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25. Stadtratssitzung SDH (Fortsetzung)

Freitag, 01. Februar 2008, 23:54 Uhr
In der 25. Sitzung des Stadtrats der Stadt Sondershausen wurde durch Stadtrat Helmut Nüchter (Freie Wähler) ein neuer Akzent ins Spiel gebracht.


In einem Informationsbeitrag erläuterte Uta Kaiser, Sachgebietsleiter Stadtplanung, vor den Stadträten nochmals die Problematik. Danach soll in Immenrode eine bestehende Schweinemastanlage von 2.000 auf 13.500 Tiere erhöht werden. Dabei fällt auch Gülle an, die auf ca. 1.200 ha verteilt werden muss. Neben der eigentlichen Schweinemastanlage soll auch eine Biogasanlage und ein Sozialtrakt errichtet werden. Durch die Futter- und Gülletransporte werden zusätzlich im Durchschnitt 15 LKW-Transporte pro Woche anfallen.

Bei dem vom Investor vorgelegten Material, so Uta Kaiser, gibt es eine Reihe Unstimmigkeiten. Das Material berücksichtigt nicht, dass die Anlage in einem Vorbehaltsgebiet für Tourismus, Fremdenverkehr und Erholung errichtet werden soll.
Bei der Gutachtenerstellung des Investors wurde hinsichtlich der Hauptwindrichtung einfach die Station Leinefelde ausgewählt (westlicher Wind). Das Windgutachten zum Standort Großberndten für die zwischen Großberndten und Immenrode aufgestellten Windräder gibt aber eine um fast 60° abweichend Hauptwindrichtung an. Danach weh der Wind hauptsächlich aus Süd, bzw. Südwest und damit von der Schweinemastanlage und den möglichen Felder der Gülleausbringung genau zum Ferienpark Feuerkuppe.

Auch bei der Abstandsangabe des Investors zwischen Anlage und bewohnter Fläche gibt es Diskrepanzen. Der Investor spricht wohl von 700 m, aber die bestehende Anlage, die ja erweitert werden soll, steht schon in 500 m Abstand. Soweit die nüchternen Fakten.

Stellt man jetzt aber entgegen, dass die neue Schweinemastanlage voraussichtlich nur 2 bis 3 Arbeitskräfte mehr benötigen wird, auf der anderen Seite aber allein der Ferienpark Feuerkuppe mit seinen ca. 25 Arbeitskräften und ca. 50.000 Übernachten gefährdet ist, leitet sich durchaus klar ab, dass so eine Anlage nicht genehmigt werden dürfte.

In der nachfolgenden Diskussion brachte dann Helmut Nüchter (Freie Wähler) einen anderen Aspekt zur Sprache. Man solle doch den Investor unterstützen, einen besseren Standort im Kyffhäuserkreis zu finden. Schließlich ginge es um 3 Arbeitsplätze und den Bau einer Biogasanlage. Wirtschaftsförderung und Landwirtschaftsamt in Bad Frankenhausen seien zu diesem Thema gefragt. Zwar wurde zu diesem Punkt kein Beschluss gefasst, aber interessant ist der Vorschlag alle mal, der aber auch einen großen Haken hat. Wer möchte in der heutigen Zeit in unmittelbarer Nähe seiner Ortschaft, in der er wohnt, über 10.000 Schweine mit ihrem „Duft“ wissen?

Wie geht es nun weiter? . Mit dem 31.01. endete die Auslegungsfrist für das bestehende Raumordnungsverfahren. Bis 14.02.2008 können aber noch Einsprüche beim Landesverwaltungsamt geltend gemacht werden. Es besteht also noch jede Menge Einflussmöglichkeit durch die Politik, auf das Landesverwaltungsamt einzuwirken.

Im Punkt "Sonstiges" verwies Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) auf zwei ihm wichtige Punkte:
Die 5. Sondershäuser Wirtschaftstage werden sich am 6. Februar in einem Forum mit dem Problem "Mitarbeiter gewinnen und erfolgreich führen" befassen.

Des weiteren wies Kreyer auf die bevorstehenden Schöffenwahlen hin, und dass wieder Kandidaten benötigt werden. Wer Kandidat werden kann, hatte kn erst kürzlich in einem Artikel erläutert hier.
Autor: khh

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