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Schandfleck erwartet

Montag, 25. Februar 2008, 23:47 Uhr
So richtig zufrieden waren die Bürger bei der Einwohnerversammlung Borntal/Jecha von Sondershausen nicht, als es um das Thema Schulschließung des Hauses II Geschwister-Scholl-Gymnasium ging...

Der neue Leiter des Schulverwaltungsamtes des Kyffhäuserkreises, Andreas Räuber erläuterte den fast 50 erschienen Bürgern, wie es mit dem HausII Geschwister-Scholl-Gymnasium weitergehen sollte. Schon im Juli 2006 war beschlossen worden, das schrittweise bist zum Schuljahr 2009/10 das Schulgebäude leergezogen werden sollte, weil der Bedarf wegen sinkender Schülerzahlen einfach nicht mehr vorhanden war. Mit dem stufenweisen Umziehen in die Käthe-Kollwitz-Schule hätte die Schulleitung des Gymnasiums vor der Tatsache gestanden, ihre Lehrer so einsetzen zu müssen, dass sie an drei verschiedenen Schulstandorten Unterricht abhalten müssen. Deshalb wurde vom Schulträger (Landkreis) geprüft, ob nicht schon ein vorzeitiger kompletter Umzug in die Käthe-Kollwitz-Schule möglich ist. Und der soll schon ab dem nächsten Schuljahr komplett erfolgen, mit dem Resultat, dass ein komplett ungenutztes Schulgebäude übrigbleibt.

Der Landkreis hat aber erst im Januar 2008 die Stadt Sondershausen auf diese neue Entwicklung aufmerksam gemacht, und das sowieso schon heruntergekommene Grundstück samt Gebäude zur Nutzung angeboten. Das Problem ist allerdings, dass die Stadt auf die Schnelle mit dem Gebäude nichts anfangen kann. Eine andere Nutzung des Gebäudes ist auch schon vom Bauzustand her nicht mehr gegeben. Damit würde der Stadt nur übrigbleiben, das Schulgebäude abzureißen, was laut Fachbereichsleiter Bau und Ordnung Manfred Kucksch mindestens 200.000 Euro verursachen würde, und dabei nicht mal klar wäre, ob das Gelände auch später überhaupt sinnvoll von der Stadt genutzt werden kann. Dabei ließ die 1. Beigeordnete des Bürgermeisters, Cornelia Kraffzick (SPD) offen, ob die Stadt überhaupt dieses Gelände übernehmen will. Laut Manfred Kucksch würde diese Überprüfung ca. ein bis zwei Jahre dauern. Und damit war der Knackpunkt gefunden.

Die Richtigkeit der Schließung dieses Hauses II wurde von den Bürgern auch nicht weiter in Frage gestellt. Die Befürchtung der Bürger, dass dieses dann leerstehende Gebäude innerhalb kurzer Zeit durch Vandalismus zu einem Schandfleck im Wohngebiet werden könnte, konnte von keinem der Behördenvertreter entkräftet werden. Im Gegenteil, selbst bei Einsatz eines Wachdienstes, könnten Beschädigungen nicht ausgeschlossen werden, so Manfred Kucksch.

Die Fragen zweier Bürger, warum man erst jetzt daran denkt, wie denn das Schulgelände nach dem Leerzug genutzt werden kann, konnten weder Andreas Räuber, noch Cornelia Kraffzick noch Manfred Kucksch schlüssig beantworten. Auch kn kann das nicht so recht nachvollziehen. Da bereits im Juli 2006 feststand, das spätestens mit dem Schuljahr 2009/2010 das Gebäude vollständig leer sein wird, hätten damals schon Untersuchungen starten müssen, was aus dieser dann ungenutzten Immobilie werden soll. So muss man zum heutigen Zeitpunkt einfach feststellen, dass vom Landkreis wertvoll Zeit verplempert wurde. Man kann es eigentlich der Stadt nicht übel nehmen, wenn sie vom Landkreis dieses „Erbstück“ ausschlägt. Nur was hilft es streng genommen? Ob der Landkreis das Gelände behalten muss, oder es die Stadt übernehmen wird: Die Zeche wird der Steuerzahler begleichen müssen, und die Bewohner vom Borntal werden sich wohl über kurz oder lang an den Anblick einer Bauruine gewöhnen. Da hat der erst wenige Wochen im Amt befindliche Schulamtsleiter Andreas Räuber kein schönes Erbstück übernommen.

Und bei all diesen Querelen bleibt ja noch ein weiteres Problem. Was soll aus der Turnhalle werden, die ja auch noch von einigen Sportvereinen fast täglich bis 21.00 Uhr genutzt wird? Mit der Stilllegung, oder gar dem Abriss des Schulgebäudes wird ja auch die Infrastruktur der Turnhalle (Versorgungsleitungen usw.) empfindlich getroffen, ganz abgesehen von den ebenfalls schon vorhandenen Baumängeln, so zumindest Bauamtsleiter Manfred Kucksch. So recht zufrieden waren wohl die wenigsten Besucher mit dem was da auf sie zukommt, zumindest wenn man im Borntal in der Nähe wohnt. Bleibt nur zu hoffen, dass es den Behörden wenigstens annähernd gelingt, dass das Gebäude so gesichert wird, dass nicht so eine zweite Ruine wie beim alten Backwarenbetrieb in der Frankenhäuserstraße entsteht.
Autor: khh

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