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Ein Blick in die Statistik

Pro-Kopf-Arbeitszeit ging in ganz Thüringen zurück

Donnerstag, 26. Februar 2026, 10:35 Uhr
Im Jahr 2024 lag die durchschnittlich geleistete Arbeitszeit je erwerbstätige Person in Thüringen bei 1 360 Stunden. Nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik nahm damit die Pro-Kopf-Arbeitszeit im Vergleich zum Vorjahr um 12 Stunden ab…

Die Entwicklung verlief in allen Thüringer Kreisen negativ, mit einer Spannbreite von -2 Stunden in der kreisfreien Stadt Suhl bis -23 Stunden im Landkreis Altenburger Land. Wie die Berechnungen des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung der Länder“ ergaben, verzeichnete der Landkreis Gotha thüringenweit mit 1 381 Stunden die höchste Pro-Kopf-Arbeitszeit im Jahr 2024. Die geringste Zahl an Arbeitsstunden je erwerbstätige Person wies die kreisfreie Stadt Weimar mit 1 330 Stunden auf.

Die unterschiedlichen Arbeitszeiten resultieren unter anderem aus den wirtschaftlichen Strukturen der Kreise. So werden im Produzierenden Gewerbe durchschnittlich mehr Stunden je Person geleistet als in den Dienstleistungsbereichen. Entsprechend war die Pro-Kopf-Arbeitszeit im Freistaat 2024 im Baugewerbe mit 1 525 Stunden am höchsten. Am niedrigsten war dagegen die Arbeitszeit mit 1 312 Stunden je erwerbstätige Person im Wirtschaftsbereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“.

Insgesamt wurden im Jahr 2024 von allen Erwerbstätigen in Thüringen rund 1,38 Milliarden Arbeitsstunden geleistet und damit 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. In fast allen Thüringer Kreisen fiel das Arbeitsvolumen unter das Vorjahresniveau. Die stärkste Abnahme gab es im Landkreis Sonneberg (-3,8 Prozent). Einzig im Kyffhäuserkreis nahm das Arbeitsvolumen 2024 leicht zu (+0,3 Prozent), insbesondere aufgrund eines Anstiegs der Erwerbstätigenzahl im Baugewerbe.

Im 10-Jahres-Vergleich zeigte sich die Entwicklung des Arbeitsvolumens in den Thüringer Kreisen noch deutlicher. Lediglich die kreisfreie Stadt Jena verzeichnete eine Zunahme um 3,9 Prozent auf nun rund 101,8 Millionen Arbeitsstunden, einhergehend mit der stärksten Zunahme thüringenweit bei der Zahl der Erwerbstätigen (+12,0 Prozent). Dagegen gingen im Landkreis Sonneberg sowohl das Arbeitsvolumen (-21,5 Prozent) als auch die Erwerbstätigenzahl (-14,6 Prozent) am stärksten zurück. Die Pro-Kopf-Arbeitszeit fiel im Jahr 2024 in allen Thüringer Kreisen niedriger aus als 2014. Die Rückgänge reichten von -77 Stunden in der kreisfreien Stadt Suhl bis -143 Stunden im Landkreis Eichsfeld.

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen am jeweiligen Arbeitsort, die als Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmer oder als Selbstständige bzw. als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit.
Autor: red

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