Vortrag
Die verlorene Synagoge von Bleicherode
Freitag, 15. Mai 2026, 08:21 Uhr
Es grenzt fast an ein Wunder, dass es der kleinen Bleicheröder jüdischen Gemeinde 1880 gelang, einen der berühmtesten Architekten der Zeit für ihr Synagogen-Projekt zu gewinnen: den Königlichen Baurat Edwin Oppler (1831–1880). Als Schüler Gottfried Sempers prägte er mit seinen neugotisch inspirierten Synagogenbauten die Architektur seiner Zeit...
Die Bleicheröder Synagoge sollte Opplers letztes Werk werden; der Architekt starb mit nur 49 Jahren noch vor Vollendung des Gebäudes. Ein viel längeres Leben war auch seiner Bleicheröder Synagoge nicht beschieden. Sie wurde nach gerade einmal 56 ½ Jahren in der Pogromnacht des Novembers 1938 ein Raub der Flammen und ist seit den 1950er Jahren ganz aus dem Ortsbild verschwunden, hat aber im kollektiven Gedächtnis der Stadt einen festen Platz gefunden als Symbol des unwiederbringlichen Verlusts einstigen jüdischen Lebens und jüdischer Kultur.
Am 7. Juni stellt Herr E. Grunewald im Rahmen eines sehr kurzweiligen und hochinteressanten Vortrags das Programm und Werk Edwin Opplers vor, rückt den künstlerischen Rang des Bleicheröder Gebäudes und seine historischen Bezüge in den Blick und erläutert die spannungsreichen (kultur)politischen Zeitströmungen, die das kurze Leben der Synagoge von Beginn an überschatteten. Überlegungen zu den Möglichkeiten einer zeitgemäßen Erinnerungskultur schließen den Vortrag ab.
Herr Prof. Grunewald ist ein gebürtiger Bleicheröder, war bis zu seiner Emeritierung Professor für Sprach- und Kulturwissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und lebt heute in der Nähe von Düsseldorf.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Wer die aufwendige ehrenamtliche Arbeit zur Erforschung und Bewahrung dieses geschichtlichen Erbes unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun – sie fließt zu 100 Prozent in die lokale Arbeit.
Bereits ab 15 Uhr sind alle Besucher zu einem Ankommens-Kaffee und Kuchen und zur Besichtigung des Alte-Kanzlei-Areals eingeladen.
An das Vortragsthema schließt sich am 20. Juni eine Führung von Marie-Luis Zahradnik über den jüdischen Friedhof an. Dabei wird unter anderem beleuchtet, warum die Grabmale in Richtung Norden, zur Stadt und zum Standort der ehemaligen Synagoge zeigen, statt nach Osten. Interessierte treffen sich um 10 Uhr am Wendepunkt Vogelberg Bleicherode.
Autor: sscDie Bleicheröder Synagoge sollte Opplers letztes Werk werden; der Architekt starb mit nur 49 Jahren noch vor Vollendung des Gebäudes. Ein viel längeres Leben war auch seiner Bleicheröder Synagoge nicht beschieden. Sie wurde nach gerade einmal 56 ½ Jahren in der Pogromnacht des Novembers 1938 ein Raub der Flammen und ist seit den 1950er Jahren ganz aus dem Ortsbild verschwunden, hat aber im kollektiven Gedächtnis der Stadt einen festen Platz gefunden als Symbol des unwiederbringlichen Verlusts einstigen jüdischen Lebens und jüdischer Kultur.
Am 7. Juni stellt Herr E. Grunewald im Rahmen eines sehr kurzweiligen und hochinteressanten Vortrags das Programm und Werk Edwin Opplers vor, rückt den künstlerischen Rang des Bleicheröder Gebäudes und seine historischen Bezüge in den Blick und erläutert die spannungsreichen (kultur)politischen Zeitströmungen, die das kurze Leben der Synagoge von Beginn an überschatteten. Überlegungen zu den Möglichkeiten einer zeitgemäßen Erinnerungskultur schließen den Vortrag ab.
Herr Prof. Grunewald ist ein gebürtiger Bleicheröder, war bis zu seiner Emeritierung Professor für Sprach- und Kulturwissenschaften an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und lebt heute in der Nähe von Düsseldorf.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Wer die aufwendige ehrenamtliche Arbeit zur Erforschung und Bewahrung dieses geschichtlichen Erbes unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun – sie fließt zu 100 Prozent in die lokale Arbeit.
- Vortrag: Sonntag, 7. Juni, 16 Uhr
- Alte Kanzlei – 99752 Bleicherode, Hauptstraße 131
Bereits ab 15 Uhr sind alle Besucher zu einem Ankommens-Kaffee und Kuchen und zur Besichtigung des Alte-Kanzlei-Areals eingeladen.
An das Vortragsthema schließt sich am 20. Juni eine Führung von Marie-Luis Zahradnik über den jüdischen Friedhof an. Dabei wird unter anderem beleuchtet, warum die Grabmale in Richtung Norden, zur Stadt und zum Standort der ehemaligen Synagoge zeigen, statt nach Osten. Interessierte treffen sich um 10 Uhr am Wendepunkt Vogelberg Bleicherode.


