Stadtsanierung interessant gemacht
Mittwoch, 12. Dezember 2007, 07:00 Uhr
Sondershausen (khh) Die gestrige Jahreshauptversammlung der Geschichts- und Altertumsvereins für Sondershausen und Umgebung endete mit einem bemerkenswerten Beitrag zum Umgang mit historischer Bausubstanz..
In der Jahreshauptversammlung zog Vereinsvorsitzender Klaus Stolberg eine positive Bilanz für das vergangene Jahr und hob das Schlossmuseum und das Kulturamt als wichtige Partner hervor und dankte der Kyffhäusersparkasse für die Mithilfe bei Veröffentlichungen.
Nach Abschluss der für eine Hauptversammlung notwendigen Abstimmungen dankte der alte und neue Vereinsvorsitzenden dem langjährigen Vorstandsmitglied, Herrn Müller für die geleistete Arbeit mit einem kleinen Präsent. Herr Müller hatte gebeten, nach Vollendung seines 80. Geburtstags ihn nicht mehr in den Vorstand zu wählen. An seiner Seite Frau Herzberg, die an seiner Stelle neu in den Vorstand gewählt wurde.
Leider haben sich einige Sondershäuser von der Teilnahme an einer Jahreshauptversammlung schrecken lassen und einen interessanten Vortrag von Manfred Kucksch (Stadtverwaltung Sondershausen) zum Thema Umgang der Stadt Sondershausen mit der historischen Bausubstanz verpasst.
In seinen Ausführungen betonter er, dass es nicht nur auf die Erhaltung einzelner Denkmale ankommt, sondern ganze Flächen, wie Plätze und Straßen erhalten werden müssen. Er bezeichnete die Jahre 1992-1997 als die goldenen Zeiten der Stadtsanierung. Im Zeitraum 1991- 2000 sind ca. 30 Millionen Euro an direkten Fördergeldern in das ca. 30 ha große Sanierungsgebiet Innenstadt Sondershausen geflossen und berücksichtigt man die privaten Investitionen sind es sogar 100 Millionen Euro.
Aber schon ab 1998 machte sich der demographische Wandel bemerkbar. Weniger Mieter, weniger private Investitionen und höhere Arbeitslosigkeit dämpften das Fortschreiten der Sanierungen. Trotzdem wurde viel erreicht, seine Einschätzung, den früher waren 66 % aller Gebäude sanierungsbedürftig, jetzt sind es nur noch 20 %.
Auch Manfred Kucksch befürwortet die Stärkung der Innenstadt und betonte, dass die Stadt wieder nach innen wachsen müsse, nach dem sie sich zu DDR-Zeiten auf der grünen Wiese stark verbreitet hatte (Borntal, Östertal und Hasenholz). Bemerkenswert dabei seine Zahlen, dass bis 2010 in Summe 1.100 Wohnungen in der gesamten Stadt zurückgebaut werden müssen und bisher erst ca. 500 "geschafft" wurden. Dieser Rückbau wird vor allem durch den erheblichen Rückgang der Einwohnerzahlen hervorgerufen.
Ohne Eingemeindungen wäre Sondershausen schon deutlich unter die 20.000 er Grenze gefallen, was deutlich weniger Schlüsselzuweisungen gebracht hätte, sprich weniger Geld wäre in die Stadtkasse geflossen. Kopfzerbrechen bereiten dabei besonders der Geburtenrückgang und der Fortzug der Jugendlichen. Allein 2006 hatte Sondershausen ein Minus von 300 Einwohnern. Zwar ironisch gemeint, aber trifft den Nagel auf den Kopf: Wegen der Überalterung der Stadt wundert er sich, dass noch keine politische Partei der Stadt auf die Idee gekommen ist, einen Seniorenbeirat zu initiieren. Genügend arbeit gebe es dafür, wenn man an die vielen fehlenden Bordsteinabsenkungen und Bänke denkt.
Im anschließenden Lichtbildervortrag stellte er sehr anschaulich die Gegenüberstellung von Stadtansichten vor und nach der Sanierung da. Alles in allem ein sehr gelungener Abend.
Autor: khhIn der Jahreshauptversammlung zog Vereinsvorsitzender Klaus Stolberg eine positive Bilanz für das vergangene Jahr und hob das Schlossmuseum und das Kulturamt als wichtige Partner hervor und dankte der Kyffhäusersparkasse für die Mithilfe bei Veröffentlichungen.
Nach Abschluss der für eine Hauptversammlung notwendigen Abstimmungen dankte der alte und neue Vereinsvorsitzenden dem langjährigen Vorstandsmitglied, Herrn Müller für die geleistete Arbeit mit einem kleinen Präsent. Herr Müller hatte gebeten, nach Vollendung seines 80. Geburtstags ihn nicht mehr in den Vorstand zu wählen. An seiner Seite Frau Herzberg, die an seiner Stelle neu in den Vorstand gewählt wurde.
Leider haben sich einige Sondershäuser von der Teilnahme an einer Jahreshauptversammlung schrecken lassen und einen interessanten Vortrag von Manfred Kucksch (Stadtverwaltung Sondershausen) zum Thema Umgang der Stadt Sondershausen mit der historischen Bausubstanz verpasst.
In seinen Ausführungen betonter er, dass es nicht nur auf die Erhaltung einzelner Denkmale ankommt, sondern ganze Flächen, wie Plätze und Straßen erhalten werden müssen. Er bezeichnete die Jahre 1992-1997 als die goldenen Zeiten der Stadtsanierung. Im Zeitraum 1991- 2000 sind ca. 30 Millionen Euro an direkten Fördergeldern in das ca. 30 ha große Sanierungsgebiet Innenstadt Sondershausen geflossen und berücksichtigt man die privaten Investitionen sind es sogar 100 Millionen Euro.
Aber schon ab 1998 machte sich der demographische Wandel bemerkbar. Weniger Mieter, weniger private Investitionen und höhere Arbeitslosigkeit dämpften das Fortschreiten der Sanierungen. Trotzdem wurde viel erreicht, seine Einschätzung, den früher waren 66 % aller Gebäude sanierungsbedürftig, jetzt sind es nur noch 20 %.
Auch Manfred Kucksch befürwortet die Stärkung der Innenstadt und betonte, dass die Stadt wieder nach innen wachsen müsse, nach dem sie sich zu DDR-Zeiten auf der grünen Wiese stark verbreitet hatte (Borntal, Östertal und Hasenholz). Bemerkenswert dabei seine Zahlen, dass bis 2010 in Summe 1.100 Wohnungen in der gesamten Stadt zurückgebaut werden müssen und bisher erst ca. 500 "geschafft" wurden. Dieser Rückbau wird vor allem durch den erheblichen Rückgang der Einwohnerzahlen hervorgerufen.
Ohne Eingemeindungen wäre Sondershausen schon deutlich unter die 20.000 er Grenze gefallen, was deutlich weniger Schlüsselzuweisungen gebracht hätte, sprich weniger Geld wäre in die Stadtkasse geflossen. Kopfzerbrechen bereiten dabei besonders der Geburtenrückgang und der Fortzug der Jugendlichen. Allein 2006 hatte Sondershausen ein Minus von 300 Einwohnern. Zwar ironisch gemeint, aber trifft den Nagel auf den Kopf: Wegen der Überalterung der Stadt wundert er sich, dass noch keine politische Partei der Stadt auf die Idee gekommen ist, einen Seniorenbeirat zu initiieren. Genügend arbeit gebe es dafür, wenn man an die vielen fehlenden Bordsteinabsenkungen und Bänke denkt.
Im anschließenden Lichtbildervortrag stellte er sehr anschaulich die Gegenüberstellung von Stadtansichten vor und nach der Sanierung da. Alles in allem ein sehr gelungener Abend.

