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Gedenken der Heiligen Barbara

Dienstag, 04. Dezember 2007, 09:35 Uhr
Kyffhäuserkreis (khh) In vielen Orten des Kyffhäuserkreises wird heute von Bergleuten der Heiligen Barbara gedacht. Die heilige Barbara gilt heute aber auch als Schutzpatronin der Glockengießer und Glöckner sowie der Architekten.

Heute Nachmittag wird am Schacht Sondershausen vor dem historischen Maschinenhaus eine steinerne Statue der Schutzgöttin eingeweiht.Welchen Hintergrund hat aber das Barbarafest?

Statue der heiligen Barbara unterTage (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Statue der heiligen Barbara unterTage (Foto: Hans-Jürgen Schmidt) Foto - Hans-Jürgen Schmidt: Heilige Barbara unter Tage

Gedanken zum Barbarafest
Wenn am 4. Dezember jeden Jahres die Bergleute der Heiligen Barbara gedenken und diesen Tag feierlich begehen, meist organisiert von Bergmannsvereinen, kommt man nicht umhin, einige Gedanken zur Heiligen Barbara darzulegen.

Ursprünglich war die Heilige Barbara die Beschützerin bei Unwettern und bei Blitzschlag. Mit der Erfindung des Schwarzpulvers übernahmen zuerst die Artilleristen sie als Märtyrerin zur Patronin, da durch einen Kanonenabschuss ein künstlicher "Blitz und Donner" hervorgerufen wurde. Als im 16./17. Jahrhundert erstmals unter Tage der Sprengstoff zum Einsatz kam, wurde die heilige Barbara zur Schutzheiligen der Bergleute. So kann man zur Bergbaugeschichte der Slowakei folgendes nachlesen:

Im Sommer 1764 wurde in Bratislava (Preßburg) der ungarische Landtag abgehalten. Am Wiener Kaiserhof wurde bestimmt, dass an diesem der Kronprinz Joseph und sein jüngerer Bruder, Erzherzog Leopold, teilnehmen sollten. Bei dieser Gelegenheit wurde auch beschlossen, dass die beiden die Bergwerke, Hütten und Aufbereitungsanlagen in den freien Bergstädten Schemnitz, Kremnitz und Neusohl besichtigen sollten, denn bereits im Jahre 1627 wurde das Schießpulver zum Sprengen der Gesteine eingesetzt und auf andere Montanreviere verbreitet. In Nova Bana (Königsberg) wurde in den Jahren 1721?1722 die sogenannte Feuermaschine oder atmosphärische Dampfmaschine aufgestellt. Es war die erste in Europa.

Und nicht zuletzt wurde in Banska Stiavnica in den Jahren 1762 bis 1764 die Bergakademie gegründet. Das hatte zur Folge, dass die Schemnitzer Bergbeamten beauftragt wurden, eine gründliche Darstellung des gesamten Bergwesens in den erwähnten Bergstädten zu verfassen und diese in Form eines Buches, welche sie spätestens bis Mitte Mai 1764 nach Wien zu schicken hatten. Dieser Auftrag wurde ausgeführt, so dass eine Dokumentation des Bergbaus in der Slowakei erarbeitet wurde, aus der man sich heute ein Bild zum Bergbau in der damaligen Zeit machen kann.

Damit ist auch gesagt, dass die Funktion als Schutzheilige der Bergleute vermutlich zuerst in den katholischen Bergbaugebieten Osteuropas als Barbaraverehrung in Betracht kam. Genau kann man es durch die Quellen nicht belegen. Das sächsische Bergbaurevier im Erzgebirge kommt ebenso in Betracht wie Böhmen oder Ungarn, Banska Stiavnica, damals Schemnitz, gehörte zu Ungarn oder die Bergbauregionen im Alpenraum. Doch vieles spricht für Kuttenberg, das in der Entwicklung des Bergbaus eine Ausnahmestellung einnimmt.

Wurden doch durch die bergmännische Symbolik bzw. Emblemantik als auch durch die bergbauliche Kunst Impulse gesetzt. So wurde 1388 in Kuttenberg ein Bergkirche errichtet und der Heiligen Barbara gewidmet.. Es war die erste große Bergkirche des Abendlandes. Somit ist die Heilige Barbara die Patronin einer ganzen Berufsgruppe von Polen bis Spanien und somit auch in Deutschland.

Von der Legende her war Barbara die Tochter des reichen Dioscuros von Nikomendien, der nicht wollte, dass sie sich zum Christentum bekannte. So offenbarte sie dem Vater, der von einer Reise zurückgekommen war, dass sie getauft und somit eine Christin sei. Der Vater wollte sie erschlagen, aber sie kann fliehen. Ein Felsspalt öffnete sich, damit sie sich verbergen konnte. Von einem Hirten verraten, der darauf zu Stein und dessen Schafe zu Heuschrecken verwandelt wurden, findet sie der Vater. Er schleppt sie gefesselt an den Haaren zum heidnischen Marcianus, der sie zuerst geißeln lässt.

Sie spricht vom Geißeln "als ob es Pfauenfedern" gewesen seien. Nachts erscheint ihr Christus im Gefängnis, um ihre Wunden zu heilen. Der erbitterte Stadthalter lässt sie nun mit Keulen schlagen und folterte sie auf grausame Weise. Als er sie entkleidet auf dem Marktplatz umhertreiben und peitschen lassen will, erscheint auf Barbaras Gebet ein Engel und hüllte sie in ein leuchtendes Gewand.
Den Befehl, sie nun mit dem Schwert hinzurichten, führte der Vater selbst aus. Er wird darauf von einem Blitz getötet.

Soweit die Legende. Die Heilige Barbara gehört somit seit dem 14. Jahrhundert zu den am häufigsten dargestellten Heiligen. Meist wird sie gekrönt, mit Kelch und Hostie sowie einem Turm da sie darin eingesperrt war dargestellt. Weitere Attribute können Schwert Palmenzweig und Pfauenfedern sein.

Die heilige Barbara gilt heute auch als Schutzpatronin der Glockengießer und Glöckner sowie der Architekten.
Hans-Jürgen Schmidt, Sondershausen
Autor: khh

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