Frauenpower bei Fidelio
Mittwoch, 26. September 2007, 10:59 Uhr
Nordhausen (nnz). Für die Inszenierung der Oper Fidelio machen sich im Vorfeld vor allem Frauen stark. Mehr personelle Einzelheiten zur Frauenpower wie immer in Ihrer nnz.
Sopranistin Lucy McFarlane (li), Regisseurin Kestin Weiß und Kostümbildnerin Kathrin Kammann haben schon mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet, u. a. mit der Oper Tosca
Eine Frau greift in der Liebe zu ihrem Mann zu ungewöhnlichen Mitteln. Es ist Leonore, die ihren Florestan in einem Gefängnis vermutet. Sie verkleidet sich als Mann und lässt sich bei dem Kerkermeister Rocco anstellen, um Florestan zu suchen und zu befreien.
Leonore ist eine starke und dramatische Frauenfigur. Sie ist eine Frau, die erreicht, was sie will, und das mit recht ungewöhnlichen Mittel, aber mit viel Kraft und Power, so die Regisseurin Kerstin Weiß. Power zeigt auch die Regisseurin selbst, unterscheidet sich diese Oper doch von den bisherigen Stücken, die sie am Theater Nordhausen inszeniert hat. Fidelio sei zum Teil sehr abstrakt. Einfacher wäre es, wenn genaue psychologische Situationen vorgegeben würden, wo die Musik die Figuren lebendig werden lasse, erklärt sie. Beethovens einzige Oper ist ein Ideendrama, die Figuren sind die Ideenträger. Für die Sänger sind die Partien nicht einfach, höchste Konzentration wird ihnen abverlangt.
Konzentriert arbeitet auch Kerstin Weiß – teilt die Oper für sich in zwei Ebenen. Auf der einen zeigt sie, wie Leonore es schafft, eine Situation durchzustehen, unter der sie sehr leidet. Die andere Ebene ist eine abstrakte Figur, die Leonores verleugnete Weiblichkeit verkörpert. Eine Situation, die nicht nur Beethovens Gedanken entsprang, sondern die sich in vielen Epochen widerspiegelt, dessen ist sich die Regisseurin sicher.
Sicher war sie sich auch, was die Besetzung der einzelnen Rollen in der Oper Fidelio betrifft. Solch ein Stück kann man nur auf die Bühne bringen, wenn man eine entsprechende Leonore und einen entsprechenden Florestan hat. Deshalb stand von vornherein fest, dass es ein Wiedersehen mit einer Sopranistin geben wird, die in Nordhausen nun bereits ihre vierte Rolle singt: Lucy McFarlane. Den Opernfreunden noch gut in Erinnerung als Turandot, wird die gebürtige Neuseeländerin nun als Leonore das Publikum in ihren Bann ziehen. Für Lucy McFarlane ist Leonore eine Heldin, vor allem weil sie aus Liebe handelt und einen positiven Charakter hat. Außerdem freut sich die Opernsängerin, dass Fidelio ein Happyend hat und sie nicht auf der Bühne sterben muss, wie meist in der großen Oper. Als ihren Bühnenpartner wird das Publikum zum ersten Mal in Nordhausen den Tenor Ralf Willershäuser erleben. Als klar war, dass der Sänger das Engagement in Nordhausen annehmen kann, war für uns auch klar, dass wir in Nordhausen Fidelio in den Spielplan aufnehmen können, versichert Regisseurin Kerstin Weiß.
Neben der Hauptdarstellerin und der Regisseurin gibt es noch eine dritte Frau, die einen gewichtigen Anteil an der neuen Operninszenierung hat: Kathrin Kammann. Sie zeichnet verantwortlich für die Kostüme und hat es sich bei Leonore nicht leicht gemacht. Sie hat nach einer Lösung gesucht, die die weiblichen Formen verschwinden lässt, und hat sie auch gefunden. Mit einer zweiten Haut, einer Uniform aus Leder. Es ist ein brisantes Stück, das in jeder Zeit spielen kann, bemerkt die Kostümbildnerin, sowohl heute als auch vor hundert Jahren.
Die letzten Tage haben von den drei Frauen alles gefordert, die Zeit unmittelbar vor der Premiere ist hart. Aber das Team hat sich in den vergangenen Monaten und in vorherigen Inszenierungen bereits aufeinander eingespielt, wie zum Beispiel in der erfolgreichen Nordhäuser Produktion Tosca.
Am kommenden Freitag heißt es um 19.30 Uhr Vorhang auf für die Premiere Fidelio – nach 28 Jahren erstmals wieder in Nordhausen. Die zweite Vorstellung folgt gleich am Sonntag, 30. September, ebenfalls um 19.30 Uhr.
Autor: nnzSopranistin Lucy McFarlane (li), Regisseurin Kestin Weiß und Kostümbildnerin Kathrin Kammann haben schon mehrfach erfolgreich zusammengearbeitet, u. a. mit der Oper Tosca
Eine Frau greift in der Liebe zu ihrem Mann zu ungewöhnlichen Mitteln. Es ist Leonore, die ihren Florestan in einem Gefängnis vermutet. Sie verkleidet sich als Mann und lässt sich bei dem Kerkermeister Rocco anstellen, um Florestan zu suchen und zu befreien.
Leonore ist eine starke und dramatische Frauenfigur. Sie ist eine Frau, die erreicht, was sie will, und das mit recht ungewöhnlichen Mittel, aber mit viel Kraft und Power, so die Regisseurin Kerstin Weiß. Power zeigt auch die Regisseurin selbst, unterscheidet sich diese Oper doch von den bisherigen Stücken, die sie am Theater Nordhausen inszeniert hat. Fidelio sei zum Teil sehr abstrakt. Einfacher wäre es, wenn genaue psychologische Situationen vorgegeben würden, wo die Musik die Figuren lebendig werden lasse, erklärt sie. Beethovens einzige Oper ist ein Ideendrama, die Figuren sind die Ideenträger. Für die Sänger sind die Partien nicht einfach, höchste Konzentration wird ihnen abverlangt.
Konzentriert arbeitet auch Kerstin Weiß – teilt die Oper für sich in zwei Ebenen. Auf der einen zeigt sie, wie Leonore es schafft, eine Situation durchzustehen, unter der sie sehr leidet. Die andere Ebene ist eine abstrakte Figur, die Leonores verleugnete Weiblichkeit verkörpert. Eine Situation, die nicht nur Beethovens Gedanken entsprang, sondern die sich in vielen Epochen widerspiegelt, dessen ist sich die Regisseurin sicher.
Sicher war sie sich auch, was die Besetzung der einzelnen Rollen in der Oper Fidelio betrifft. Solch ein Stück kann man nur auf die Bühne bringen, wenn man eine entsprechende Leonore und einen entsprechenden Florestan hat. Deshalb stand von vornherein fest, dass es ein Wiedersehen mit einer Sopranistin geben wird, die in Nordhausen nun bereits ihre vierte Rolle singt: Lucy McFarlane. Den Opernfreunden noch gut in Erinnerung als Turandot, wird die gebürtige Neuseeländerin nun als Leonore das Publikum in ihren Bann ziehen. Für Lucy McFarlane ist Leonore eine Heldin, vor allem weil sie aus Liebe handelt und einen positiven Charakter hat. Außerdem freut sich die Opernsängerin, dass Fidelio ein Happyend hat und sie nicht auf der Bühne sterben muss, wie meist in der großen Oper. Als ihren Bühnenpartner wird das Publikum zum ersten Mal in Nordhausen den Tenor Ralf Willershäuser erleben. Als klar war, dass der Sänger das Engagement in Nordhausen annehmen kann, war für uns auch klar, dass wir in Nordhausen Fidelio in den Spielplan aufnehmen können, versichert Regisseurin Kerstin Weiß.
Neben der Hauptdarstellerin und der Regisseurin gibt es noch eine dritte Frau, die einen gewichtigen Anteil an der neuen Operninszenierung hat: Kathrin Kammann. Sie zeichnet verantwortlich für die Kostüme und hat es sich bei Leonore nicht leicht gemacht. Sie hat nach einer Lösung gesucht, die die weiblichen Formen verschwinden lässt, und hat sie auch gefunden. Mit einer zweiten Haut, einer Uniform aus Leder. Es ist ein brisantes Stück, das in jeder Zeit spielen kann, bemerkt die Kostümbildnerin, sowohl heute als auch vor hundert Jahren.
Die letzten Tage haben von den drei Frauen alles gefordert, die Zeit unmittelbar vor der Premiere ist hart. Aber das Team hat sich in den vergangenen Monaten und in vorherigen Inszenierungen bereits aufeinander eingespielt, wie zum Beispiel in der erfolgreichen Nordhäuser Produktion Tosca.
Am kommenden Freitag heißt es um 19.30 Uhr Vorhang auf für die Premiere Fidelio – nach 28 Jahren erstmals wieder in Nordhausen. Die zweite Vorstellung folgt gleich am Sonntag, 30. September, ebenfalls um 19.30 Uhr.

