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Revanche?

Samstag, 13. Oktober 2007, 17:15 Uhr
Nordhausen (nnz). Zehn Tagen nach der deprimieren Niederlage im Pokalspiel in Sondershausen hatten die Spieler von Wacker Nordhausen heute die Möglichkeit der Revanche. Wurde sie aber auch genutzt? Die nnz kennt die Antwort.

Jubel nach 95 Minuten (Foto: nnz) Jubel nach 95 Minuten (Foto: nnz)

Mit etwas mehr als 800 Zuschauern konnte Nordhausen zwar nicht mit der Kulisse vom Sondershäuser Göldner am 3. Oktober mithalten, auf dem Platz aber waren die Wackeren der Eintracht ein mindestens gleichwertiger Gegner.

Und das Team von Trainer Burkhard Venth machte denn auf gleich ordentlich Druck, obwohl die Gäste aus der so genannten Vorstadt in der 3. Minute die erste Chance hatten. Den Schuß von Baumann konnte Torwart Finsterbusch jedoch festhalten. Dann die 9. Minute: Plötzlich, wie aus heiterem Himmel tauchte Lars Pohl völlig frei (die Eintracht-Viererkette pennte) vor dem Sondershäuser Tor auf. Diese Chance ließ sich der Stürmer nicht nehmen. Das erste Tor für Wacker war gefallen, der Jubel im Albert-Kuntz-Sportpark kannte keine Grenzen.

Die Eintracht war sichtlich geschockt, Wacker legte nach, hatte in der 12. Minute eine weitere Chance nach einer sehenswerten Kombination zwischen Ciesla, Pohl und Pistorius. Ein Sondershäuser konnte auf der Linie klären. Sieben Minuten später dann das zweite Tor für Wacker. Lars Pohl erläuft sich auf der linken Seite den Ball, gibt rein zu Ciesla. Der tanzt drei Sondershäuser inklusive Schlussmann Greschke aus und haut den Ball aus spitzem Winkel ins Tor.

Sondershausen lässt sich jedoch nicht unterkriegen und wird für den Kampfgeist belohnt, wenn auch glücklich. In der 42. Minute ein Freistoß von Piesche, der wird von einem Wackerspieler abgefälscht – keine Chance für den Nordhäuser Keeper. Mit diesem Spielstand geht es in die Kabinen.

Fan aus Portland (Foto: nnz) Fan aus Portland (Foto: nnz) In der Pause dann eine besondere Geste. Der Fan von Wacker Nordhausen mit der wohl bislang weitesten Anreise wurde geehrt. Der Mann kam aus Portland, USA und wurde vom „Videomann“ gebührend ausgezeichnet (siehe Foto).

Doch zurück zum Spiel. Die zweite Halbzeit beginnt vielversprechend. Pistorius ist frei vor Greschke, sein Heber landet jedoch nur auf der Querlatte. Nach und nach erhöhen die Gäste den Druck, setzen ihre technischen Qualitäten ein, die Wacker-Abwehr beginnt zu schwimmen. Vor allem bei Standards ist die Eintracht kreuzgefährlich. In der 77. Minute wechselt Venth aus. Für Pohl bringt er Marcel Pascheit ins Spiel, der dann, drei Minuten später, zum Joker wird. Ein weiter Abschlag von Finsterbusch bis kurz vor den gegnerischen Strafraum leitet diesen Spielzug ein. Pistorius kann den Ball perfekt annehmen, sich gegen die Abwehr durchsetzen und zu Pascheit spielen. Der schiebt aus halblinker Position zum 3:1 ein.

Das Spiel sollte damit gelaufen sein, denken die Nordhäuser. Sie allerdings hatten die Rechnung wieder mal ohne Finsterbusch gemacht. Eine Eingabe scheint er theoretisch schon sicher zu haben, praktisch aber lässt er die Kugel fallen, Caspar ist zur Stelle, 3:2 (90.). Vier Minuten lässt Schiedsrichter Tino Wenkel nachspielen. Die Sondershäuser werfen alles nach vorn, Wacker haut den Ball nur noch weg. Die Sekunden plätschern dahin, dann aber der erlösende Pfiff. Kurz zuvor noch eine Chance für Sondershausen.

Wacker hat dieses Derby gewonnen, Revanche geglückt. Welches Spiel nun wichtiger war, sei dahingestellt. Die Mannschaft von Burkhard Venth hat heute Courage bewiesen, hat verdient gewonnen und – hoffentlich – Selbstvertrauen getankt.

Ein Wort noch zum Schiedsrichtergespann: Der Unparteiische kommt aus Mühlhausen, in der kommenden Woche reisen die Nordhäuser dorthin. Da hätte auch ein anderer „Schwarzer“ das Spiel leiten können. Statt die harmlosen Nicklichkeiten nicht zu pfeifen, hätte sich Wenkel lieber den rabiaten Fouls der Sondershäuser widmen können. Vor allem Rasch „lebte“ seinen bekannten Frust gegen Nordhausen aus, erst nach dem siebten oder achten Foul erhielt der Sondershäuser Kapitän die „Gelbe“. So richtig fehl auf dem Platz war allerdings der Linienrichter, der auf der Tribünenseite auf und ab lief. Der sah kein Foul der Eintracht, ein Assistent im sportlichen Sinne agiert anders, heute der Mann passte zu seinem Chef...
Autor: nnz

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