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Brenntage im Herbst?

Sonntag, 18. November 2007, 23:18 Uhr
Sondershausen (khh). Unsere Online-Umfrage zu den Brenntagen im Herbst brachte ein recht klares Ergebnis. Nur 27,5 % der Teilnehmer sind dagegen. Auch wenn das Ergebnis sicher nicht repräsentativ ist, kann man doch einiges ableiten:...


Die zuständigen Behörden sollten einen akzeptablen Kompromiss zwischen den Extremen finden. Brenntage im Herbst (34,7 % der Umfrage-Teilnehmer), mit dem immer währenden Problem, dass sich viele Gartenfreunde leider nicht an die Vorgabe halten, nur trockenes Material zu verbrennen. Wie soll es auch funktionieren?

Frisch abgeschnittenes Material kann einfach nicht trocken sein. Die vielen grünen Blätter Ende Oktober waren noch ein Beleg dafür. Dazu kommt noch der für den Herbst nun mal typische Nebel, der viel des zu verbrennenden Materials wieder durchfeuchtet. Und 2007 kam noch das regnerische Wetter dazu, dass man kaum ein wirklich loderndes Feuer sehen konnte.

Brenntage immer im Jahr (33,9 % der Teilnehmer), ob das aber so gut ist, bleibt auch zu bezweifeln. Ein einzelnes qualmendes Feuer kann die Umgebung ganz schön verpesten. Und wenn dann jeder mal etwas verbrennen kann, wann er will, ist bestimmt auch nicht so berauschend, öfter mal zugequalmt zu werden.

Warum wird eigentlich das Abbrennen im Frühjahr so vernachlässigt? Bekannt ist doch, dass die Feuer im Frühjahr wesentlich besser brennen. Ursache dafür ist, dass im Herbst aufgeschichtetes Material durch die Frosttage im Winter sehr gut ausgetrocknet wird. Diesen Effekt nutzen viele Buchrestauratoren, in dem sie feucht gewordene Bücher wiederholt mit frostkalter Luft austrocknen. Trotz Klimaerwärmung gibt es noch genügend Frosttage im Winter, um einen ausgezeichneten Trocknungseffekt zu erreichen

Obwohl dieser Umstand eigentlich auch vielen Gartenfreunden bekannt ist, wird trotzdem so oft nicht danach gehandelt. Warum? Wenn man viele Gartenfreunde fragt, warum sie ihr Material schon im Herbst verbrennen kommt recht oft die Antwort:
Wir verbrennen das Material lieber jetzt, weil es noch gestattet ist. Bei den ständigen Diskussionen weiß man nicht, ob es im Frühjahr noch erlaubt ist. Lieber sich im Herbst stundenlang mit einem qualmenden Feuer rumplagen, als es im Frühjahr das Material nicht mehr verbrennen zu dürfen!

Für die Behörden sollte das ein Signal sein, wenn man schon Brenntage im Herbst veröffentlicht, sollten auch gleich die Termine für das Frühjahr mit genannt werden, damit jeder Gartenfreund die Gewissheit hat: Ich kann mein jetzt trockenes Material im Frühjahr abbrennen.

Wenn man schon das ganzjährige Verbrennen ins Auge fasst, dann wäre trotzdem eine Bündelung zu bestimmten Tagen vorteilhaft. Damit hier kein Terminchaos entsteht, könnte so eine Regelung in der Form aussehen, dass immer in der letzten Woche des Monats trockenes Material verbrannt werden darf. Dann hat jeder Gartenfreund die Möglichkeit, sein Material ausreichend trocknen zu lassen, und muss sich nicht in ein enges Zeitfenster drücken, nur um mit aller Macht den zulässigen Terminbereich zu treffen.

Diesem Vorschlag eines Gartenfreundes füge ich nur noch zwei Hinweise an: Bei so vielen Zeitfenstern zum Verbrennen im Jahr sollte es in den nebelreichen Monaten Oktober und November und an Sonn- und Feiertagen verboten werden. An solchen Tagen will man sich schließlich erholen, und nicht zugequalmt werden.

Vielleicht aber auch, lieber Leser der Kyffhäuser Nachrichten, schreiben Sie uns ganz einfach mal Ihre Meinung und Ihre Vorschläge.
Karl-Heinz Herrmann
Autor: khh

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