kyffhaeuser-nachrichten.de
Thüringen

Der Luchs kehrt zurück

Montag, 15. Dezember 2025, 12:40 Uhr
Der Luchs kehrt zurück und Thüringen spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Mindestens sieben Luchse leben inzwischen dauerhaft im Thüringer Wald, hinzu kommen stabile Vorkommen im Eichsfeld...

Symbolbild Luchs (Foto: Pixabay-VenomDesign) Symbolbild Luchs (Foto: Pixabay-VenomDesign)


Damit entwickelt sich Thüringen zu einem zentralen Vernetzungssraum zwischen den Luchsvorkommen in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Das Projekt „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ trägt mit Auswilderungen, Monitoring, dem Koordinationsgehege im BUND Wildkatzendorf Hütscheroda und Bildungsarbeit entscheidend zu dieser Entwicklung bei.



2025 zeigte eindrucksvoll, wie dynamisch sich die Population in Thüringen entwickelt: erfolgreiche Auswilderungen, Hinweise auf Reproduktionen und zahlreiche Fotofallennachweise belegen, dass der Luchs in Thüringen zunehmend Fuß fasst.

Seit Projektbeginn im Januar 2024 wurden insgesamt sechs Luchse im Thüringer Wald ausgewildert, zwei davon im Jahr 2025. Im April kam der aus den rumänischen Karpaten stammende Kuder Ionel hinzu, der sich seither zwischen Ilmenau, Großbreitenbach und Schmiedefeld bewegt. Ende August folgte der einjährige Luchs Carlo aus dem Zoo Karlsruhe, dessen Bewegungsdaten bislang weiträumige Streifzüge ohne feste Revierbildung zeigen. Die 2024 ausgewilderten Tiere Frieda, Viorel und Kilian haben inzwischen stabile Streifgebiete aufgebaut. Die Schweizer Luchsin Vreni hingegen konnte seit dem Ausfall ihres Senders im Dezember 2024 nicht mehr nachgewiesen werden.

Besonders erfreulich waren 2025 zwei Nachweise von Luchsnachwuchs im Thüringer Wald. Ende Juli dokumentierte eine Fotofalle des BUND bei Sachsenbrunn eine Luchsin mit mindestens zwei Jungtieren. Es handelt sich um dasselbe Weibchen, das bereits 2024 Nachwuchs führte und wahrscheinlich aus Nordbayern eingewandert ist. Ein weiterer Hinweis gelang Ende Oktober im Raum Ilmenau. Vermutlich ist auch diese Luchsin aus dem benachbarten Nordbayern eingewandert – ein direktes Ergebnis der Auswilderungsbemühungen in Thüringen und Bayern, ohne die eine selbsttragende Entwicklung bislang nicht möglich wäre.

Auch im Eichsfeld wurde in diesem Jahr erneut Luchsnachwuchs bestätigt, vermutlich ebenfalls von zwei Weibchen. Besonders erfreulich hier: Der gemeinsam mit Forschenden der Universität Göttingen bereits seit sieben Jahren intensiv untersuchte Luchsbestand dehnt sich allmählich nach Süden aus.

Neben Auswilderung und Monitoring wurde 2025 auch die Umweltbildung weiter ausgebaut. Das Projekt startete neue Angebote für Grundschulen, die auf große Resonanz stießen und das Thema Luchs einem jüngeren Publikum näherbringen.

Mit weiteren Auswilderungen, einem kontinuierlichen Monitoring und der engen Zusammenarbeit mit allen Projektpartnern sowie den Kolleginnen und Kollegen
aus Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wird das Projekt „Luchs Thüringen“ auch im kommenden Jahr wichtige Meilensteine setzen und entscheidende Erkenntnisse für den Aufbau einer stabilen, vernetzten Luchspopulation liefern.





Autor: emw

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 kyffhaeuser-nachrichten.de