Kalihalde wird grüner
Mittwoch, 07. November 2007, 16:00 Uhr
Sondershausen (khh) Wer auf der B4 an Sondershausen vorbeifährt kennt die kahle Rückstandshalde der Kaliproduktion. Das könnte sich schon bald ändern. Der Leserbrief von Hans-Jürgen Schmidt aus Sondershausen zeigt, dass da einiges an der Kalihalde vonstatten geht:
Versuchsfeld der landwirtschaftlichen Sektion der Uni. Halle (Foto: Hans-Jürgen Schmidt - Sondershausen)
Mit 65 ha Haldenfläche ist die Halde des ehemaligen Kaliwerkes in Sondershausen ein symbolträchtiges Landschaftsgebiete in Sondershausen. Seit 1893 bis 1993 wurde systematisch an der Vergrößerung der Halde gearbeitet. Mit 233,6 m über NN am höchsten Punkt ist die Halde eine Art Hügellandschaft, die ständig Salzlösungen abgibt.
Die Haldenlösungsbilanz für ein Normaljahr besagt, dass stündlich 41 m³ gelöst werden. Davon gehen 1,6 m³ in die sogenannte Drainage, 35,4 m³ gehen in den Vorfluter, sprich die Wipper und 3.9 m³ verschwinden in dem Buntsandstein, der unterhalb der Halde anliegt. Zirka
100 000 t lösen sich im Jahr auf. Das Salz setzt sich dabei wie folgt zusammen(immer auf einen Liter Salzlösung bezogen): 215 g NaCl (Steinsalz), 27 g MgCl2 ( Magnesiumchlorid , stammt aus dem Carnallitit, 50 g MgSO4 Magnesiumsulfat, stammt aus dem kieseritischen Hartsalz), 17 g KCL( ist das nicht restlos gewonnene Kaliumchlorid beim Heißlöseverfahren). Der Rest ist Wasser. Damit ergibt sich eine Lösung (Salze und Wasser) mit einem Salzgehalt von 320 bis 350 g. Zum Vergleich das Tote Meer hat ein Salzgehalt von 267 g.
Dem soll entgegengewirkt werden. Basierend auf der Thüringer Kalihaldenrichtlinie aus dem Jahre 1995 wurden bis jetzt 4 Mio. Tonnen auf die Halde aufgetragen. Das Material stammt aus den Baustellen um Sondershausen. Meist war es Erdaushub zum Beispiel aus der Baugrube der Schlossgalerie. Zur Zeit wird der Halden High way gebaut. Als Material (meist ist es Buntsandstein) wird dazu der Erdaushub der Umgehungsstraße in Sondershausen verwendet. Manchmal tummeln sich bis 30 LKW zu gleicher Zeit auf der Halde, um ihre Ladung abzukippen.
Eine weitere Methode zur Abdeckung der Halde wurde entwickelt. Seit dem 10. Oktober 2007 ist eine neue Anlage aufgebaut. Sie wird von der Kyffhäuser Bodensubstrat-Herstellungs GmbH betrieben. Verantwortlicher Geschäftsführer ist Joachim Brumme. Mit der Anlage wird ein Abdeckungsmaterial aus staubförmigen Abfällen wie nicht marktgerechter Zement oder Gips, Kraftwerksasche, Gießereisand, Erdaushub, Abfälle aus industriellen Abwasseraufbereitung verwandt.
Zwei 22 m hohe Silos mit einem Fassungsvermögen von 162 m³, in die zum Beispiel Kraftwerksasche geblasen wird, sind vor der Halde im Bereich der B 4 nicht zu übersehen. Der Inhalt der Silos wird mit festen Bestandteilen wie zum Beispiel Erdaushub über eine Kastenbeschickung (bis zu 80 t/h mit einer maximalen Kantenlänge von 50 mm) gemischt. Der Mischer befindet sich zwischen den beiden Silos.
Gegenfalls wird noch Wasser hinzugefügt. Das Endprodukt wird zwischengelagert oder per LKW auf die Halde zum Abdecken gefahren. Überwacht wird das angelieferte Material durch regelmäßige Laboruntersuchungen. Die Umwelt wird durch Emissionsfilter auf den Silos geschützt. Eine Videoüberwachung soll vor unliebsamen Besuchern schützen.
Es soll eine Abdeckungsschicht von 1 m aufgetragen werden. Diese Schicht wird bis 80 % den anfallenden Regen speichern. Bei einer späteren Begrünung wird die Regenmenge gegen 100 % gespeichert, was allerdings durch eine Langzeitstudie noch bewiesen werden muss. Manchmal müssen bis 10 Meter aufgetragen werden, um die Haldentäler zu füllen bzw. dafür zu sorgen, dass die Halde Landschaftskonturen aufweist, die für den Beschauer angenehm empfunden werden.
Zur Zeit sind zwei Arbeitskräfte auf der Anlage beschäftigt. Eine Grünanlage im Bereich des Ostteils der Halde, mit einem kleinen Teich, umgeben von sattem Grün, demonstriert, wie die Halde in den späteren Jahren aussehen wird. Apropos Grün- auf der Halde existiert bereits ein Versuchsfeld der landwirtschaftlichen Sektion der Uni. Halle und der Autor dieses Beitrags konnte Tomatenpflanzen bewundern, die keinerlei Braunfäule aufwiesen.
Hans-Jürgen Schmidt, Sondershausen
Autor: khh
Versuchsfeld der landwirtschaftlichen Sektion der Uni. Halle (Foto: Hans-Jürgen Schmidt - Sondershausen)
Mit 65 ha Haldenfläche ist die Halde des ehemaligen Kaliwerkes in Sondershausen ein symbolträchtiges Landschaftsgebiete in Sondershausen. Seit 1893 bis 1993 wurde systematisch an der Vergrößerung der Halde gearbeitet. Mit 233,6 m über NN am höchsten Punkt ist die Halde eine Art Hügellandschaft, die ständig Salzlösungen abgibt.
Die Haldenlösungsbilanz für ein Normaljahr besagt, dass stündlich 41 m³ gelöst werden. Davon gehen 1,6 m³ in die sogenannte Drainage, 35,4 m³ gehen in den Vorfluter, sprich die Wipper und 3.9 m³ verschwinden in dem Buntsandstein, der unterhalb der Halde anliegt. Zirka
100 000 t lösen sich im Jahr auf. Das Salz setzt sich dabei wie folgt zusammen(immer auf einen Liter Salzlösung bezogen): 215 g NaCl (Steinsalz), 27 g MgCl2 ( Magnesiumchlorid , stammt aus dem Carnallitit, 50 g MgSO4 Magnesiumsulfat, stammt aus dem kieseritischen Hartsalz), 17 g KCL( ist das nicht restlos gewonnene Kaliumchlorid beim Heißlöseverfahren). Der Rest ist Wasser. Damit ergibt sich eine Lösung (Salze und Wasser) mit einem Salzgehalt von 320 bis 350 g. Zum Vergleich das Tote Meer hat ein Salzgehalt von 267 g.
Dem soll entgegengewirkt werden. Basierend auf der Thüringer Kalihaldenrichtlinie aus dem Jahre 1995 wurden bis jetzt 4 Mio. Tonnen auf die Halde aufgetragen. Das Material stammt aus den Baustellen um Sondershausen. Meist war es Erdaushub zum Beispiel aus der Baugrube der Schlossgalerie. Zur Zeit wird der Halden High way gebaut. Als Material (meist ist es Buntsandstein) wird dazu der Erdaushub der Umgehungsstraße in Sondershausen verwendet. Manchmal tummeln sich bis 30 LKW zu gleicher Zeit auf der Halde, um ihre Ladung abzukippen.
Eine weitere Methode zur Abdeckung der Halde wurde entwickelt. Seit dem 10. Oktober 2007 ist eine neue Anlage aufgebaut. Sie wird von der Kyffhäuser Bodensubstrat-Herstellungs GmbH betrieben. Verantwortlicher Geschäftsführer ist Joachim Brumme. Mit der Anlage wird ein Abdeckungsmaterial aus staubförmigen Abfällen wie nicht marktgerechter Zement oder Gips, Kraftwerksasche, Gießereisand, Erdaushub, Abfälle aus industriellen Abwasseraufbereitung verwandt.
Zwei 22 m hohe Silos mit einem Fassungsvermögen von 162 m³, in die zum Beispiel Kraftwerksasche geblasen wird, sind vor der Halde im Bereich der B 4 nicht zu übersehen. Der Inhalt der Silos wird mit festen Bestandteilen wie zum Beispiel Erdaushub über eine Kastenbeschickung (bis zu 80 t/h mit einer maximalen Kantenlänge von 50 mm) gemischt. Der Mischer befindet sich zwischen den beiden Silos.
Gegenfalls wird noch Wasser hinzugefügt. Das Endprodukt wird zwischengelagert oder per LKW auf die Halde zum Abdecken gefahren. Überwacht wird das angelieferte Material durch regelmäßige Laboruntersuchungen. Die Umwelt wird durch Emissionsfilter auf den Silos geschützt. Eine Videoüberwachung soll vor unliebsamen Besuchern schützen.
Es soll eine Abdeckungsschicht von 1 m aufgetragen werden. Diese Schicht wird bis 80 % den anfallenden Regen speichern. Bei einer späteren Begrünung wird die Regenmenge gegen 100 % gespeichert, was allerdings durch eine Langzeitstudie noch bewiesen werden muss. Manchmal müssen bis 10 Meter aufgetragen werden, um die Haldentäler zu füllen bzw. dafür zu sorgen, dass die Halde Landschaftskonturen aufweist, die für den Beschauer angenehm empfunden werden.
Zur Zeit sind zwei Arbeitskräfte auf der Anlage beschäftigt. Eine Grünanlage im Bereich des Ostteils der Halde, mit einem kleinen Teich, umgeben von sattem Grün, demonstriert, wie die Halde in den späteren Jahren aussehen wird. Apropos Grün- auf der Halde existiert bereits ein Versuchsfeld der landwirtschaftlichen Sektion der Uni. Halle und der Autor dieses Beitrags konnte Tomatenpflanzen bewundern, die keinerlei Braunfäule aufwiesen.
Hans-Jürgen Schmidt, Sondershausen
