteilt, waren das 3,7 Prozent weniger als zum Vorjahresstichtag (2024: 3 145 Personen).

Insgesamt wurden zum Stichtag 31.01.2025 in Deutschland 474 670 untergebrachte wohnungslose Personen registriert. Somit machten die in Thüringen untergebrachten Wohnungslosen etwa 0,6 Prozent der deutschlandweit gemeldeten Zahl aus (2024: 0,7 Prozent).

Die Statistik erfasst Personen, die in der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar 2025 beispielsweise in überlassenem Wohnraum, Sammelunterkünften oder Einrichtungen für Wohnungslose untergebracht waren. Obdachlose Personen, die ohne Unterkunft auf der Straße leben, sowie unterschiedliche Formen von verdeckter Wohnungslosigkeit können in dieser Statistik nicht erfasst werden. Sie werden aber als Teil einer begleitenden Wohnungslosigkeitsberichterstattung alle 2 Jahre vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen beleuchtet. Gemäß dem Wohnungslosenbericht 2024 machten die untergebrachten wohnungslosen Personen in Deutschland dabei 80,3 Prozent aller betrachteten Gruppen aus.

Mit 26,6 Prozent bzw. 805 gemeldeten Personen stellte die Altersgruppe der 25- bis unter 40-jährigen den größten Anteil der untergebrachten Wohnungslosen in Thüringen dar. Die Gruppe der unter 18-Jährigen war mit 24,6 Prozent bzw. 745 Personen fast genauso groß. Die Menschen ab 60 Jahren machten mit 11,4 Prozent bzw. 345 Personen die kleinste Altersgruppe aus (neben der Gruppe unbekannten Alters von 0,2 Prozent bzw. 5 Personen). Mit 2 540 Personen bzw. 83,8 Prozent besaß die große Mehrheit der untergebrachten Wohnungslosen in Thüringen eine ausländische Staatsangehörigkeit (2024: 2 690 Personen bzw. 85,5 Prozent).

Somit waren 16,2 Prozent bzw. 490 untergebrachte Wohnungslose im Jahr 2025 deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger (2024: 14,5 Prozent bzw. 455 Personen). Im Bundesländervergleich hatte Thüringen mit 3 030 untergebrachten Wohnungslosen die drittniedrigste Zahl, nach Sachsen-Anhalt mit 1 195 Personen und Mecklenburg-Vorpommern mit 655 Personen. Mit 117 885 Wohnungslosen bringt das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen die meisten Personen unter, gefolgt von Baden-Württemberg mit 94 550 Personen und Berlin mit 53 610 Personen.

Der Blick auf die Statistik kann eine nüchterne Bestandsaufnahme sein. Doch hinter jeder Zahl steht ein Mensch, der Wärme und Sicherheit verdient. Wenn im Kreis der Familie Kerzen angezündet werden, kann auch das Bewusstsein für Solidarität und konkrete Unterstützung heller werden. Nur so kann die Weihnachtszeit für alle ein wenig mehr das Fest des Ankommens werden, was es sein sollte.
Autor: red

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