GeoPfad Kalibergbau im Chaos
Montag, 03. März 2008, 10:04 Uhr
Der Geopark Kyffhäuser ist ein Schmuckstück für den Tourismus. Leider hat er auch eine sehr dunkele Seite, die es zu ändern gilt, und zwar schnell...
Keine Frage, mit dem Geopark Kyffhäuser hat man eine interessante touristische Attraktion in der Hand. Und einiges hat sich seit dem Start vor gut zwei Jahren getan, denkt man an die Projekte Geoblicke und Geophone. Aber einen sehr finsteren Punkt gibt es schon seit vielen Jahren, dem sogar vor einiger Zeit ein schon eine ganze französische Reisegruppe zum Opfer gefallen war.
Vor zwei Jahren kam die Broschüre GeoPark Kyffhäuser - unerwartete Begegnungen auf steinigen Wegen auf den Markt und wurde kostenlos verteilt (auch auf Messen) , als Startschuss. Auf den ersten Blick ein schönes Werk, denn man will ja Touristen in die Region locken. So stelle ich mir zumindest die Aufgabe dieser Broschüre vor. Man kann allerdings nur hoffen, dass kein Leser dieser Broschüre den kompletten GeoPfad Kalibergbau befährt, der ihn die sechs Schachtanlagen von Sondershausen näher bringen soll. Wenn es gut läuft, besucht er zuerst das Technische Denkmal Schacht II und erfreut sich an der gelungenen Optik und besucht dann am Schacht I das Besucherbergwerk mit seinen sehr interessanten und tollen Eindrücken. Dann wird er das später erlebte vielleicht nicht so tragisch nehmen. Wenn es schlecht läuft, fährt der Besucher erst die Stationen Schacht III (Müser-Schacht bei Hachelbich) und Schacht IV (Raude-Schacht bei Berka) an, die ebenfalls in der gleichen Broschüre beschriebenen sind und besucht werden sollten. Was erwartet den Besucher dort? Zu mindest keine zusätzlichen neuen Informationen, die nicht schon in der Broschüre stehen. Obenrein sind diese Stationen weder in der Zufahrt ausgeschildert, noch gibt es sonst in irgendeiner Form eine Schautafel oder ähnliches. Sie meinen, man sollte nur den Eindruck des Ortes auf sich wirken lassen, wie bei Schacht II? Da werden Sie sich aber wundern, was es insbesondere am Müser-Schacht zu sehen gibt. Wenn man überhaupt hinkommt, denn es geht über einen Feldweg mit tiefen Löchern, die nach jedem Regen gut gefüllt sind und denn Weg richtig schlammig werden lassen.
Wenn man das Gelände des Müser-Schachts als Ruine bezeichnet, dann trifft man wohl den Nagel auf den Kopf. Auf dem schon der Broschüre beiliegenden Einlegeblatt werden schon weitere Broschüren angekündigt. Da bleibt nur zu hoffen, dass bis dahin entweder informative Schautafeln aufgestellt werden, oder diese beiden Stationen nicht mehr erwähnt werden, was wohl absolut zu empfehlen ist. Ich kann jeden Touristen verstehen, wenn er nach Besuch des Raude-Schachtes, oder gar des Müser-Schachtes (bzw. was davon überhaupt übrig ist) voller Entsetzen das Weite sucht. Was sich hier einige Verantwortliche gedacht haben, ist zumindest nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht findet sich jemand, der es hier erläutern kann. Gespannt darf man wie ein Flitzebogen sein. Für den Besucher würde sich das Motto unerwartete Begegnungen voll erfüllen, leider aber in sehr negativer Weise.
Das war vor zwei Jahren, und heute?
Die Broschüre ist zum Glück vergriffen, aber auf der Homepage des Geoparks (http://www.geopark-kyffhaeuser.com/index.php?id=10) wird immer noch für den GeoPfad Kalibergbau Werbung gemacht, und die versprochenen Schautafeln (http://www.geopark-kyffhaeuser.com/fileadmin/karten/kalibergbau.pdf) stehen immer noch nicht. Und auch an der Gestaltung hat sich nichts geändert, es sieht immer noch genauso wüst aus, wie vor zwei Jahren. Auf Tourismus setzen wollen und dann im Internet für solche Schandflecken auch noch Werbung machen das geht nicht. Im Falle des GeoPfads Kalibergbau kann man nur hoffen, dass kein Besucher diese Seite anklickt., dabei heißt es dort so schön:
Dieser GeoPfad lässt Sie in die Geschichte der einst blühenden Kaliindustrie im Südharz-Revier blicken. Alle beschriebenen Schächte sind im Tal der Wipper wie an einer Perlenkette aufgereiht und am besten mit dem Auto zu erreichen. Über technische Daten, wie z.B. Teufe und Durchmesser von Schachtröhren ist ebenso etwas zu erfahren, wie über die Geschichte von sechs Schächten.
Wie lange will sich die Stadt Sondershausen diese negative Werbung noch gefallen lassen? Es gibt an sich nur wenige Alternativen.
- Die Geoparkverwaltung stellt endlich die Wegweiser und die versprochenen Schautafeln aus, oder
- man entfernt tatsächlich diese Seiten aus dem Internetangebot des Geoparks, oder
- man warnt den Besucher auf der Internetseite, dass das Ganze noch nicht fertig ist.
Da Landrat Peter Hengstermann (CDU) den Vorsitz im Geopark Kyffhäuser e.V. hat, sollte er seiner Verantwortung gerecht werden und diesen Makel aus der Welt schaffen lassen, auch wenn die Finanzen klamm sind. Aber vielleicht noch Touristen verlieren, nur weil man unbedarft Werbung für eine Ödnis macht, sollte man nun wirklich nicht riskieren. Dazu ist die Lage im Kreis zu ernst.
Damit man mal einen Eindruck gewinnt, hier mal einige Bilder, die zwar schon im Sommer 2006 (nach Besuch der Reisegruppe) einigen Verantwortlichen zugänglich gemacht wurden, aber zu keiner Reaktion geführt hatte. Zum Glück gibt es an den Straßen keine Wegweiser, damit keiner findet, wie wenig zu sehen ist.
Autor: khhKeine Frage, mit dem Geopark Kyffhäuser hat man eine interessante touristische Attraktion in der Hand. Und einiges hat sich seit dem Start vor gut zwei Jahren getan, denkt man an die Projekte Geoblicke und Geophone. Aber einen sehr finsteren Punkt gibt es schon seit vielen Jahren, dem sogar vor einiger Zeit ein schon eine ganze französische Reisegruppe zum Opfer gefallen war.
Vor zwei Jahren kam die Broschüre GeoPark Kyffhäuser - unerwartete Begegnungen auf steinigen Wegen auf den Markt und wurde kostenlos verteilt (auch auf Messen) , als Startschuss. Auf den ersten Blick ein schönes Werk, denn man will ja Touristen in die Region locken. So stelle ich mir zumindest die Aufgabe dieser Broschüre vor. Man kann allerdings nur hoffen, dass kein Leser dieser Broschüre den kompletten GeoPfad Kalibergbau befährt, der ihn die sechs Schachtanlagen von Sondershausen näher bringen soll. Wenn es gut läuft, besucht er zuerst das Technische Denkmal Schacht II und erfreut sich an der gelungenen Optik und besucht dann am Schacht I das Besucherbergwerk mit seinen sehr interessanten und tollen Eindrücken. Dann wird er das später erlebte vielleicht nicht so tragisch nehmen. Wenn es schlecht läuft, fährt der Besucher erst die Stationen Schacht III (Müser-Schacht bei Hachelbich) und Schacht IV (Raude-Schacht bei Berka) an, die ebenfalls in der gleichen Broschüre beschriebenen sind und besucht werden sollten. Was erwartet den Besucher dort? Zu mindest keine zusätzlichen neuen Informationen, die nicht schon in der Broschüre stehen. Obenrein sind diese Stationen weder in der Zufahrt ausgeschildert, noch gibt es sonst in irgendeiner Form eine Schautafel oder ähnliches. Sie meinen, man sollte nur den Eindruck des Ortes auf sich wirken lassen, wie bei Schacht II? Da werden Sie sich aber wundern, was es insbesondere am Müser-Schacht zu sehen gibt. Wenn man überhaupt hinkommt, denn es geht über einen Feldweg mit tiefen Löchern, die nach jedem Regen gut gefüllt sind und denn Weg richtig schlammig werden lassen.
Wenn man das Gelände des Müser-Schachts als Ruine bezeichnet, dann trifft man wohl den Nagel auf den Kopf. Auf dem schon der Broschüre beiliegenden Einlegeblatt werden schon weitere Broschüren angekündigt. Da bleibt nur zu hoffen, dass bis dahin entweder informative Schautafeln aufgestellt werden, oder diese beiden Stationen nicht mehr erwähnt werden, was wohl absolut zu empfehlen ist. Ich kann jeden Touristen verstehen, wenn er nach Besuch des Raude-Schachtes, oder gar des Müser-Schachtes (bzw. was davon überhaupt übrig ist) voller Entsetzen das Weite sucht. Was sich hier einige Verantwortliche gedacht haben, ist zumindest nicht nachvollziehbar. Aber vielleicht findet sich jemand, der es hier erläutern kann. Gespannt darf man wie ein Flitzebogen sein. Für den Besucher würde sich das Motto unerwartete Begegnungen voll erfüllen, leider aber in sehr negativer Weise.
Das war vor zwei Jahren, und heute?
Die Broschüre ist zum Glück vergriffen, aber auf der Homepage des Geoparks (http://www.geopark-kyffhaeuser.com/index.php?id=10) wird immer noch für den GeoPfad Kalibergbau Werbung gemacht, und die versprochenen Schautafeln (http://www.geopark-kyffhaeuser.com/fileadmin/karten/kalibergbau.pdf) stehen immer noch nicht. Und auch an der Gestaltung hat sich nichts geändert, es sieht immer noch genauso wüst aus, wie vor zwei Jahren. Auf Tourismus setzen wollen und dann im Internet für solche Schandflecken auch noch Werbung machen das geht nicht. Im Falle des GeoPfads Kalibergbau kann man nur hoffen, dass kein Besucher diese Seite anklickt., dabei heißt es dort so schön:
Dieser GeoPfad lässt Sie in die Geschichte der einst blühenden Kaliindustrie im Südharz-Revier blicken. Alle beschriebenen Schächte sind im Tal der Wipper wie an einer Perlenkette aufgereiht und am besten mit dem Auto zu erreichen. Über technische Daten, wie z.B. Teufe und Durchmesser von Schachtröhren ist ebenso etwas zu erfahren, wie über die Geschichte von sechs Schächten.
Wie lange will sich die Stadt Sondershausen diese negative Werbung noch gefallen lassen? Es gibt an sich nur wenige Alternativen.
- Die Geoparkverwaltung stellt endlich die Wegweiser und die versprochenen Schautafeln aus, oder
- man entfernt tatsächlich diese Seiten aus dem Internetangebot des Geoparks, oder
- man warnt den Besucher auf der Internetseite, dass das Ganze noch nicht fertig ist.
Da Landrat Peter Hengstermann (CDU) den Vorsitz im Geopark Kyffhäuser e.V. hat, sollte er seiner Verantwortung gerecht werden und diesen Makel aus der Welt schaffen lassen, auch wenn die Finanzen klamm sind. Aber vielleicht noch Touristen verlieren, nur weil man unbedarft Werbung für eine Ödnis macht, sollte man nun wirklich nicht riskieren. Dazu ist die Lage im Kreis zu ernst.
Damit man mal einen Eindruck gewinnt, hier mal einige Bilder, die zwar schon im Sommer 2006 (nach Besuch der Reisegruppe) einigen Verantwortlichen zugänglich gemacht wurden, aber zu keiner Reaktion geführt hatte. Zum Glück gibt es an den Straßen keine Wegweiser, damit keiner findet, wie wenig zu sehen ist.




