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Preis oder Qualität?

Dienstag, 22. Januar 2008, 12:32 Uhr
Preis oder Qualität – zwischen diesen beiden Komponenten öffnet sich oftmals die geschäftliche Schere. Mitunter muß man sich aber auch entscheiden. Die Nordthüringer Volksbank hat sich entschieden...


„Wir werden keine von unseren 26 Filialen zwischen Buttstädt und Mackenrode schließen“, so Peter Herbst, der Vorstand der Nordthüringer Volksbank, heute zur nnz. Die Genossenschaftsbank agiert in drei Landkreisen: den Landkreisen Nordhausen und Sömmerda sowie im Kyffhäuserkreis. Eine Flächenbank im wahrsten Sinne des Wortes wollen die Banker auch weiterhin sein. Sie wollen nicht nur das Geld ihrer 57.000 Privat- und 5.600 Firmenkunden fachgerecht „verwalten“ und ihren 17.359 Mitgliedern nicht nur eine ordentliche Dividende zahlen, Sie wollen vor allem bedarfsgerecht beraten.

Und genau diese Qualität des Bankgeschäfts hat nun mal ihren Preis. Der spiegelt sich in Gebühren oder Zinsen wieder. Und da können Vorständler Peter Herbst, Harald Habermann und deren fast 160 Mitarbeiter nun mal mit den Direktbanken nicht mithalten. Wollen sie auch nicht, denn sie sind für Oma Schulze genauso da wie für das Unternehmen X oder Y.

Die Mitarbeiter, die seien der Garant des Erfolges, führt Vorstand Herbst aus. Sie werden geschult, qualifiziert, sie erhalten mehr Geld für mehr Arbeit. Die Arbeit des vergangenen Jahres hat sich für Bank und Kunden gelohnt. Zwar ist die Bilanzsumme in 2007 um ein Prozent auf 472 Millionen Euro zurückgegangen, das aber ist im wesentlichen auf so genannte Einmal-Effekte zurückzuführen. Gut zugelegt hat man in Nordthüringen bei den privaten Kundeneinlagen (+ 6,5 Millionen Euro) und bei der Wohnungsbaufinanzierung (+ 4,0 Millionen Euro). Dieser Zugewinn spiegelt sich auch in einem dicken Plus bei den Mitgliedern wider.

Und die Kommunen profitieren. Insgesamt wurden in den drei Landkreisen 1,6 Millionen Euro an Gewerbesteuer überwiesen. Die größten „Profiteure“ sind die Stadt Nordhausen (428.000 Euro), Bad Frankenhausen (62.000 Euro) und Sömmerda (36.000 Euro.) Nicht vergessen werden darf das soziale Engagement der Bank. Rund 400 Vereine, Gruppen, Schulen und Kindergärten erhielten insgesamt 150.000 Euro an Sponsorengeldern.

Doch dieses Geld muß – bevor es ausgegeben wird – erarbeitet werden. Das geht (fast) nur über die Qualität der Kundenbetreuung. Damit die auch eine Zukunft hat, wird in Zukunft investiert. Für die interne und externe Weiterbildung wurden etwa 100.000 Euro ausgegeben. Es wird aber auch ausgebildet, weil Fachleute am Markt nicht zu finden sind. Wenn ja, dann allerdings mit Gehaltsvorstellungen, die selbst das Niveau der Vorstandsgehälter kräftig durcheinander wirbeln würden. Derzeit werden 18 junge Frauen und Männer in drei Berufsgruppen ausgebildet, 90 Bewerbungen gingen in den zurückliegenden Monaten für das nächsten Ausbildungsjahr ein.

In den kommenden Monaten soll – neben der individuellen Beratung in den Filialen – der Direkt-Service erweitert werden. Ob per Telefon oder Internet, rund um die Uhr gibt es virtuelle und reale Ansprechpartner für die Kunden. Auf den Internetseiten der Nordthüringer Volksbank besteht die Möglichkeit, ein Girokonto ebenso zu eröffnen wie eine Kfz-Versicherung abzuschließen. Die Web-Seiten erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Monatlich 50.000 Besucher werden da registriert. Rund drei Viertel aller Überweisungen werden online getätigt.

Trotzdem: Die Nordthüringer Volksbank wird auch künftig die Bank zum Anfassen, zum Fragen, zum Beraten sein. Auch wenn die Konditionen beim kurzfristigen Geld nicht unbedingt mit denen der Direktbanken mithalten können, so würdigt der Kunde selbst im Zeitalter eines Web 2.0 die Bank vor Ort, die Qualität des Gesamtangebotes. Und die hat nun mal ihren Preis – den es sich zu zahlen lohnt.
Autor: nnz

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