Matschie kontra Dewes?
Dienstag, 19. Februar 2008, 00:10 Uhr
Zum späten Nachmittag trafen sich die Genossen der SPD der Kyffhäuserkreises, um eine der 21. Diskussionsrunden vor der Urwahl der Kandidaten für den Thüringer Ministerpräsidenten in ihrer Mitgliederversammlung zu verfolgen.
Der Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Sondershausen-Mitte war sehr gut gefüllt. Aus allen Teilen des Kyffhäuserkreises waren die Genossen angereist. Beim Rededuell ging es sehr demokratisch zu. Jeder der beiden Bewerber, Thüringens SPD Chef Christoph Matschie und sein Herausforderer Dr. Richard Dewes, hatten erst mal 15 Minuten Redezeit, um den Genossen ihr Konzept für den künftigen Wahlkampf vorzustellen.
Danach hatten die Genossen im Saal eine Stunde Zeit, Fragen an die beiden Kandidaten zu stellen. Die Zeit für die Antworten war genau vorgegeben und das Ende wurde mit Gong signalisiert, was allerdings oft genug schlicht überhört wurde.
Versammlungsleiterin Cornelia Kraffzick, SPD-Kreisvorsitzende, musste beide Kandidaten zur Disziplin auffordern.
Diskussionsrunde Mtschie - Dr. Dewes (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Vorweg gesagt, zwei Sachen konnten bei dieser Diskussionsrunde einem Außenstehenden etwas auffallen: Der Respekt der Kandidaten zueinander war recht groß, dass man das Gefühl hatte, man wolle sich ja nicht weh tun. Und im Vorfeld gab es Statements, dass die Genossen des Kyffhäuserkreises klar auf der Seite von Matschie stehen würden. An den Reaktionen der Basis im Saal konnte man das nicht so deutlich heraushören, denn beiden Redner erhielten öfter mal Beifall, so das man auf das Wahlergebnis am 24.02. gespannt sein kann.
In einem Punkt waren sich ja die beiden Kandidaten ja auch einig: Man will einen Machtwechsel in Thüringen. Während der eine Kandidat schon im Vorfeld eine klare Koalitionsansage in der Form will, dass bei einer Koalition mit den Linken nur ein Ministerpräsident der SPD in Frage kommt (Matschie), will der andere Kandidat ein Koalitionsaussage erst nach der Wahl in einem Parteitag treffen.
Jeder der Kandidaten versuchte auf seine Art zu Punkten. Während Matschie besonders darauf hinwies, dass er schon seit 2004 für einen gesetzlichen Mindestlohn kämpfe, verwies Dewes darauf, dass er schon immer gegen die Hartz IV Gesetze war, und auch jetzt noch verbesserte Regelungen anstrebe.
Besondere Unterschiede gab es aber auch in der einer möglichen Gebietsreform. Während Matschie eine Gebietsreform für unbedingt notwendig erachtet, führte sein Kontrahent an, dass im Vorfeld der Wahl eine Diskussion um eine Gebietsreform die Menschen eher spalten würde und er es nicht gut für den Wahlkampf hielte. Auch bezweifelte Dr. Dewes, dass es im Gefolge der Gebietsreform zu wesentlichen Kosteneinsparungen kommen könnte, malte aber das Gespenst eines Großkreises in Nordthüringen aus, der aus den Kreisen Eichsfeld, Kyffhäuser und Nordhausen gebildet wird, mit einer Kreisstadt Nordhausen. Von Arenshausen im Westen, bis Wiehe im Osten, würde sich so ein Kreis über 120 km lang hinstrecken. Anmerkung der Redaktion..
Recht große Unterschiede gab es auch in der Frage der Kinderbetreuung. Während Matschie zwar auch auf eine verbesserte Kinderbetreuung setzt, will der Gegenkandidat soweit gehen, die Vollversorgung der Kinder in den Kindereinrichtungen zu sichern und die Elternbeiträge ganz abzuschaffen.
Auch wenn es im Detail in einigen Punkten unterschiedliche Meinungen gab (Schulpolitik, Straßenausbaubeiträge), in einem waren sich beide Kandidaten am Schluss nahezu einig, dass das Wahlergebnis akzeptiert wird und hinter nicht noch lange Diskussionen dazu stattfinden sollen. Auch für einen Außenstehenden ist bei dieser Diskussionsrunde klargeworden: Es stehen sich bei der SPD zwei starke Persönlichkeiten gegenüber, über die nicht alle Parteien verfügen.
Autor: khhDer Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Sondershausen-Mitte war sehr gut gefüllt. Aus allen Teilen des Kyffhäuserkreises waren die Genossen angereist. Beim Rededuell ging es sehr demokratisch zu. Jeder der beiden Bewerber, Thüringens SPD Chef Christoph Matschie und sein Herausforderer Dr. Richard Dewes, hatten erst mal 15 Minuten Redezeit, um den Genossen ihr Konzept für den künftigen Wahlkampf vorzustellen.
Danach hatten die Genossen im Saal eine Stunde Zeit, Fragen an die beiden Kandidaten zu stellen. Die Zeit für die Antworten war genau vorgegeben und das Ende wurde mit Gong signalisiert, was allerdings oft genug schlicht überhört wurde.
Versammlungsleiterin Cornelia Kraffzick, SPD-Kreisvorsitzende, musste beide Kandidaten zur Disziplin auffordern.
Diskussionsrunde Mtschie - Dr. Dewes (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Vorweg gesagt, zwei Sachen konnten bei dieser Diskussionsrunde einem Außenstehenden etwas auffallen: Der Respekt der Kandidaten zueinander war recht groß, dass man das Gefühl hatte, man wolle sich ja nicht weh tun. Und im Vorfeld gab es Statements, dass die Genossen des Kyffhäuserkreises klar auf der Seite von Matschie stehen würden. An den Reaktionen der Basis im Saal konnte man das nicht so deutlich heraushören, denn beiden Redner erhielten öfter mal Beifall, so das man auf das Wahlergebnis am 24.02. gespannt sein kann.In einem Punkt waren sich ja die beiden Kandidaten ja auch einig: Man will einen Machtwechsel in Thüringen. Während der eine Kandidat schon im Vorfeld eine klare Koalitionsansage in der Form will, dass bei einer Koalition mit den Linken nur ein Ministerpräsident der SPD in Frage kommt (Matschie), will der andere Kandidat ein Koalitionsaussage erst nach der Wahl in einem Parteitag treffen.
Jeder der Kandidaten versuchte auf seine Art zu Punkten. Während Matschie besonders darauf hinwies, dass er schon seit 2004 für einen gesetzlichen Mindestlohn kämpfe, verwies Dewes darauf, dass er schon immer gegen die Hartz IV Gesetze war, und auch jetzt noch verbesserte Regelungen anstrebe.
Besondere Unterschiede gab es aber auch in der einer möglichen Gebietsreform. Während Matschie eine Gebietsreform für unbedingt notwendig erachtet, führte sein Kontrahent an, dass im Vorfeld der Wahl eine Diskussion um eine Gebietsreform die Menschen eher spalten würde und er es nicht gut für den Wahlkampf hielte. Auch bezweifelte Dr. Dewes, dass es im Gefolge der Gebietsreform zu wesentlichen Kosteneinsparungen kommen könnte, malte aber das Gespenst eines Großkreises in Nordthüringen aus, der aus den Kreisen Eichsfeld, Kyffhäuser und Nordhausen gebildet wird, mit einer Kreisstadt Nordhausen. Von Arenshausen im Westen, bis Wiehe im Osten, würde sich so ein Kreis über 120 km lang hinstrecken. Anmerkung der Redaktion..
Recht große Unterschiede gab es auch in der Frage der Kinderbetreuung. Während Matschie zwar auch auf eine verbesserte Kinderbetreuung setzt, will der Gegenkandidat soweit gehen, die Vollversorgung der Kinder in den Kindereinrichtungen zu sichern und die Elternbeiträge ganz abzuschaffen.
Auch wenn es im Detail in einigen Punkten unterschiedliche Meinungen gab (Schulpolitik, Straßenausbaubeiträge), in einem waren sich beide Kandidaten am Schluss nahezu einig, dass das Wahlergebnis akzeptiert wird und hinter nicht noch lange Diskussionen dazu stattfinden sollen. Auch für einen Außenstehenden ist bei dieser Diskussionsrunde klargeworden: Es stehen sich bei der SPD zwei starke Persönlichkeiten gegenüber, über die nicht alle Parteien verfügen.

