nnz-Service: Bereits jetzt vor Zecken schützen
Donnerstag, 06. März 2008, 09:50 Uhr
Der Frühling hat noch nicht begonnen, doch bereits jetzt warnen Experten vor Zecken. Auch die Apotheker des Landkreises Nordhausen schließen sich der Warnung an und geben Hinweise...
Die milden Winter sorgen dafür, dass die Spinnentiere immer zeitiger aktiv werden. Damit nimmt auch das Infektionsrisiko für die beiden durch Zecken übertragenen Erkrankungen - Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - zu. "Spaziergänger sollten schon jetzt mit Zeckenstichen rechnen", warnt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis). Die Tiere lauern - entgegen der landläufigen Meinung - nicht in Bäumen, sondern am Wegesrand, im Gebüsch, in hohen Gräsern und im Unterholz.
"Mit dem Speichel werden nicht nur gerinnungshemmende Substanzen übertragen. Auch Krankheitserreger können durch den Stich in die Blutbahn von Menschen gelangen", so Garke. Fast jede dritte Zecke sei mittlerweile mit so genannten Borrelien infiziert. Diese Bakterien können die "Wanderröte" auslösen und zu schwerwiegenden Erkrankungen des Herzens und des Nervensystems führen. Das Ausmaß dieser Infektionserkrankung wird häufig unterschätzt: In Deutschland sind im vergangenen Jahr etwa 80.000 Menschen an Borreliose erkrankt.
Im Gegensatz zu Borrelien, die unabhängig von der geografischen Lage in ganz Deutschland vorkommen können, sind die mit FSME-Erregern infizierten Zecken vor allem im Süden Deutschlands verbreitet. In Thüringen zählen bereits sieben der südlichen Landkreise zu den FSME-Risikogebieten, die jährlich neu bestimmt werden. Vier Landkreise waren erst im vergangenen Jahr neu aufgenommen worden.
Die Erreger können eine Hirnhautentzündung auslösen; 2007 sind hierzulande knapp 250 Menschen an FSME erkrankt. "Anders als bei Borreliose gibt es für die durch Viren übertragene Krankheit keine virushemmenden therapeutischen
Möglichkeiten. Daher wird insbesondere Bewohnern der Risikogebiete sowie Urlaubern empfohlen, sich impfen zu lassen", sagt Apothekerin Garke.
Für alle, die beruflich oder in ihrer Freizeit in den gefährdeten Gebieten unterwegs sind, werde die Impfung von der Krankenkasse bezahlt. Ein Schutz sei in der Regel schon nach drei Wochen erreicht. "Die wirksamste Maßnahme gegen die Stiche ist der Schutz vor Zecken", betont Garke. Lange und eng anliegende Kleidung, besonders an den Beinen, und festes Schuhwerk erschwere den Holzböcken, an die Haut zu gelangen.
Insektenabwehrmittel böten einen zusätzlichen Schutz. Da Zecken vor allem warme Körperstellen lieben, sollten nach dem Spaziergang Kniekehlen, Achselhöhlen, Hals und Kopf nach Zecken abgesucht werden. Ein Zeckenstich ist kein Grund zur Panik. Am besten werden die Blutsauger mit einer Zeckenzange oder -karte entfernt. Keinesfalls sollten so genannte Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Nagellack verwendet werden. Kämpft die Zecke gegen das Ersticken, sondert sie noch mehr Flüssigkeit ab und erhöht damit das Risiko einer Infektion.
Autor: nnzDie milden Winter sorgen dafür, dass die Spinnentiere immer zeitiger aktiv werden. Damit nimmt auch das Infektionsrisiko für die beiden durch Zecken übertragenen Erkrankungen - Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) - zu. "Spaziergänger sollten schon jetzt mit Zeckenstichen rechnen", warnt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen (Stadt und Landkreis). Die Tiere lauern - entgegen der landläufigen Meinung - nicht in Bäumen, sondern am Wegesrand, im Gebüsch, in hohen Gräsern und im Unterholz.
"Mit dem Speichel werden nicht nur gerinnungshemmende Substanzen übertragen. Auch Krankheitserreger können durch den Stich in die Blutbahn von Menschen gelangen", so Garke. Fast jede dritte Zecke sei mittlerweile mit so genannten Borrelien infiziert. Diese Bakterien können die "Wanderröte" auslösen und zu schwerwiegenden Erkrankungen des Herzens und des Nervensystems führen. Das Ausmaß dieser Infektionserkrankung wird häufig unterschätzt: In Deutschland sind im vergangenen Jahr etwa 80.000 Menschen an Borreliose erkrankt.
Im Gegensatz zu Borrelien, die unabhängig von der geografischen Lage in ganz Deutschland vorkommen können, sind die mit FSME-Erregern infizierten Zecken vor allem im Süden Deutschlands verbreitet. In Thüringen zählen bereits sieben der südlichen Landkreise zu den FSME-Risikogebieten, die jährlich neu bestimmt werden. Vier Landkreise waren erst im vergangenen Jahr neu aufgenommen worden.
Die Erreger können eine Hirnhautentzündung auslösen; 2007 sind hierzulande knapp 250 Menschen an FSME erkrankt. "Anders als bei Borreliose gibt es für die durch Viren übertragene Krankheit keine virushemmenden therapeutischen
Möglichkeiten. Daher wird insbesondere Bewohnern der Risikogebiete sowie Urlaubern empfohlen, sich impfen zu lassen", sagt Apothekerin Garke.
Für alle, die beruflich oder in ihrer Freizeit in den gefährdeten Gebieten unterwegs sind, werde die Impfung von der Krankenkasse bezahlt. Ein Schutz sei in der Regel schon nach drei Wochen erreicht. "Die wirksamste Maßnahme gegen die Stiche ist der Schutz vor Zecken", betont Garke. Lange und eng anliegende Kleidung, besonders an den Beinen, und festes Schuhwerk erschwere den Holzböcken, an die Haut zu gelangen.
Insektenabwehrmittel böten einen zusätzlichen Schutz. Da Zecken vor allem warme Körperstellen lieben, sollten nach dem Spaziergang Kniekehlen, Achselhöhlen, Hals und Kopf nach Zecken abgesucht werden. Ein Zeckenstich ist kein Grund zur Panik. Am besten werden die Blutsauger mit einer Zeckenzange oder -karte entfernt. Keinesfalls sollten so genannte Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Nagellack verwendet werden. Kämpft die Zecke gegen das Ersticken, sondert sie noch mehr Flüssigkeit ab und erhöht damit das Risiko einer Infektion.
