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Differenziert optimistisch

Freitag, 16. November 2007, 08:30 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz/kn). Die Stimmung im Gastgewerbe Mittel- und Nordthüringens hellt sich weiter auf. In der aktuellen Saisonumfrage Tourismus der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt beurteilt fast die Hälfte der befragten 350 Unternehmen die derzeitige Geschäftslage mit gut...


Getragen wird diese Entwicklung vor allem von den Hotelbetrieben. Für jeden zweiten befragten Unternehmer verlief der Sommer 2007 positiv und ist der Umsatz gestiegen. Nur 14 Prozent mussten ein Umsatzminus verkraften. Die Zahl der Gästeübernachtungen hat sich zwischen Mai und August 2007 um 6,4 Prozent erhöht.

Weniger positiv zeigt sich hingegen die Entwicklung im Gastgewerbe. „Problematisch ist vor allem die Situation der kleinen Kneipen und Schankbetriebe“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Diese hätten in den Monaten Mai bis August 2007 Umsatzverluste zwischen 5,1 und 19,1 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat hinnehmen müssen. Schuld daran sei vor allem der kühle, verregnete Sommer und die eingeschränkte Biergartensaison.

Dabei fällt die Einschätzung regional sehr unterschiedlich aus. Insbesondere die kreisfreien Städte Eisenach, Erfurt und Weimar profitierten vom Städtetourismus und zahlreichen Veranstaltungen, wie der Landesausstellung zur Heiligen Elisabeth. Dem gegenüber stagnierten die Gästezahlen in den Ferienregionen im Südharz.

Auch für das begonnene Winterhalbjahr sind die Erwartungen der Branche eher verhalten. „Die Unternehmen befürchten vor allem die weiter steigenden Energiekosten“, so Grusser. Explodierende Preise für Kraftstoffe machten sich sowohl direkt als auch indirekt über steigende Einkaufspreise bemerkbar, die nur teilweise auf den Gast umgelegt werden könnten. Trotzdem komme aus wirtschaftlichen Gründen knapp jedes zweite Unternehmen an einer Preiserhöhung nicht vorbei. Die Kostensenkungspotentiale seien weitgehend ausgeschöpft.

„Zusätzliche Einsparungen gehen zu Lasten von Qualität und Service und werden von den Kunden konsequent abgestraft“, ist sich Grusser sicher. Nach der enttäuschenden Wintersaison 2006/2007 lasse der frühe Schneefall allerdings die Unternehmen zumindest auf das Wetter hoffen. Insbesondere in den Bergen sei die weiße Pracht noch immer ein Garant für gute Geschäfte.

Nach Angaben des Landesamtes für Statistik ist die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe um 0,3 Prozent in den ersten acht Monaten gestiegen. Aber es sind vor allem die Teilzeitarbeitsverhältnisse, die zugenommen haben. Der Fachkräftemangel stellt derzeit in den gastgewerblichen Unternehmen noch kein akutes Problem dar. Allerdings konnten bereits 22 Prozent der Betriebe offene Stellen bei Köchen und Servicepersonal nicht qualifiziert besetzen.

Die Gastronomie, darunter vor allem die kleinen Betriebe, rechnet zudem mit Umsatzrückgängen durch das Inkrafttreten des Thüringer Nichtraucherschutzgesetzes. Das Rauchen soll dann nur noch in abgeschlossenen Raucherräumen gestattet sein. In den Bundesländern, in denen bereits heute die neuen Nichtrauchergesetze gelten, wie in Schleswig-Holstein, beklagen insbesondere die Kleinstunternehmen geringere Erträge.
Autor: nnz

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