Arterner Ansichten (9) - Zeitzeugen
Samstag, 08. März 2008, 07:01 Uhr
Waren wir beim letzten Mal in unserem Stadtbummel durch Artern bei der Veitskirche, geht es dieses Mal mit der Wasserversorgung etwas technisch zu....
Zu Beginn des 20 Jahrhunderts bekam Artern eine Wasserleitung. Bis dahin war die Pumpe, ob in den besseren Häusern als Hausbrunnen oder auch an zentralen Plätzen für die umliegenden Bewohner wichtiges Requisit.
Hausbrunnen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Der Hausbrunnen (unser Foto) an der Ecke Johannisstraße/Nordhäuser Straße wurde im Juli 1998 bei der Erneuerung des Gehweges an dieser Stelle wieder entdeckt. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes staunten, als der 1,5 Meter breite und fast 15 Meter tiefe, gut erhaltene Brunnen sichtbar wurde. Ein Blick ins Stadtarchiv verriet mehr: Der Brunnen wurde bereits im Jahre 1881 in einem Schreiben über die Wasserqualität erwähnt. Ein weiteres Schreiben von der 16. Sitzung der Stadtverordneten von Montag, dem 1. November 1886, bezieht sich ebenfalls auf die physikalische Prüfung des Brunnenwassers vor dem Kaufhaus Carl Baselt, dem späteren Geschäft F. Schwarze. 1845 soll er erstmals urkundlich erwähnt worden sein. Auf Fotos aus dem Jahre 1909 ist der Brunnen aber schon nicht mehr sichtbar und der betreffende Bereich mit einem gepflasterten Gehweg versehen. Die Stadt ließ dann den Hausbrunnen 1999 neu errichten und er ist ein Zeugnis der Geschichte und vielleicht auch schmückendes Utensil im Stadtzentrum.
Die Pumpe in unserer Galerie links steht dagegen in der Grabenstraße und gehörte zu einer ehemaligen Pferdetränke. Der dazu gehörige sandsteinerne Trog wurde leider bei der Erneuerung der Straße beseitigt. Dafür entstand dann später diese schöne Sitzecke, die bei einem Stadtrundgang zum Verweilen einlädt.
Dieses Druckgerät (Galerie mitte) vor dem Betriebsgelände des APV Thermotech hat schon andere Dimensionen und verrät etwas davon, dass auf dem ehemaligen Gelände der Kyffhäuserhütte, Artern, einst größten Arbeitgeber, der auch maßgeblich die Entwicklung der Stadt mitbestimmt hat, heute auch Wertarbeit auf dem Gebiet des Maschinenbaus geleistet wird. APV Thermotech ist spezialisiert auf die Produktion und den Vertrieb von Wärmeübertrager.
Das vierte technische Zeugnis, eine Turbine (Galerie rechts) steht vor dem Gebäude der Energieversorgung in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Sie ist eine der beiden Wasserturbinen des einstigen Überlandkraftwerkes Bretleben. Mit der Kraft der Unstrut wurde hier einst die Stromversorgung für die Umgebung gesichert. Die Turbine ist Baujahr 1906, des Jahres als in Bretleben die erste genossenschaftliche Überlandzentrale der Provinz Sachsen im Staat Preußen gegründet wurde. Sie hatte eine Leistung von 125 PS, ein Wasserdurchfluss von 3,8 Kubikmeter pro Sekunde und lief von 1907 bis 1965.
Ein Stadtbummel kann in Artern also auch für technisch Interessierende bildend sein.
Text und Fotos: Klaus Henze
Autor: khhZu Beginn des 20 Jahrhunderts bekam Artern eine Wasserleitung. Bis dahin war die Pumpe, ob in den besseren Häusern als Hausbrunnen oder auch an zentralen Plätzen für die umliegenden Bewohner wichtiges Requisit.
Hausbrunnen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Der Hausbrunnen (unser Foto) an der Ecke Johannisstraße/Nordhäuser Straße wurde im Juli 1998 bei der Erneuerung des Gehweges an dieser Stelle wieder entdeckt. Die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes staunten, als der 1,5 Meter breite und fast 15 Meter tiefe, gut erhaltene Brunnen sichtbar wurde. Ein Blick ins Stadtarchiv verriet mehr: Der Brunnen wurde bereits im Jahre 1881 in einem Schreiben über die Wasserqualität erwähnt. Ein weiteres Schreiben von der 16. Sitzung der Stadtverordneten von Montag, dem 1. November 1886, bezieht sich ebenfalls auf die physikalische Prüfung des Brunnenwassers vor dem Kaufhaus Carl Baselt, dem späteren Geschäft F. Schwarze. 1845 soll er erstmals urkundlich erwähnt worden sein. Auf Fotos aus dem Jahre 1909 ist der Brunnen aber schon nicht mehr sichtbar und der betreffende Bereich mit einem gepflasterten Gehweg versehen. Die Stadt ließ dann den Hausbrunnen 1999 neu errichten und er ist ein Zeugnis der Geschichte und vielleicht auch schmückendes Utensil im Stadtzentrum.Die Pumpe in unserer Galerie links steht dagegen in der Grabenstraße und gehörte zu einer ehemaligen Pferdetränke. Der dazu gehörige sandsteinerne Trog wurde leider bei der Erneuerung der Straße beseitigt. Dafür entstand dann später diese schöne Sitzecke, die bei einem Stadtrundgang zum Verweilen einlädt.
Dieses Druckgerät (Galerie mitte) vor dem Betriebsgelände des APV Thermotech hat schon andere Dimensionen und verrät etwas davon, dass auf dem ehemaligen Gelände der Kyffhäuserhütte, Artern, einst größten Arbeitgeber, der auch maßgeblich die Entwicklung der Stadt mitbestimmt hat, heute auch Wertarbeit auf dem Gebiet des Maschinenbaus geleistet wird. APV Thermotech ist spezialisiert auf die Produktion und den Vertrieb von Wärmeübertrager.
Das vierte technische Zeugnis, eine Turbine (Galerie rechts) steht vor dem Gebäude der Energieversorgung in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Sie ist eine der beiden Wasserturbinen des einstigen Überlandkraftwerkes Bretleben. Mit der Kraft der Unstrut wurde hier einst die Stromversorgung für die Umgebung gesichert. Die Turbine ist Baujahr 1906, des Jahres als in Bretleben die erste genossenschaftliche Überlandzentrale der Provinz Sachsen im Staat Preußen gegründet wurde. Sie hatte eine Leistung von 125 PS, ein Wasserdurchfluss von 3,8 Kubikmeter pro Sekunde und lief von 1907 bis 1965.
Ein Stadtbummel kann in Artern also auch für technisch Interessierende bildend sein.
Text und Fotos: Klaus Henze



